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BMW 7er-Reihe im Test: Die neue Luxus-Limousine kommt als Elektroauto und Hybrid

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Von: Marcus Efler

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Die siebte Generation von BMWs 7er-Reihe ist da. Sie steckt voller neuer Luxus-Features und wird auch als purer Stromer i7 angeboten. Zwei Dinge aber hat BMW abgeschafft.

Die Klasse der Luxus-Limousinen spült viel Geld in die Kassen der Autohersteller. Mögen boomende SUV auch alle anderen Segmente bedrängen, sodass Ford seinen Fiesta einstellt und sogar der VW Golf gefährdet scheint: Ganz oben ist die Autowelt noch in Ordnung. Wer repräsentativ und maximal komfortabel unterwegs sein möchte, am liebsten rechts hinten auf der Rückbank, wählt Mercedes S-Kasse und Co., es regiert das Motto: Länge läuft.

Das gilt auch für den schärfsten Konkurrenten des Benz, die 7er-Reihe von BMW. Im wahrsten Sinne des Wortes: Das Münchner Flaggschiff fährt jetzt immer mit 5,39 Metern Länge und 3,22 Metern Radstand vor, mit einer „normalen“, sprich: kürzeren Version gibt man sich gar nicht mehr ab. Damit beugen sich die Bayern den wichtigsten Absatzmärkten USA und China. Gerade die jungen Kunden aus dem Reich der Mitte, 38 Jahre ihr Durchschnittsalter, fahren normalerweise nicht selbst und nehmen hinten Platz.

BMW 7er-Reihe im Test: Die neue Luxus-Limousine kommt als Elektroauto und Hybrid

BMW 7er-Reihe
Die 7er-Reihe gibt es erstmals auch in Zweiton-Lackierung. © BMW

Und erleben dort ein Entertainment-System, wie es das auf vier Rädern bislang nicht gab. Vor ihre Augen senkt sich dann ein riesiger 32-Zoll-Screen ab, mit 8k-Auflösung und im extrabreiten 32:9-Format. In dem Autokino der etwas anderen Art laufen unter anderem Filme und Serien von Amazon Prime, während ringsherum die Fenster verdunkelt werden. An der Heckscheibe ist das schon allein aus Zulassungsgründen notwendig: Der nachfolgende Verkehr darf nicht durch einen Blick auf „Die Ringe der Macht“ abgelenkt werden.

BMW 7er-Reihe
Stattliche Erscheinung auch in der Heckansicht: Die neue 7er-Reihe © BMW

Über ein anderes neues Luxus-Feature darf man streiten: Wie sinnvoll ist es, dass die Türen auf sanften Tasten-Klick von selber aufschwingen, und in das Interieur aus Hightech und feinsten Materialien einladen? Aber Luxus ist ja bekanntlich das, was man nicht braucht – aber nicht mehr missen möchte, wenn man es erst mal kennengelernt hat. Ganz neu sind die Automatiktüren jedenfalls nicht, denn auch der elektrische Luxus-Mercedes EQS kann das.

BMW 7er-Reihe im Test: Das autonome Fahren funktioniert gut – in den USA

Beide große Wagen nehmen ihrem Besitzer darüber hinaus auch ohne Chauffeur das Fahren ab. Je nach gesetzlicher Lage indes in unterschiedlichen Ausprägungen: In den USA rauscht der neue BMW autonom über den Highway, bei jedem Tempo und ohne dass der Fahrer das Lenkrad berühren muss – vorausgesetzt, er blickt brav nach vorn, was eine Innenraum-Kamera überwacht. Das funktioniert verblüffend gut und wirft die Frage auf, warum es in Deutschland nicht zulässig ist. Dafür entlässt der Autopilot hierzulande den Fahrer bis 60 km/h komplett aus der Verantwortung. Er darf also bei stockendem Verkehr etwa auch auf dem Fahrersitz Filme gucken, ganz legal.

