Sportliches SUV

VW Touareg R: Dieser Plug-in-Hybrid kommt mit einer Akku-Ladung nicht weit

Fahraufnahme eines VW Touareg R von schräg vorn
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Der VW Touareg R ist am schwarzen Kühlergrill erkennbar.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der VW Touareg R teilt sich den Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang mit dem Porsche Cayenne und hat mit 340 kW/462 PS auch genügend Wumms. Allerdings ist der Volkswagen-Koloss mehr flottes Reise- und Familienmobil als Kurvenräuber.

Wolfsburg – VW übt sich in neuer Bescheidenheit. Zumindest nach außen hin. Bei Autos bedeutet das keine effektheischenden Spoiler oder Krawall-Trompeten am Heck. „Wir wollen keinen lauten Auftritt“, heißt es bei den Wolfsburgern. Also kommt der Touareg R optisch als Leisetreter daher und unterscheidet sich nicht großartig von seinen zivileren Brüdern. Kraftprotz-Insignien, wie der dunkle Kühlergrill, das obligatorische R und natürlich größere Räder, die beim R-Modell bis zu 22 Zoll statt 20 Zoll beim Normalo-Touareg groß sind, dürfen allerdings nicht fehlen. Einen optischen und akustischen Krawallmacher würde die VW-R-Klientel, die im Schnitt rund zehn Jahre älter ist als die Mercedes-AMG- oder BMW M-Käufer, auch nicht akzeptieren. (VW Tiguan eHybrid: Kommt 2021, verzichtet aber auf diesen wichtigen SUV-Antrieb)

VW Touareg R: Dieser Plug-in-Hybrid kommt mit einer Akku-Ladung nicht weit

An Kraft soll’s dennoch nicht mangeln. Die hat das dezente Touareg-Flaggschiff aufgrund des Zusammenspiels von 3,0-Liter-V6-TSI mit 250 kW/340 PS und Elektromotor mit 100 kW/136 PS durchaus. Denn die kombinierte Antriebspower kommt auf 340 kW/462 PS Systemleistung und ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern. Damit sind 100 km/h nach 5,1 Sekunden erreicht und maximal 250 km/h drin. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit beträgt 135 km/h. Auto-Quartett-Kenner werden jetzt aufmerken und feststellen, dass der Antriebsstrang auch im Porsche Cayenne PHEV seinen Dienst verrichtet – allerdings mit Fokus auf Dynamik. (Neuer Toyota RAV4 PHEV: Der potente Plug-in-Hybrid-Antrieb hat einen Nachteil)

Der VW Touareg R beschleunigt in 5,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Touareg R technisch nicht von den starken PS-Brüdern der eigenen Baureihe mit nur einem Motor. Das bedeutet zum Beispiel eine Zweikammer-Luftfederung statt der Dreikammer-Variante, wie sie etwa der Porsche Cayenne hat. Das zeigt schon die grundlegende Ausrichtung dieses Touareg R: Komfort statt Rennstrecken-Habitus. Also fehlen auch Hilfsmittel wie eine Wankstabilisierung. „Wir wollen ein möglichst natürliches Fahrverhalten, da darf sich das Auto auch etwas in der Kurve neigen“, betont Fahrdynamiker Karsten Schebsdat. (Bentley Bentayga V8: Diese digitale Aufrüstung war bitter nötig)

VW Touareg R: Die maximale Anhängelast liegt bei 3,5 Tonnen

Mission erfüllt. Der Touareg R wuchtet sein Gewicht von über 2,2 Tonnen mit der Kraft der zwei Herzen mithilfe des Allradantriebs inklusive Torsen-Differential um die Ecken und schickt dabei maximal 70 Prozent an die Vorderachse sowie bis zu 80 Prozent nach hinten. Außerdem kann man sich aussuchen, ob man rein elektrisch unterwegs sein will oder dem System die Auswahl der optimalen Antriebswahl überlässt (Hybridmodus). Im gleichen Menü kann man auch den minimalen Ladezustand der Batterie festlegen. Pferdeliebhaber werden sich über die Tatsache freuen, dass der Touareg R 3,5 Tonnen ziehen kann. Dazu gibt es auch den Anhängerassistenten, der das Rangieren vereinfacht, und einen weiteren Assistenten, mit dem man das Einparken per Smartphone fernsteuern kann. (BMW X3 xDrive 30e: Der Elektromotor macht Schluss mit diesem lästigen Effekt)

Das Kofferraumvolumen schrumpft durch die Hybrid-Batterie von 810 auf 610 Liter.

