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Toyota bZ4X im Test: Kann der SUV-Stromer den Elektro-Rückstand aufholen?

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Von: Marcus Efler

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Nicht nur der Name ist schräg: Toyotas erstes Elektroauto, der bZ4X, hebt sich vor allem in einigen Details von anderen Stromern ab.

Toyota (Japan) – Toyota hat einen Lauf: Während die meisten Autohersteller aktuell zwar Rekorderträge vermelden, infolge der Chipkrise jedoch weniger Fahrzeuge als in den Jahren zuvor auf die Straßen brachten, sieht das bei den Japanern viel besser aus. 10,49 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge bedeuten nicht nur die unangefochtene Nummer eins auf dem Weltmarkt, sondern auch einen stattlichen Anstieg von zehn Prozent gegenüber 2020. (Toyota Century: Studenten präsentieren verrückten Umbau)

Toyota bZ4X im Test: Kann der SUV-Stromer den Elektro-Rückstand aufholen?

Allein bei den Elektroautos spielt Toyota bisher nicht einmal in der zweiten Liga. Hier geben unverändert Verbrenner und Hybride den Ton an, lediglich die Edelmarke Lexus hat mit dem UX 300e einen Stromer am Start. Dieses Defizit soll sich mit dem neuen Elektrocrossover bZ4X ändern. Konzernchef Akio Toyoda kündigte eine Elektrooffensive an, bei der rund 38 Milliarden Euro für das Programm batterieelektrischer Fahrzeuge bereitgestellt werden. Der gleiche Betrag soll jedoch bis 2030 auch in Hybrid- und Brennstoffzellen-Modelle fließen. Bis zum Jahr 2030 will Toyota mindestens 3,5 Millionen reine Elektrofahrzeuge produzieren, davon eine Million unter der Marke Lexus. (Toyota lenkt ein: Diese Autos sollen nun doch in großer Zahl kommen)

Toyota bZ4X im Test: Konkurrenz für VW ID.4 und Hyundai Ioniq 5

Der sperrige Name des Toyota bZ4X setzt sich aus den Initialen des Beyond Zero-Mottos (bZ), der Zahl 4 (Fahrzeuggröße ähnlich dem SUV RAV4) und dem Buchstaben X zusammen, der sich auf die Crossover-Karosserie bezieht. Bei einem Preisen ab 47.490 Euro sind seine Haupt-Konkurrenten der VW ID. 4 plus Škoda Enyaq, das koreanische Doppelpack Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 oder der Ford Mustang Mach-E.

Toyota bZ4X, getarnt, fahrend
Testfahrt mit Tarn-Folierung: Der Toyota bZ4X. © Jayson Fong/Toyota

Zum Marktstart wird es zwei Hauptversionen des 4,69 Meter langen bZ4x geben: einen Fronttriebler mit 150 kW/204 PS und einen Allradler mit 160 kW/218 PS, der von zwei Motoren mit jeweils 109 PS angetrieben wird. Für den nötigen Stromfluss sorgt ein wassergekühlter 71,4-kWh-Lithium-Ionen-Akku, der flach im Fahrzeugboden verbaut ist. Toyota verspricht Reichweiten zwischen 370 und 450 Kilometern. ((Toyota, Mazda und Co: So wollen die Japaner den Verbrenner retten)

Toyota bZ4X im Test: In 30 Minuten 80 Prozent Akku-Ladung

Das Onboard-Ladegerät wird vorerst nur einphasig mit einer Leistung von sechs Kilowatt verfügbar sein. Das zeitgemäße 11-kW-Dreiphasen-Ladegerät folgt gegen Ende des Jahres. Schnelles Gleichstrom-Laden ist mit bis zu 150 kW möglich, wodurch 80 Prozent der Ladung innerhalb von 30 Minuten wieder in die Batterie eingespeist werden können.

