Kompaktes Hybrid-SUV

VW Tiguan eHybrid: Kommt 2021, verzichtet aber auf diesen wichtigen SUV-Antrieb

Fahraufnahme eines VW Tiguan eHybrid von schräg vorn
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Von außen ist der VW Tiguan eHybrid kaum von seinen reinen Verbrenner-Brüdern zu unterscheiden.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der Tiguan war im vergangenen Jahr der meistverkaufte Volkswagen überhaupt auf der Welt. Die leicht veränderte Optik der Neuauflage soll Kunden locken, doch insbesondere vom neuen Plug-in-Hybrid versprechen sich die Wolfsburger viel.

Wolfsburg – Mit der endlosen Elektrodudelei aus dem Hause Volkswagen sind die Volumenmodelle Polo, Golf und Tiguan mächtig ins Hintertreffen geraten. Dabei sind diese wichtiger denn je, denn sie verdienen neben dem großen Passat das Geld, damit man sich die neue ID-Familie überhaupt leisten konnte. Im Kern des breiten Modellangebotes steht seit einigen Jahren nicht mehr der Dauerbrenner Golf, sondern der Tiguan, der mit mehr als 910.000 verkauften Fahrzeugen 2019 wieder das erfolgreichste Modell der Wolfsburger war. Das dürfte sich in diesem Jahr kaum ändern, auch wenn Produktions- und Verkaufszahlen Corona-bedingt etwas niedriger ausfallen dürften. (Volkswagen ID.4: So teuer sind die ersten Editions-Modelle des Crossover-Stromers)

Der VW Tiguan eHybrid besitzt aerodynamisch optimierte Felgen.

VW Tiguan eHybrid: Kommt 2021, verzichtet aber auf diesen wichtigen SUV-Antrieb

Besonders stolz sind die VWler nicht nur auf die neue Front mit jetzt serienmäßigen LED-Augen, geänderten Rückleuchten und dem neuen Cockpit, sondern dass man nunmehr endlich auch bei den SUV einen Plug-in-Hybriden vorweisen kann. Im Innenraum gibt es nach der Modellpflege animierte Instrumente und ein neues Entertainmentsystem mit einer etwas klein geratenen (6,5 Zoll in der Basis) oder deutlich größeren Bildschirmdiagonale (9,2 Zoll) der neuesten Generation mit Touchbedienung und aktuellen Komfortfunktionen. Ebenfalls nachgelegt wurde bei den Fahrerassistenzsystemen, wo der Tiguan nach der technischen Überarbeitung nunmehr auf Golf-8-Niveau unterwegs ist. (VW Golf 8 Variant und Alltrack: Neue Funktionen auch noch nach Auslieferung)

Für Vortrieb sorgt ein 150 PS starker 1,4-Liter-Benziner und ein E-Motor mit 115 PS.

VW Tiguan eHybrid: Plug-in-Hybrid mit 245 PS Systemleistung

Nicht, dass die verwöhnten Diesel-Kunden im Tiguan einen Plug-in-Hybriden wirklich vermisst hätten. Doch durch die üppigen Verkaufsprämien für Fahrzeuge mit Stecker kommt der ein oder andere Kunde nunmehr langsam doch auf den Hybrid-Geschmack und will bei der Anschaffung ebenfalls Geld sparen. Damit kann er dann ebenso elektrisch wie hoch subventioniert in die Arbeit oder zum Einkaufen surren. Dabei entspricht der Antrieb des VW Tiguan eHybrid weitgehend dem des VW Golf GTE. So wird das 4,51 Meter lange SUV, das der Kompaktklasse selbst als Kurzversion längst entwachsen ist, von einem 1,4 Liter großen Vierzylinderturbo mit 110 kW/150 PS angetrieben, der von einem 85 kW/115 PS starken Elektromotor unterstützt wird. Unterm Strich stehen so 180 kW/245 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung. Rein elektrisch bietet der VW Tiguan eHybrid eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Die genauen Fahrleistungen sind noch nicht verfügbar. Wir nehmen jedoch an, dass der VW Tiguan eHybrid rund 200 km/h schnell sein dürfte und aus dem Stand auf Tempo 100 in etwas mehr als sieben Sekunden beschleunigt. Der Normverbrauch des Hybriden dürfte bei rund 2,0 Litern auf 100 Kilometern liegen. Ein Ladevorgang dauert rund dreieinhalb Stunden – eine Schnellladefunktion ist nicht vorgesehen. (Neuer VW Golf GTE: Ordentliche E-Reichweite – doch die Ladezeit ist einfach heftig)

Eine Batterie-Ladung reicht im VW Tiguan eHybrid für rund 50 Kilometer rein elektrische Fahrt.

