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Elektroauto-Preise könnten extrem steigen – wegen Ukraine-Krieg

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Von: Simon Mones

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Der Krieg in der Ukraine ist weltweit zu spüren. So könnten auch die Preise für Elektroautos deutlich ansteigen.

München – Noch immer tobt der Krieg in der Ukraine, ein Ende ist – trotz anhaltender Gespräche – nicht in Sicht. Die Folgen sind längst auch im Ausland zu spüren. So stiegen die Spritpreise in Deutschland auf neue Rekordwerte und viele Autohersteller mussten wegen Lieferengpässen zeitweise ihre Produktion anpassen. Und auch einige wichtige Rohstoffe sind deutlich teurer geworden.

Anmerkung der Redaktion

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Diese Preisanstiege könnten bald auch die Kunden zu spüren bekommen, denn auch Elektroautos könnten deutlich teurer werden. So hat Tesla beim Model 3 unlängst an der Preisschraube gedreht, die Longe Range Version kostet nun 2.000 Euro mehr. Für das Performance-Modell werden sogar 3.000 Euro mehr fällig. Beim Model Y könnte sich der Preis sogar um fast 8.000 US-Dollar (7.283 Euro) erhöhen, wie aus einem Bericht von „Automotive News“ hervorgeht.

Elektroauto-Preise könnten extrem steigen – wegen Ukraine-Krieg

Doch auch die deutschen Hersteller sehen sich mit höheren Kosten konfrontiert – zum Beispiel bei den Batterierohstoffen. Im Vergleich zu 2021 könnte diese beim Mercedes-Benz EQS um 11.000 US-Dollar (10.014 Euro) steigen. An den Investitionsplänen für die Elektroautos wolle man aber festhalten, betonte Ola Källenius, Vorstandschef der Mercedes-Benz Group.

Ein Elektroauto hängt an einem Ladekabel (Symbolbild)
Weil Nickel knapp ist, könnten Elektroautos teurer werden.(Symbolbild) © Manuel Geisser/Imago

Eine Ursache für den prognostizierten Preisanstieg ist das Metall Nickel, das in den meisten Batterien zum Einsatz kommt. Durch den Ukraine-Krieg herrscht hier ein Engpass, da Russland einer der wichtigsten Lieferanten ist. So gehört Nornickel zu den wenigen Unternehmen, die berechtigt sind, eine besondere Form des Nickels an der Londoner Metallbörse zu verkaufen. Folglich stieg der Preis für das Metall Anfang März zeitweise auf über 100.000 Dollar (91.045 Euro) die Tonne, woraufhin der Handel für eine Woche ausgesetzt wurde. In den letzten zehn Jahren lag der Preis in der Regel zwischen 10.000 und 20.000 Dollar (9.104 bis 18.210 Euro).

Elektroauto-Preise könnten extrem steigen – negative Auswirkung auf Kunden-Akzeptanz droht

Durch die steigenden Beschaffungskosten wird zeitgleich jeder Preissenkung im Zusammenhang mit den Skaleneffekten der Batterien zu nicht gemacht. Dadurch steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Wendepunkt für die Kostenparität zwischen Elektroauto und Verbrennungsmotor verschiebt, sollten diese Preise bis 2023 und darüber hinaus anhalten.

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Entsprechend überlegen sich die Automobilhersteller bereits, wie sie sich künftig besser gegen solche Krisen schützen können. Volkswagen hat beispielsweise begonnen, das Nickel direkt bei den Bergbauunternehmen zu kaufen. Zahlreiche Unternehmen, wie der Chemiekonzern BASF, wollen künftig zudem nicht mehr mit Nornickel zusammenarbeiten, wie der Stern berichtet. In Europa und den USA könnte daher versucht werden, die Rohstoffe vermehrt in den eigenen Ländern zu fördern, bis es so weit ist, kann es jedoch Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte dauern.

Für die Autohersteller sind die steigenden Preise zudem doppelt problematisch. Immerhin setzten diese immer mehr auf die Elektroautos. Das heißt auch mehr Modelle. Doch die steigenden Preise könnten die Akzeptanz bei den Kunden negativ beeinflussen, erklären die Analysten von S&P Global Mobility. Das Vorurteil, dass Elektroautos teurer sind als Verbrenner, hält sich ohnehin schon hartnäckig.

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