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VW Taigo 1.5 TSI im Test: So fährt sich der neue Crossover

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Von: Simon Mones

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Volkswagen stellt seinen nächsten Crossover vor. Klein, schmuck und technisch auf dem neuesten Stand. Der VW Taigo fährt sich so gut wie er aussieht.

So langsam blickt man bei Volkswagen nicht mehr durch. Die Zahl der Crossover ist schier unüberschaubar. Die meisten beginnen mit einem T im Namen und haben gerade im Gesicht nennenswerte Gemeinsamkeiten rund um die taghellen LED-Augen. Zu Volkswagen T-Cross, Taigun, Taos, T-Roc, Tiguan, Tiguan Allspace und Touareg gesellt sich ab sofort der Taigo.

Ein neuer Name – kein neues Konzept und trotzdem wird der VW Taigo seine Fans finden. Ganz sicher. Er bietet allzu bekanntes in einem leicht abgewandelten Kleid, denn von seinen Brüdern wie dem T-Cross unterscheidet sich der Taigo, insbesondere durch seine abfallende Dachlinie und eine größere Gesamtlänge. Kein echtes Coupé, aber eben ein Crossover mit dem gewissen optischen Etwas und das dürfte einigen Kunden gefallen. Bisher gab es ihn unter dem Namen Nivius allein im Südamerika.

VW Taigo 1.5 TSI im Test: So fährt sich der neue Crossover

Im Vergleich zum normalen VW T-Cross ist der Taigo mit einer Länge von 4,26 Metern deutlich mehr gestreckt, was den Proportionen ebenso gut tut wie dem Fahrverhalten. Ansonsten bietet der größere Coupébruder, natürlich auf dem mittlerweile massiv ausgerollten Querbaukasten des Konzerns unterwegs, allzu bekannte Technik. Der Kunde hat die Wahl, ob er sich für den Einliter-Turbo mit 70 kW/95 PS oder gleich für die stärkere 1,5-Liter-Variante entscheidet. (Volkswagen ID.6: SUV in doppelter Ausführung – nur in China)

Der VW Taigo, fahrend.
In Südamerika ist der VW Taigo bereits als Nivus auf dem Markt. © Uli Sonntag/Volkswagen

Keine Frage, für die meisten Kunden dürfte es die mittlere Version mit 81 kW/110 PS tun, die nur optional mit dem guten siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet ist. Der größere Vierzylinder mit 110 kW/150 PS ist mit der automatischen Gangwechselunterstützung obligatorisch ausgestattet und im Fahrbetrieb ein echter Guter-Laune-Macher. (Volkswagen schnürt ID.5-Doppelpack – auch GTX feiert Premiere)

VW Taigo 1.5 TSI im Test: Keine Allradversion für Crossover

Aus dem Stand geht es in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und erst bei 212 km/h ist Schluss mit lustig. Gerade aus dem Stand oder einem Abbiegevorgang zerren die 250 Nm maximales Drehmoment dabei allemal spürbar an der Vorderachse. Eine Allradversion wäre technisch möglich, bleibt mit Hinweis auf das Käuferverhalten in dieser Einstiegsklasse jedoch außen vor. Leider. (VW Taos 1.5 T SEL 4motion im Test: US-SUV soll Toyota und Co. herausfordern)

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Dabei ist der VW Taigo ein absolut sportliches Auto, denn die 150 PS haben keine Mühe, mit dem 1,3 Tonnen Leergewicht stimmungsvoll umzuspringen, wie es der Fahrer wünscht. Dabei helfen das präzise Doppelkupplungsgetriebe, die ebenso direkte wie leichtgängige Lenkung und das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk, das trotz Winterrädern ausreichend Komfortgefühle bespielt. Auf solche Dreingaben wie elektronisch verstellbare Dämpfer lässt sich dabei gut verzichten. Die verschiedenen Fahrprogramme verändern allein Parameter wie Gaspedalkennlinie oder Gangwahl. Vermissen würde den Wegfall der Fahrmodi jedoch ohnehin im Alltag niemand. (VW Golf bleibt hinten: T-Roc etabliert sich als Nummer eins in Deutschland)

VW Taigo 1.5 TSI im Test: Innenraum punktet trotz allerhand Hartplastik

Wichtiger sind da das gute Platzangebot und die einfache Bedienbarkeit. Das Cockpit ist ebenso wie bei den anderen Modellen animiert und auch der Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel bringt jede Menge Ordnung ins Cockpit. Dass sich die Klimabedienung unterhalb in einem eigenen Bedienfeld steuern lässt, gibt ebenso gute Noten wie das Lenkrad ohne die nervigen Touchflächen. (VW Amarok: Das wird bei der zweiten Generation des Pick-ups ganz anders)

Der Innenraum des Volkswagen Taigo.
Das Lenkrad des VW Taigo kommt ohne die nervigen Touchflächen aus. © Uli Sonntag/Volkswagen

Beim Taigo darf noch gedrückt und gescrollt werden – danke! Dass im Innenraum allerhand Hartplastik verbaut worden ist, trübt das Gesamtbild allerdings ebenso wie die fehlende elektrische Heckklappe. Die ist in dieser Liga kein Usus, doch man hätte mit ihr ein echtes Unterscheidungsmerkmal, von dem die Kunden etwas gehabt hätten. Doch auch hier merkt man seine südamerikanischen Gene. (VW T-Roc erneuert: Deshalb reist man in dem Kompakt-SUV nun komfortabler)

Der VW Taigo, fahrend.
Die Heckklappe des VW Taigo öffnet sich leider nicht elektrisch. © Uli Sonntag/Volkswagen

VW Taigo 1.5 TSI im Test: Preise erreichen Golf-Niveau

Dabei ist der VW Taigo mit einem Einstandspreis von 19.350 Euro in unseren Breiten alles andere als ein Billigmodell. Gerade auch, weil es in der sinnvollen Ausstattungsvariante Style mit Sportsitzen, LED-Scheinwerfern, 17-Zoll-Alurädern und Nebellicht erst bei 26.675 Euro losgeht.

VW Taigo 1.5 TSI
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner mit Aufladung/Siebengang-Doppelkupplung/Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment110 kW/150 PS / 250 Nm bei 1.500 bis 3.500 (U/min)
Vmax/0–100 km/h212 km/h / 8,3 Sekunden
Länge/Breite/Höhe (in mm)4.271/1.757/1.515
Ladevolumen385 l
Leergewicht1.304 kg
Normverbrauch/CO2-Emission6,1 l/100 km / 138 g CO2
Preisab 30.410 Euro

Und die Topmotorisierung des VW Taigo 1.5 TSI startet gut und nicht komplett ausgestattet sogar erst bei 30.410 Euro. Nicht erst hier ist man längst in der Golf-Liga angekommen. Schon durch sein modernes Design und das gute Platzangebot wildert der neue Volkswagen-SUV aus dem spanischen Werk in Pamplona gerade auch in der Kompaktklasse mit dem Aushängeschild des Golf; und zwar nicht nur in 28 EU-Staaten, sondern auch in Südafrika und der Türkei. (Stefan Grundhoff/press-inform)

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