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Toyota Corolla Cross im Test: Solide Technik für kleines Geld

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Von: Simon Mones

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In den USA bietet Toyota allein zehn verschiedene SUV-Modelle. Wir sind mit dem neuesten Modell Corolla Cross bereits gefahren. Der kommt 2022 auch nach Europa.

Toyota (Japan) – Toyota hat sein Modellangebot in den USA gigantisch aufgefächert. Gaben hier einst Camry, Corolla und Prius den Ton an, so sind es längst SUV und Geländewagen, die dem mächtigen Portfolio ein volumenträchtiges Gesicht geben. Der neueste Vertreter ist der Corolla Cross und der reiht sich zu einem Basispreis ab günstigen 22.000 US-Dollar zwischen dem mutig gezeichneten Toyota C-HR und dem Massenmodell RAV 4 ein.

Knapp 4,50 Meter lang soll er ab Mitte 2022 auch in Europa auf Kundenfang gehen – mit solider Technik, Hybridpower und Allradantrieb. Optisch wie technisch riskiert der Corolla Cross dabei ebenso wie sein Namensgeber Corolla nichts. Wer etwas abgefahrenes, sportliches oder innovatives sucht – für den hat Toyota andere Modelle. Der Corolla Cross ist so etwas wie in unseren Breiten die SUV-Variante des VW Golf. Dabei hält er sich optisch wie technisch deutlich mehr zurück als ein VW T-Roc, der in der alten Welt einer seiner Wettbewerber sein wird. (Toyota GR 86 im Test: Kompakter Spaßmacher mit Schwächen im Innenraum)

Toyota Corolla Cross im Test: Solide Technik für kleines Geld

Während er in Europa als Hybridversion anrollt, geht es in den USA bodenständiger zu. Hier gibt es den bekannten Zweiliter-Vierzylinder ohne Turboaufladung mit 124 kW/169 PS und einem maximalen Drehmoment von überschaubaren 204 Nm bei 4.400 U/min. Dazu bietet das Kompaktmodell eine müde CVT-Automatik und neben den drei Ausstattungsvarianten L, LE und XLE allein die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. (Neuer Toyota Aygo X: So SUV-artig wird die dritte Generation des Kleinwagens)

Ein Toyota Corolla Cross, stehend.
Der Toyota Corolla Cross kommt 2022 nach Europa. © Toyota

Der Zweiliter-Sauger hört sich nicht nach allzu viel an und so fährt er sich auch, doch für die meisten Interessenten dürfte das Triebwerk in dem kompakten Crossover genau richtig sein. Locker im Verkehr mitschwimmen, ausreichend Platz auf überschaubaren Abmessungen und ein Allradantrieb, der für Schnee und Regen genau das Richtige ist – der Corolla Cross hat sich unaufgeregt schnell Freunde. (Toyota, Mazda und Co: So wollen die Japaner den Verbrenner retten)

Toyota Corolla Cross im Test: Front- oder Allradantrieb

Die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb hat auch der europäische Kunde, wenn er ab kommendem Jahr bei dem neuen SUV zuschlägt. Jedoch wird der Japaner hier als Hybridversion kommen. Der Fronttriebler leistet mit der Kombination aus zwei Liter großem Vierzylinder und Elektromotor 146 kW/197 PS und beschleunigt aus dem Stand in 8,1 Sekunden auf Tempo 100. (Toyota bZ4X: Elektro-SUV vorgestellt – jetzt ziehen die Japaner nach)

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Mit dem zusätzlichen Elektromotor an der Hinterachse gibt es eine Leistungsspitze von 31 kW/42 PS, die jedoch nicht mehr Dynamik bringt, sondern nur für eine bessere Traktion sorgt. Ein Plug-in-Hybrid mit entsprechend großer Elektroreichweite gibt es aktuell nicht. Hier muss der Interessent zum größeren Toyota RAV 4 greifen. (Toyota Supra von 1993 steht zum Verkauf – zu einem Hammerpreis)

