1. 24auto
  2. News

Mann seit 25 Jahren Nichtraucher – Autovermieter will trotzdem drastische Strafe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmin Pospiech

US-Autovermieter Hertz hat letztes Jahr Insolvenz beantragen müssen. Doch nun wird das Unternehmen wegen einer drastischen Strafe wohl noch einen treuen Stammkunden verlieren.

Boston (USA) – Die Corona-Pandemie hat nicht nur Autoherstellern stark zugesetzt, sondern auch Unternehmen wie Autovermietungen. Dazu gehört das US-Unternehmen Hertz, das im vergangenen Jahr aufgrund der wenigen Reisen mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen hatte.

Mit der Folge, dass der Autovermieter Insolvenzantrag stellen musste. Doch gerade jetzt hat das Unternehmen mit einer weiteren Negativ-Schlagzeile für Furore gesorgt. Denn es hat einen seiner Stammkunden mächtig verärgert und indirekt sogar als „Lügner“ bezeichnet.

Mann seit 25 Jahren Nichtraucher – Autovermieter Hertz will trotzdem 350 Euro Strafe

Der Autovermieter hat einem Mitglied seines Gold-Plus-Programms nach einer Vermietung neben der Rechnung auch eine Strafe von fast 350 Euro aufgebrummt. Aus dem einfachen Grund, weil Hertz-Mitarbeiter behaupten, dass es im Wagen nach Zigarettenqualm gerochen habe, nachdem der Mann namens Sean D. den Mietwagen am Boston Logan International Airport zurückgegeben hat. Anschließend ist D. wieder zurück nach Los Angeles geflogen und staunt nicht schlecht, als er per E-Mail die saftige Rechnung bekommt. (Frau wirft Zigarettenstummel aus Auto – und wird angezeigt: Gerichtsurteil kommt sie teuer zu stehen)

Ein Schalter der US-amerikanischen Mietwagenfirma Hertz an einem Flughafen. (Symbolbild)
US-Autovermieter Hertz ist insolvent. Müssen jetzt auch Stammkunden darunter leiden? (Symbolbild) © Ralph Peters/Imago

Schließlich versteht Hertz hier keinen Spaß und hat bereits im Jahr 2013 in seinen Mietautos eine strikte Nichtraucher-Policy eingeführt. Doch der 49-jährige Fotograf raucht gar nicht. „Ich habe es mal getan“, erklärt er gegenüber der Los Angeles Times, „als ich vielleicht 22 oder 23 war. Seitdem nicht mehr.“ Außerdem habe er keine Mitfahrer auf seinem fünftägigen Trip durch Boston gehabt, die geraucht oder eine Zigarette oder Ähnliches angezündet hätten. „Ich war die einzige Person im Auto“, fügt D. hinzu. (Handy am Steuer: Frau muss 300 Euro Strafe zahlen – sie sagt, es war ein Eis)

Mann seit 25 Jahren Nichtraucher – mehrere Hertz-Mitarbeiter hätten Zigaretten gerochen

Weil er glaubt, dass es sich hier um ein Missverständnis hält, ruft er bei Hertz direkt an, um die Sache zu klären. Doch die Mitarbeiter dort zeigen sich wenig kooperativ und bestehen darauf, dass er die Strafe zahlen muss. Und das, obwohl bei Hertz niemand Zigarettenstummel oder Asche auf Sitzen oder Fußmatten gefunden hat. Doch es wird noch kurioser: Kurze Zeit später will der US-Autovermieter doch noch einlenken und bietet D. an, „aus Kulanzgründen“ nur die Hälfte der Strafe zu zahlen. (Lamborghini-Crash: Duo zerlegt geliehenen Huracán Spyder – und macht sich aus dem Staub)

Dennoch behauptet Hertz weiter, dass mehrere Mitarbeiter Zigarettenrauch im Mietwagen gerochen hätten. „Wenn sie denken, dass ich Schuld habe, warum machen sie mir dann ein günstigeres Angebot?“, fragt dagegen der 49-Jährige. Er will das nicht akzeptieren und wehrt sich gegen das Bußgeld. Bei seiner Online-Recherche will er zudem festgestellt haben, dass mehreren Kunden von Hertz nach dessen Insolvenzantrag angeblich Ähnliches passiert sein soll. Ob das stimmt, bleibt fraglich. So oder so hat der Autovermieter diesen Stammkunden sicherlich verloren ...

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare