Toyota C-HR 2.0 Hybrid im Test

50 Prozent mehr: Das Crossover-SUV kommt mit dieser Neuerung

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der Toyota C-HR polarisiert durch sein Design. In anderer Hinsicht gibt es aber keine Zweifel an der Kompetenz des kompakten Crossovers.

  • Toyota C-HR Hybrid mit 50 Prozent mehr Leistung
  • Kompaktes Crossover-SUV bietet ausreichend Platz
  • Beim realen Verbrauch gibt es eine große Bandbreite

Der Toyota C-HR sorgt seit Anfang 2017 mit seiner expressiven Form für Aufsehen. Der kompakte Crossover erhielt Anfang des Jahres ein dezentes Facelift und einen neuen Motor. Der ist wieder ein Hybrid, aber nun deutlich stärker als das bisherige Angebot mit einer Systemleistung von 90 kW/122 PS. Wir wollten wissen, wie sich das neue, 135 kW/184 PS starke Aggregat im Alltag macht. In dieser Kombination kostet der C-HR ab 33.690 Euro in der gut ausgestatteten Komfortlinie „Team Deutschland“. 

Das Design des Toyota C-HR spaltet die Geister.

Wie gehabt, sorgt auch der aufgefrischte C-HR für Aufsehen. Und weiterhin gibt es eigentlich nur zwei Meinungen zu dem Design, das vor lauter in Blech gelegten Bügelfalten, optischen Verbreiterungen und unruhiger Linienführung ziemlich zerklüftet und uneinheitlich wirkt: Das wilde Design polarisiert. Die einen lieben es und bringen ihre Zustimmung wortreich und -gewandt zum Ausdruck. Die anderen demonstrieren ihre Ablehnung meist durch Sprachlosigkeit und mittels Kopfschüttelns und „Scheibenwischer“-Handbewegung. 

Das Cockpit wird von einem 8-Zoll-Touchscreen dominiert.

Einmal eingestiegen und die Türen geschlossen, bemerkt man von den kreativen Außen-Experimenten wenig. Der Innenraum gibt sich praktisch durchdacht und aufgeräumt. Auf dem Armaturenbrett thront ein acht Zoll großer Touchscreen, über den etwa Navi oder das Radio bedient und Smartphones eingebunden werden. Die Menüführung ist vergleichsweise durchdacht. Klimaautomatik oder die Lautstärke der Musikanlange können aber weiterhin über Schalter und Drehknöpfe gesteuert werden.

Toyota C-HR: Kleine Glasflächen schränken die Übersicht ein

Das Platzangebot geht in Ordnung, allerdings müssen lang gewachsene Passagiere im Fond auf ein wenig Rücksicht der Vorderleute hoffen, damit sie ihre Beine kommod verstauen können. Die kleinen hinteren Fenster schränken nicht nur die Sicht nach draußen ein, sie vermitteln auch ein höhlenartiges Gefühl. Dies wird noch durch die abgedunkelten Scheiben verstärkt. Bleiben wir in hinteren Gefilden: Das Kofferraumvolumen erlaubt zwar keine Einkaufsorgien im Großmarkt, bietet aber je nach Sitzkonfiguration mit Werten zwischen 358 und 1.141 Litern für den Alltag ausreichend Stauraum. Er fällt mit dem neuen Motor etwas kleiner aus als bei dem kleinen Hybriden (ab 29.140 Euro) und dem 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 85 kW/116 PS (ab 26.290 Euro). Für den Turbo ist die Option Allrad mit dem Facelift entfallen; er wird wie die anderen Varianten ausschließlich über die Vorderräder angetrieben. 

Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein Laderaum von 358 bis 1.141 Liter.

Mit einer Systemleistung von 184 PS geht es flott voran

Der wilde äußerliche Schein fand mit dem bislang angebotenen Hybriden – für den sich das Gros der Kunden entschieden haben – kein fahrtechnisches Äquivalent. Der neue Antrieb, der sich aus einem 112 kW/153 PS starkem Zweiliter-Verbrenner und einem 80 kW/109 PS leistenden E-Motor zusammensetzt und bereits im Corolla zum Einsatz kommt, wirkt deutlich spritziger. Die 184 PS Systemleistung lassen den rund 1,5-Tonnen schweren Japaner den Standardspurt in 8,2 Sekunden absolvieren. Gefühlt spurtet der Crossover sogar schneller. Das liegt am recht harmonisch agierenden CVT-Getriebe, das sich auch beim starken Beschleunigen angenehm akustisch zurückhielt und den Vorwärtsdrang nicht einschnürte. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 180 abgeregelt.

Je nach Fahrweise verbraucht der C-HR zwischen 4,7 und 8 Litern auf 100 Kilometer.

Drehmoment steht auch reichlich zur Verfügung, dazu kommt eine sehr gelungene Fahrwerksabstimmung. Wie bei Toyota üblich, merkt man vom Zusammenspiel der Hybridkomponenten wenig. Das System koordiniert den Einsatz von Verbrenner und E-Motor unauffällig. Sehr kurze Strecken legt das Fahrzeug auch rein elektrisch zurück. Wird der Fahrer etwa auf der Autobahn oder auf kurvenreicher Strecke von Fahrfreude geleitet, zeigt die Verbrauchsangabe Werte um die acht Liter an. Es geht aber sehr viel sparsamer. Fährt man vorausschauend mit zurückhaltendem Gasfuß und vermeidet Sprints, sinkt der Verbrauch rapide. Auch der 184-PS-Hybrid kann ganz sanft sein. Er beherrscht das Sparen. Wenn man es darauf anlegt, leuchtet eine 4,7 in der Verbrauchsanzeige auf. Werte von 5,5 Litern sind ohne Probleme realisierbar. Wer allerdings hybridtechnisch so vernünftig fährt, braucht den großen Motor nicht. 

Und kommt bei gleicher Ausstattung („Team Deutschland“, „Style Selection“ und „Lounge“) auf eine Ersparnis von jeweils 2.000 Euro. Unser Testwagen fuhr im Komfortniveau „Style Selection“ vor und steht ab rund 38.000 Euro in der Preisliste. In dieser Ausstattung hat der C-HR bis auf Kleinigkeiten alles an Bord, was Toyota für dieses Modell im Angebot hat. Dazu zählen neben den klassenüblichen Assistenten unter anderem Metallic-Lackierung, LED-Scheinwerfer, ein Premium-Soundsystem, beheizbares Lenkrad und Navi

Wer den C-HR für seine Optik liebt, kann mit dem neuen Antrieb den rasanten Eindruck durch fahrerische Leistung unterstreichen. Oder man hat einfach Spaß am Design und freut sich am Sparpotential des Hybriden. Beides muss man mögen. 

Toyota C-HR 2.0 Hybrid – technische Daten

Länge/Breite/Höhe4,40/1,80/1,57 Meter
Systemleistung135 kW/184 PS
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h8,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Normverbrauch (WLTP)5,2 l/100 km
Testverbrauch5,5 l/100 km
Grundpreis33.690 Euro

Von Elfriede Munsch (SP-X)

Rubriklistenbild: © Hersteller

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