Toyota Corolla Cross im Test: SUV bietet viel Platz – auch im Fond

Egal ob Hybrid oder reiner Verbrenner - falsch machen kann man mit dem Toyota Corolla Cross nicht viel. Denn auf den 4,46 Metern gibt es vorne ausreichend zwei Platz für groß gewachsenen Insassen und auch im Fond finden dank des 2,64 Meter langen Radstandes in der Familienbestuhlung zwei Kinder oder auch einmal ein Erwachsener locker Platz – und einiges an praktischen Ablagen. (Toyota Mirai im Miniformat: Darum ist das Modellauto so besonders)

Der Kofferaum des Toyota Corolla Cross.
Der Kofferraum des Toyota Corolla Cross fasst knapp 690 Liter. © Toyota

Für den Fond gibt es allein USB-Anschlüsse, Becherhalter und keine in der kalten Jahreszeit wärmenden Sitzheizung, denn diese bleibt nur den Passagieren vorne vorbehalten. Der Laderaum ist mit knapp 690 Litern sehr stattlich und kann durch Umklappen der Rücksitze nochmals nennenswert für große oder zumindest lange Gegenstände erweitert werden. (Meistverkaufte Autos weltweit: Toyota Corolla weiter Nummer 1 – drei deutsche Modelle in Top 10)

Toyota Corolla Cross im Test: Keine Experimente – dafür verlässliche Technik

Ebenso unaufgeregt wie der zwei Liter große Vierzylinder präsentiert sich das Fahrwerk des gut 1,4 Tonnen schweren Corolla Cross, der mit der empfehlenswerten Allradoption 80 Kilogramm schwerer wird. McPherson-Federbeine vorne und eine in der 4x4-Version verbaute Mehrlenkerachse hinten sorgen dafür, dass der Japaner auch über schlechte Fahrbahnen munter hinwegrollt, ohne allzu viele Störungen an die Passagiere im Innenraum weiterzugeben. Die elektrische Lenkunterstützung macht die Manöver am Lenkrad dabei sehr leichtgängig. Viel Kontakt zur Fahrbahn vermittelt sie über die aufgezogenen Räder im Format 215/65 R17 jedoch nicht.

Toyora Corolla Cross
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder Saugmotor / CVT-Automatik / Front/Allrad
Leistung/Drehmoment124 kW/169 PS / 204 Nm ab 4.400 U/mi
Vmax/0–100 km/h180 km/h / 10 Sekunden
Länge/Breite/Höhe (in mm)\t4.490/1.825/1.620
Leergewicht1400 kg
Normverbrauch7,2 Liter/100 km
Ladevolumen\t690 Liter
Basispreis22.000 US-Dollar

Vermissen dürfte das kaum jemand, denn stattdessen glänzt der crossige Corolla mit einer Stärke, die Toyota in den USA so mächtig gemacht hat: Er funktioniert einfach und problemlos. Kein Schnick und kein Schnack – das gilt auch für den Innenraum. Die analogen Instrumente der Basisvariante sind zugegeben an Langweiligkeit nicht zu überbieten und die Designabteilung hatte bei der Gestaltung des Innenraums wohl ohnehin eine längere Schaffenspause, nach dem das Äußere des Corolla Cross sehr gefällig wurde.

Der Innenraum des Toyota Corolla Cross.
Im Innenraum wagt Toyota keine Experimente. © Toyota

Doch auch hier kennt Toyota seine Kunden genau – Experimente will keiner und so dürfte sich vieles auf die solide Verarbeitung und die entsprechende Ergonomie konzentrieren. Leider kommt der Charme dabei zu kurz. So wird in Europa nicht zuletzt auch der Preis die Musik machen. Selbst das Topmodell des Toyota Corolla Cross 2.0 XLE kostet mit Allradantrieb in den USA kaum mehr als 27.000 Dollar. Das ist einmal eine Ansage, die auch in Europa für Spannung sorgt. (Stefan Grundhoff/press-inform)

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