Bei 250 km/h abgeregelt

Toyota GR Supra 2.0 im Test: Es muss nicht immer ...

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der Supra von Toyota macht auf der Straße viel her. Der mit dem BMW Z4 verwandte Zweisitzer sieht knackig aus und bietet auch beim Fahren eine aufsehenerregende Performance. Das gilt auch für den „kleinen“ Supra mit vier Zylindern und zwei Litern Hubraum: Es muss nicht immer die große Maschine sein.

  • Vierzylinder: Toyota GR Supra mit 2,0-Liter-Turbomotor, der 258 PS leistet
  • Für die Kraftübertragung an die Hinterräder sorgt eine Achtgang-Automatik
  • Das Leergewicht sinkt im Vergleich zum Sechszylinder um rund 100 Kilogramm

Baiersbronn – Toyota hat den Supra zunächst mit drei Litern Hubraum und sechs Zylindern gebaut. Die etwas preiswertere Alternative Supra 2.0 generiert aber immerhin 190 kW/258 PS und die Voraussetzung für einen Spurt von 0 auf 100 in nur 5,2 Sekunden. Bei der elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h begegnen sich die beiden Boliden ohnehin auf Augenhöhe. Die 3,0-Liter-Version leistet 250 kW/340 PS und beschleunigt in 4,3 Sekunden auf Tempo 100. (Toyota Mirai: Umweltfreundlich ist das Brennstoffzellen-Fahrzeug nur, wenn ...)

Auf kurvenreichen Landstraßen ist der Toyota Supra zu Hause.

Steht die japanische Volumen-Marke nicht direkt für Prestige-Fahrzeuge, so gehört der kleine Sportwagen zu den Ausnahmen im Portfolio. Bei einer Testfahrt durch den Schwarzwald kommt es zum Stopp auf dem Gäste-Parkplatz eines luxuriösen Ferien-Resorts. Ein offensichtlicher Auto-Kenner steigt gerade aus seinem Luxusgefährt eines süddeutschen Herstellers, schaut auf den kleinen weißen Toyota und sagt zu seinen Kindern, die auch gerade der großen Karosse entstiegen sind: „Das ist der Supra“ - mit anerkennendem Unterton und eben solchem Lächeln. (Toyota Camry: Wieder in Europa erhältlich, aber ein Detail nervt)

Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein 290 Liter großer Kofferraum.

Toyota GR Supra 2.0 bietet Fahrspaß wie ein teurerer Traumwagen

Der Sportwagen zu rund 50.000 Euro liegt zwar ohnehin im gehobenen Preissegment, doch an der Vorfahrt eines Fünf-Sterne-Hotels rangiert man regelmäßig Autos, für die nicht selten sechsstellige Beträge fällig werden. Ob diese noch mehr Fahrspaß bieten, kann bezweifelt werden, denn der Supra 2.0 fährt sich wie ein teurer Traumwagen. Der Antrieb (Reihen-Vierzylinder mit 16 Ventilen und Twin-Scroll-Turbolader von BMW) ist ein feines Filetstück in der Welt der Ottomotoren. Zum Vergleich: die 3,0-Liter-Version kostet rund 61.300 Euro. (Toyota Yaris: Die vierte Generation des Kleinwagens ist kein Sonderangebot)

Der Toyota Supra 2.0 ist rund 100 Kilogramm leichter als mit der 3,0-Liter-Maschine.

Die wenigsten Vierzylinder beschleunigen in allen Drehzahlbereichen so geschmeidig wie die Maschine des Supra 2.0. Sein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern reicht über ein großes Drehzahlband von 1.550 bis 4.000 Umdrehungen pro Minute. Dahinter steckt respektable Ingenieurskunst: Über Elektromotoren öffnet und schließt die variable Ventilsteuerung die Ein- und Auslassventile mit hoher Präzision.

Toyota GR Supra 2.0: Immer in Verbindung mit einer Achtgang-Automatik

Das ist nur einer der Gründe für die lückenlose Durchzugskraft. Um zudem Interferenzen im Abgasstrom zu unterdrücken, haben die Ingenieure den Weg zum Twin-Scroll-Turbo zweigeteilt. Dadurch reagiert der Lader unmittelbar aufs Gas und steigert die Leistung bereits bei niedrigen Drehzahlen. Reibungslos arbeitet darüber hinaus die flotte Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF. (Toyota Century: Das ist der japanische Maybach)

Toyota GR Supra 2.0 – Technische Daten
Länge/Breite/Höhe4,38/1,85/1,29 Meter
Hubraum1.998 ccm
Leistung190 kW/258 PS
Drehmoment400 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h5,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Normverbrauch6,3 Liter/100 km
Grundpreis47.667,23 Euro

Das Fahrwerk ist sehr straff und sportlich abgestimmt, auffallend ist die direkte Lenkung. Sie passt zur Gesamtabstimmung des Supra, bei der alles sehr zackig funktioniert – auch das stets beherzte Zupacken der Scheibenbremsen. Das Sportbremssystem ist gekennzeichnet durch rot lackierte Aluminium-Bremssättel von Brembo, die aber das Supra-Logo tragen.

Auch im Innenraum wird die Verwandtschaft zum BMW Z4 deutlich.

Die Supra ist zwar kein Alltagsauto oder Reisewagen, aber trotzdem: Die maximal zwei Passagiere sitzen auch auf längeren Strecken bequem und der moderat dimensionierte Kofferraum bietet ausreichend Platz fürs Wochenend-Gepäck. (Von Lars Wallerang/mid)

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