Außer Mercedes und BMW bietet dieses offiziell freigegebene „Level 3“ sonst niemand, und nein: auch nicht Tesla. Damit enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten zwischen den Stuttgartern und den Münchnern. Der größte Unterschied zwischen EQS und 7er-Reihe: Ersterer ist ein reines Elektroauto, das die konventionelle S-Klasse ergänzt. Zweiterer ist, BMW-typisch, jeweils das, was der Kunde möchte: Verbrenner mit mildem Hybrid (vorerst allerdings nicht in Europa), oder Plug-in-Hybrid. Oder eben vollelektrisch.

BMW 7er-Reihe im Test: Grandioser Schub geradeaus

Selbstverständlich ist dieser i7 (hier geht’s zum ausführlichen Fahrbericht) das Flaggschiff der Luxusflotte: ein eindrucksvolles Stück Technologie auf 21-Zoll-Rädern. „Die Zukunft ist elektrisch“, dozierte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber bei der Vorstellung des Wagens. So eindeutig sagen das die BMW-Chefs, die auch Verbrenner weiter entwickeln lassen, nicht immer.

Interieur der BMW 7er-Reihe
Die gesamte 7er-Reihe trägt jetzt das gleiche Digital-Cockpit wie BMWs reine Elektromodelle. © BMW

Auch der BMW i7 mit einem starken Elektromotor vorne und einem noch stärkeren hinten, die beide ohne Nutzung der umstrittenen Rohstoffe Seltene Erden auskommen, ist ein agiles Auto für den Selbstfahrer. Das zu bewegen ein Erlebnis für sich darstellt. Die Fahrleistungen des i7 kann man sich denken: Sie sind, klassen- und elektrotypisch, schlicht überwältigend. 4,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 ist da nur eine Zahl, die nicht annähernd das Spurtvermögen von der Ampellinie weg beschreibt. Aber nicht allein beim grandiosen Schub geradeaus, auch in Kurven bleibt der BMW i7 agiler als das Leergewicht von über 2,6 Tonnen es vermuten lässt (die geplante gepanzerte Version wird noch eine ganze Ecke schwerer).

Zwei Plug-in-Varianten folgen, sowie ein Diesel mit kleinem 48-Volt-Hybridsystem. Reine Verbrenner wirf BMW ebenso aus dem Programm wie den kurzen Radstand.

Fond der BMW 7er-Reihe mit TV-Screen
Eine riesiger Screen unterhält die Fond-Passagiere. © BMW

BMW 7er-Reihe im Test: Ladeleistung und Reichweite auf Standard-Level

So luxuriös und fahrdynamisch überzeugend sich die 7er-Reihe aber auch präsentiert, so konservativ kommt sie andererseits daher. Sie ist und bleibt eine klassische Limousine, hier am ehesten mit dem Tesla Model S und dem Genesis Electrified G80 vergleichbar, und so ganz anders als der expressive Mercedes EQS. Die Ladespannung – eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Erz-Konkurrenten – bleibt mit 400 Volt auf Standard-Niveau. Ausgeklügeltes Temperatur-Management der Akkuzellen soll fast so schnelles Laden ermöglichen wie die doppelte Spannung, die etwa der Porsche Taycan oder der Genesis bieten. So kann der Chauffeur die Batterien schon mal vorwärmen (wenn es das Navi nicht ohnehin automatisch tut), damit der Chef auf Langstrecke weniger seiner kostbaren Zeit an der Ladestation verliert.

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Die Reichweite mit offiziell gut 600 Kilometern, realistisch wohl eher 500, ist für den Manager-Alltag zwischen Flughafen, Kurz- und Mittelstrecken absolut ausreichend, aber eben kein Rekordwert. BMW hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, sich aus dem Rennen um die maximale Kilometerzahl herauszuhalten. Und für jene, die ohne Pause möglichst schnell, möglichst weit über die Autobahn hetzen wollen, haben die Münchner ohnehin andere Modelle im Programm.

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