VW Tiguan eHybrid: Deutlich spürbare Antriebseinflüsse in der Lenkung

Problem: War es beim VW Golf GTE noch zu verkraften, dass dieser allein über die Vorderachse angetrieben wird, sieht das beim Tiguan eHybrid durchaus anders aus. Er startet rein elektrisch und rollt allemal munter vor sich hin. Bei stärkeren Leistungsabfragen springt dem Elektromotorim sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe unsichtbar versteckt – der 1,4 Liter große Vierzylinder zur Seite. Rein elektrisch schafft der elektrifizierte VW Tiguan so rund 50 Kilometer, bis das Akkupaket mit seiner Kapazität von 13 kWh aufgebraucht ist. Wer es sportlich angehen lassen will, drückt etwas versteckt rechts oberhalb des Getriebewahlhebels den GTE-Taster und schärft so die dynamischen Sinne. Heißt, dann steht die maximale Leistung beider Antriebe zur Verfügung und wartet nur auf die Gaspedalwünsche des Piloten. Doch geht der in die Vollen, zerrt die üppige Motorleistung spürbar an der Vorderachse. Genau so, wie man es sich von einem souveränen Familien-SUV nicht wünscht. Die Konkurrenz macht das besser und bietet Modelle wie den Toyota RAV4 PHEB oder einen BMW X1 25e mit einer zumindest elektrischen Hinterachse an. Anders sieht es beim Mercedes-Benz GLA 250e aus, der ebenfalls nur als Fronttriebler verfügbar ist. (Neuer Toyota RAV4 PHEV: Der potente Plug-in-Hybrid-Antrieb hat einen Nachteil)

Der Touchscreen mit 9,2-Zoll-Bilddiagonale kostet Aufpreis.

VW Tiguan eHybrid: 1,4-Liter-Turbobenziner wirkt mitunter angestrengt

Wer lässig unterwegs ist, bringt den Tiguan PHEV nicht in Bedrängnis – zumindest nicht, bis die Fahrbahn nass ist oder das nächste Glatteis droht. Dann ist man besonders im Elektromodus fein unterwegs und auch die Abstimmung mit dem Verbrenner klappt gekonnt. Wer im GTE-Modus munter aufs Gas steigt, spürt allerdings den überschaubaren Hubraum von 1,4 Litern – und der Klang des Vierzylinders wirkt beim starken Beschleunigen oder hohen Tempi angestrengter denn je. Die verschiedenen Fahrmodi kann man auf der Mittelkonsole sowie auf dem neuen Touchdisplay ansteuern. „Mit der zweiten Tiguan-Generation haben wir 2016 unsere globale SUV-Offensive eingeleitet. Aus ihr gingen weltweit viele erfolgreiche Modelle hervor“, so VW-Marken-CEO Ralf Brandstätter, „jetzt geht Volkswagen den nächsten Schritt und elektrifiziert, digitalisiert und vernetzt den neuen Tiguan. Damit ist das Kompakt-SUV für die Herausforderungen unserer Zeit gerüstet.“ (VW Tiguan Facelift: Diese Extras sind ab jetzt immer serienmäßig)

Die Marke Volkswagen
SitzWolfsburg
Gründung1937
CEORalf Brandstätter
Bekannte ModelleGolf, Polo, Passat, Tiguan
Verkaufte Fahrzeuge 20196,278 Millionen

Das wäre er noch besser, wenn die elektrische Reichweite etwas größer als die überschaubaren 50 Kilometer wäre und es einen Allradantrieb gäbe. Kein Wunder daher, wenn sich der ein oder andere Interessent zukünftig für den elektrischen VW ID.4 oder die Zwillingsmodelle Audi Q4 Etron/Škoda Enyaq entscheidet. Deren Leistungsspektrum ist vergleichbar und das Platzangebot noch größer. Auch preislich dürften die Modelle in ähnlichen Dimensionen unterwegs sein. Wenn der VW Tiguan eHybrid im kommenden Jahr seine Marktpremiere feiert, dürfte es bei rund 45.000 Euro losgehen. Dafür wird man auch schon in der Elektroliga fündig. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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