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Toyota Hilux im Test: Robust und zuverlässig – mit bisschen Pkw-Komfort

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Von: Marcus Efler

Der weltweit meistverkaufte Pick-up wird erneuert: Der Toyota Hilux bietet jetzt sogar bisschen Pkw-Komfort. Ein moderner Antrieb fehlt allerdings.

Köln – Es haben nicht viele überlebt von den urigen Blechkameraden, die mit uns durch die Jahrzehnte über Stock und Stein fuhren. Land Rover Defender, Mercedes-Benz G-Klasse, Toyota Land Cruiser behielten ihre großen Namen und auch ihre Off-Road-Fähigkeiten, doch Design und Technik wurden meistens radikal runderneuert. Nicht viel anders sieht es beim Toyota Hilux aus, dem meistverkauften Pick-up auf unserem Planeten. Auch die Ladeflächen-Legende hat längst den Sprung in die Neuzeit geschafft. Seit 1968 gebaut und seitdem als Weltenbummler von Alaska bis Feuerland unter dem gleichen Namen und auf jedem Terrain unterwegs, denkt der Hilux nicht an Rente. (Neuer Toyota Aygo: Studie X Prologue gibt Ausblick – wird’s ein Mini-SUV?)

Toyota Hilux im Test: Robust und zuverlässig – aber bestimmt nicht für jeden Geschmack

Und damit er nicht leichtfertig zum alten Eisen degradiert wird, dreht seit kurzem eine nochmals überarbeitete Version des Hilux ihre Runden. In achter Generation hat Toyota seinem Pritschenwagen eine Lifestyle-Kur verordnet. Puristen mögen dem kargen Nutzfahrzeug von einst hinterher weinen, doch dieser Schritt war natürlich ebenso unausweichlich wie folgerichtig. Trotzdem wird man auch den neuen Hilux seinen 5,33 Metern Länge und einem ausufernden Wendekreis von a 12,60 Meter (mit Allradantrieb sogar 20 Zentimeter mehr) kaum in hippen Szeneviertel der Großstadt finden. Der respekteinflößende Bursche wird auch weiterhin eher in Försters Revier auf die Pirsch gehen. Nur jetzt eben ein wenig modischer. (Ford F-150 Lightning: Elektrischer Pick-up zum Kampfpreis – nur nicht bei uns)

Toyota Hilux im Gelände
Mit Allradantrieb meistert der Toyota Hilux fast jedes Gelände. © Toyota

Toyota Hilux im Test: Lagerfeuer-Charme mit einem Hauch von Noblesse

Die Frontpartie wurde erneut aus dem Vollen gefräst. Dazu gibt‘s einen bulligen Kühlergrill, überarbeitete Stoßfänger, auf Wunsch neue LED-Lichter vorne und hinten, sowie schwarze 18-Zoll-Aluräder. Wer sich über die massiven Haltegriffe ins Hochparterre hangelt, verabschiedet sich von der kargen Lagerfeuer-Romantik früherer Tage. Bis auf das eher rustikale Hartplastik an Cockpit und Türen sieht es in der Doppelkabine ähnlich Pkw-mäßig wie in handelsüblichen SUV. Zumindest in der von uns getesteten neuen Ausstattungslinie “Invincible” fährt immer auch ein Hauch von Noblesse mit ins Abenteuerland. Ledersitze, ein modernes Multimedia-System mit 8-Zoll-Touch-Screen Monitor und eine 360 Grad-Kamera sind immer serienmäßig dabei. Eine elektrische Laderaumabdeckung aus Alu ist ebenso an Bord wie eine heimelige Ambiente-Beleuchtung, das Sound-System von JBL und beheizbare Rücksitze. (Neuer Toyota Yaris Cross im Test – auch dieser Antrieb ist verfügbar)

