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Wunder-Diesel soll sparen helfen – was taugt der angebliche Supersprit?

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Von: Marcus Efler

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Sprit und Geld sparen und dabei die Umwelt schonen – das verspricht das Start-up Heion mit seinem speziellen Diesel, den es nun an einigen Tankstellen gibt. Ist das realistisch?

Siblin (Schleswig-Holstein) – Wer derzeit sein Auto volltankt, muss tief in die Tasche greifen: Die Kraftstoffpreise rangieren auf Rekordhoch, vor allem Diesel ist derzeit teurer denn je. Da hilft es dem geschröpften Autofahrer auch nicht wirklich weiter, wenn er auf einem Poster an der Tankstelle lesen darf, wie viel billiger die Akkuladung eines Elektroautos gekommen wäre. (Petition gegen Rekord-Spritpreis: Autoclub will Obergrenze festlegen lassen)

Wunder-Diesel soll sparen helfen – was taugt der angebliche Supersprit?

Wer im Osten oder Süden grenznah wohnt, kann immerhin in Länder ausweichen, wo der Kraftstoff noch deutlich preiswerter zu bekommen ist. Aber auch im Inland scheint sich eine Möglichkeit anzubahnen, die Spritkosten zu drücken – vorerst zumindest in Rheinland-Pfalz. Dort gibt es an einigen Tankstellen eine neue Kraftstoff-Sorte, nämlich den „Heion Clean Diesel“. Der ist zwar pro Liter nicht billiger als der reguläre Diesel, aber wird im Motor angeblich effizienter verbrannt und senkt damit den Verbrauch. (Autofahren bald unbezahlbar? Das sind die krassesten Preistreiber)

Das Wort „Diesel“ auf einer vom Regen nassen Zapfpistole (Symbolbild)
Wird Diesel dank eines Start-ups zum Wundersprit? (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Wunder-Diesel soll sparen helfen – in 40 Ländern bereits patentiert

Erfinder Heion aus Siblin in Schleswig-Holstein verspricht einen deutlichen Minderverbrauch von 9,3 Prozent und eine zehn Prozent geringere Belastung mit dem Klimagas Kohlendioxid. Dazu würde der klimaneutral hergestellte Sprit weniger Rußpartikel emittieren. Die Diesel-Qualitätsnorm EN 590 werde erfüllt, in 40 Ländern sei der neue Kraftstoff bereits patentiert. „Wir beginnen gerade mit dem Aufbau eines Netzwerkes und sprechen mit Partnern, die auf Heion umstellen wollen“, verkünden die Sprit-Revolutionäre breitbrüstig. (Nächster Diesel-Schock: Wichtiger Zusatz könnte knapp werden)

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Wunder-Diesel soll sparen helfen – Diesel wird mit Wasser zusammengeführt

So könnte der Supersprit als Brückentechnologie dienen, bis sich die Elektromobilität durchsetzt. Aber was ist dran an dem Wundersprit, für den Diesel in einer „Reaktorzelle“ mit Wasser zusammengeführt wird und so seine Struktur verändert? Schon vor über zwei Jahren informierte Heion die Öffentlichkeit über seine Erfindung. Medien konnten den Sprit damals in einem älteren Mercedes-Motor testen und stellten tatsächlich eine deutliche Einsparung fest. Autohersteller und Mineralölkonzerne zeigten sich allerdings skeptisch – was an sich nichts heißen mag.

Aktuell hat sich bereits die Umweltredaktion des Südwestrundfunks (SWR) des Heion-Diesels angenommen. Ihr Urteil fällt gemischt aus: Die tatsächlichen Umweltauswirkungen seien „extrem gering. Ob es sich also lohnt, diesen Aufwand für einen sehr beschränkten Effekt zu betreiben, ist in Deutschland eher fraglich“, urteilt der Sender, zumal sich immer mehr die Elektromobilität durchsetze: „In Nischen allerdings und im Ausland könnte das mit der Brückentechnologie durchaus besser funktionieren.“

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