Selbst wenn man den PHEV-Crossover mit dem Sport-Fahrprogramm möglichst scharf stellt, wird der Touareg R nicht ungemütlich hart. Die Gasannahme ist direkter und die Fahrstufenwechsel der Achtgangautomatik schneller. Die Lenkung passt sich diesem Gesamtbild an und wartet mit etwas größeren Rückstellkräften auf, erreicht aber auch dann nicht ganz die Präzision und Rückmeldungsfreude der Porsches. Bei den Fahrprogrammen tanzt der VW Touareg R ebenfalls nicht aus der Reihe: Eco, Comfort, Normal, Individual oder Sport kennt man aus anderen Modellen der Baureihe. Ebenso wie Offroad- oder Snow-Modus. Wählt man die Sporteinstellung, schmiegt sich die Karosserie ab 160 km/h um 15 Millimeter näher an den Asphalt. (Jaguar I-Pace: Das Facelift macht ihn schneller – aber nicht auf der Straße)

Rein elektrisch kommt der VW Touareg R mit einer Akku-Ladung rund 40 Kilometer weit.

VW Touareg R: Durch die Batterie schrumpft der Kofferraum auf 610 Liter

In der Stadt mit Elektro-Unterstützung liegt der Verbrauch bei 4,1 Litern/100 km. Mit leeren Akkus, auf Landstraßen und Autobahnen steigt der Durst auf 9,6 Liter/100 km. Wobei wir nur eine kurze, schnellere Etappe hingelegt haben und die 17,9 kWh (netto 14,1 kWh) starke Batterie auch zwischendurch vom Verbrennungsmotor geladen wird, was energetisch aufwendig ist. Grundsätzlich versucht VW selbst bei leeren Akkus, ein Mindestmaß an Elektrounterstützung bereitzustellen. Allerdings ist nach dreimal Boosten der Spaß vorbei, wenn man dem System keine Gelegenheit gibt, Energie in die Speicherzellen zu pumpen. Das geschieht per Rekuperation oder eben durch den Verbrennungsmotor. Wobei die Energiegewinnung per Elektromotorbremse nicht durch einen extra Modus aktiviert werden kann. Das One-Pedal-Fahren ist also nicht drin. VW nutzt dazu den Abstandsradar des Tempomaten. Einschränkungen im Platz gibt es kaum. Allerdings wird der Unterboden des Kofferraums von der Batterie beansprucht und reduziert damit das Volumen von 810 auf 610 Liter. (Dieses SUV will mit 300 PS erfolgreich gegen Audi, BMW und Mercedes antreten)

VW Touareg R: Der Plug-in-Hybrid kommt Anfang November auf den Markt

Der Abstandsradar hilft dem System dann auch im Zusammenspiel mit der Navigation, um mit der Energie möglichst optimal hauszuhalten und dann bestenfalls mit leerer Batterie am Ziel anzukommen oder mit gefüllten Akkus in die Innenstadt einzufahren. Mithilfe dieses vorausschauenden Fahrens soll laut VW eine maximale Reichweite von 810 Kilometern möglich sein. Das bringt uns zur rein elektrischen Reichweite, die VW mit 47 Kilometern angibt, wir kamen 37 Kilometer weit und hatten nach der gesamten Testfahrt 10,9 kWh/100 km verbraucht. (Ford Explorer: Vorm Bronco kommt noch dieses XXL-SUV zu uns)

Das Zentraldisplay im VW Touareg R misst stolze 15 Zoll.

Im Interieur versucht der Touareg R, sich unter anderem mit Sportsitzen inklusive R-Logo und einer besonderen Steppung vom Rest der Modellreihe zu unterscheiden. Das Infotainment mit dem großen 15-Zoll-Monitor und dem guten Head-up-Display entspricht ebenfalls dem der anderen Touareg-Modelle. Allerdings ist die Menüführung verschachtelt und verlangt etwas Eingewöhnungszeit. Außerdem hat die Software bei unserer Testfahrt beim Versuch, das Mobiltelefon mit dem System zu koppeln, den Dienst quittiert und ließ sich erst nach einer längeren Pause wieder zurücksetzen. VW verweist darauf, dass das Auto noch nicht ganz Serienreife hatte und diese Probleme bis Anfang November, wenn der Touareg R für mindestens 84.660 Euro beim Händler steht, gelöst sein werden. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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