Toyota Hilux im Test: Der Grenzgänger liebt Ausflüge ins Gelände

Ein Luxus-Dampfer wird aus dem Toyota Hilux damit noch lange nicht. Im Herzen bleibt er mit seinem stabilen Leiterrahmen ein Arbeiter. Auch wenn der Komfort dank einer verbindlicheren Feder- und Dämpferabstimmung sowie optimierter Blattfedern gewonnen hat, ist immer Bewegung in der Doppelkabine. Auf Kuschelkurs fahren ist nicht seine Welt. Dafür scheut der Grenzgänger nach wie vor keinen Abstecher ins tiefe Unterholz. Bei den Varianten mit Heckantrieb wurden die Offroad-Fähigkeiten durch elektronische Helfer weiter optimiert: So simuliert eine Funktion den Effekt eines mechanischen Sperrdifferenzials, ein sensibler abgestimmtes Gaspedal soll die Kontrolle im Gelände verbessern. (Toyota-Transporter verliert SUV-Neuheiten: Teure Fracht reif für Schrottpresse)

Toyota Hilux im Test: Bei 175 km/h ist Schluss – schneller mag man eh nicht

Die Allradversionen nehmen ohnehin fast alles unters grobe Reifenprofil, was da so auf sie zukommt. Etwa Böschungen im Winkel von bis zu 29 Grad (rückwärts 26 Grad) ebenso wie amtliche Flussdurchquerungen bis zu einer Tiefe bis zu 70 Zentimetern. Zum bekannten und weiterhin angebotenen 2,4-Liter-Diesel mit 150 PS gibt es nun einen 2,8-Liter-Diesel mit 204 PS und stattlichem Drehmoment von 500 Nm. Der Vierzylinder ist immer an Allradantrieb und Sechsgang-Automatik gekoppelt und soll die 2,35 Tonnen schwere Fuhre in 10,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Auf der Autobahn ist bei Tempo 175 Feierabend, was allemal reicht für so einen Koloss. (Tesla Cybertruck: Elon Musk will Design-Änderungen am kantigen Pick-up)

Toyota Hilux im Test: Neues Triebwerk passt bestens zum bodenständigen Charakter

Wahrscheinlich fragen nur Witzbolde nach einer elektrifizierten Version. Immerhin hilft der Diesel ein wenig, den Durst des Trucks (wie Amerikaner ihre Pritschenwagen nennen) einigermaßen zu zügeln. Nur mit schwerem Gasfuß oder unter harten Arbeitsbedingungen dürfte die Zehnliter-Marke deutlich gerissen werden. Toyota verspricht einen Mix-Verbrauch von 7,3 Litern, nach unserer Testfahrt erscheint aber eine Neun vor dem Komma realistischer. Das neue Triebwerk passt bestens zum bodenständigen Charakter des bulligen Toyota Hilux. Der Diesel lässt akustisch zwar keinen Zweifel an seiner Arbeitseinstellung, nervt aber nie wirklich und gleitet bei gleichmäßiger Fahrt und niedrigen Drehzahlniveau angenehm brummbärig dahin. Trotz direkterer Lenkung und stabilerem Kurvenverhaltens erwartet ohnehin keiner ernsthaft ein dynamisches Feuerwerk von dem hochbeinigen Japaner. Schnelle Kurvenfahrten bleiben ein wankelmütiges Erlebnis.

Technische Daten Toyota Hilux 2,8 D-4D Double Cab
Motor/Getriebe/Antrieb2,8l-Vierzyl. Diesel/6-Gang-Automatik/Allrad
Leistung/Drehmoment150 kW (204 PS) / 500 Nm
Länge/Breite/Höhe5,33/ 1,86/1,82 m
Länge Ladefläche1,53 m
Vmax/0–100 km/h175 km/h / 10,7 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoß7,3 l/100 km / 194 g/km
Preis/Basispreis Hilux45.600 Euro/28.500 Euro

Den Toyota Hilux gibt’s für unter 30.000 Euro – und für über 55.000 Euro

Wer den Hilux trotz, oder gerade wegen seines kernigen Auftritts in seine Obhut nimmt, erwartet einen zuverlässigen Kameraden mit hoher Nutzlast (1.060 Kilo), großer Ladefläche (beim Double Cab mit 1,53 Meter Länge) und souveräner Zugkraft von bis 3,5 Tonnen. Der Preis für den überarbeiteten Toyota Hilux startet bei 28.500 Euro für die zweitürige Single Cab-Version mit 150 PS und endet beim viertürigen Double Cab “Invincible” mit 204 PS für 55.400 Euro noch lange nicht. Die Liste an Sonderausstattungen und Abenteuer-Equipment ist für den Weltenbummler Hilux fast so lang wie seine Legende. (Tomas Hirschberger/SP-X)

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