Beim Design folgt der bZ4X der aktuellen Toyota-Linie mit zahlreichen Kanten, breiten Radhäusern und markigen Lichteinheiten. 2,85 Meter Radstand bedeuten 15 cm mehr als beim konventionellen Toyota RAV4 und ein deutliches Plus an Platz. Im Fond macht sich nicht nur der Längenzuwachs, sondern auch der fehlende Mitteltunnel bemerkbar, der den Füßen mehr Spielraum lässt. Die Kopffreiheit ist auch für Fondpassagiere bis zu einer Körpergröße von 1,90 m üppig, während das Kofferraumvolumen mit 452 Litern deutlich unter dem vieler Wettbewerber liegt. Das riesige Solardach bringt Licht in die Kabine und ist zudem in der Lage, Energie einzufangen, die in die Batterie geleitet wird. Nach Angaben der Toyota-Ingenieure kann dies bis zu 1.800 km zusätzlicher Reichweite im Jahr bringen – wenn die Sonne scheint. (Yamaha entwickelt Wasserstoff-V8 – für einen Autohersteller)

Toyota bZ4X im Gelände
Der Toyota bZ4X schafft auch leichtes Gelände. © Jayson Fong/Toyota

Toyota bZ4X im Test: Das Interieur wirkt nicht sehr hochwertig

Ähnlich gewöhnungsbedürftig wie die Bezeichnung des neuen Hoffnungsträgers präsentiert sich das Armaturenbrett. Das nur sieben Zoll große Digitaldisplay ist, ähnlich wie bei Peugeot, über dem Lenkrad angeordnet und wird von diesem teilweise verdeckt. Um es komplett abzulesen, muss man seine Körper-Position etwas verändern. Besser ist das zentrale 12,3-Zoll-Infotainment in der Mitte, das im Vergleich zu aktuellen Toyota-Fahrzeugen eine klarere Grafik und eine intuitivere Bedienung bietet.

Der neue Drehknopf auf der Mittelkonsole steuert die Gangwahl und auf der rechten Seite lassen sich die verschiedenen Fahrmodi wählen. Deutliches Verbesserungspotenzial hat die Materialqualität, denn vieles ist aus billig wirkendem Hartplastik gefertigt. Zudem fühlt sich der Fahrer zwischen den übermäßig breiten Türverkleidungen und der aufdringlichen Mittelkonsole eingeklemmt – m Gegensatz zu den meisten Elektroautos mit ihren breiten und freien vorderen Sitzreihen. (Toyota: Überraschendes Elektroauto-Patent – Zukunft für Handschalter?)

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Cockpit des Toyota bZ4X
Geschmackssache: Teilweise vom Lenkrad verdecktes Kombi-Instrument, großer Touchscreen in der Mitte. © Jayson Fong/Toyota

Toyota bZ4X im Test: Ausreichende Leistung, ordentliches Drehmoment

Die Maximalleistung der rund zwei Tonnen schweren Allrad-Version wirkt gerade so ausreichend, das Höchsttempo ist auf 160 km/h begrenzt. Das maximale Drehmoment von 336 Nm sorgt dafür, dass der japanische Elektro-Allradler in 6,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigt. Bei der Testfahrt in Spanien hinterließ das steife Fahrwerk sowohl auf der Autobahn als auch auf den kurvenreichen Berg-Straßen einen guten dynamischen Eindruck. Die seitlichen Karosseriebewegungen halten sich in Grenzen, ohne den Komfort auf schlechten Straßen allzu sehr zu beeinträchtigen.

Toyota bZ4X 4x4
Motor/Antrieb2 Elektro/Allrad
Leistung/Drehmoment160 kW (218 PS) / 336 Nm
Länge/Breite/Höhe4,69/1,86/1,65 m
Ladevolumen452 l
Vmax/0–100 km/h160 km/h / 6,9 sek
Normverbrauch/Reichweite15,9 – 19,3 kWh/100 km / 370 – 450 km
Basispreis (150 kW, Frontantrieb)47.950 Euro

Ebenfalls überzeugend: die gut dosierbare Bremse. Es gibt jedoch nur eine Rekuperationsstufe und keine Lenkradpaddel. In der Realität kaum relevant, aber nicht nur für die Positionierung nicht unwichtig: Auch im leichten Gelände konnte der Toyota bZ4X 4x4 zu überzeugen. Die Bodenhaftung auf Schotter ist hervorragend und wenn sich die Straßenverhältnisse verschlechtern, zeigt der Elektrojapaner, dass er selbst mit tiefem Schlamm zurechtkommt. Hilfreich hierfür die rund 30 Zentimeter Bodenfreiheit und eine Wattiefe von 50 Zentimetern.

Mit dem bZ4X legt Toyota einen grundsätzlich gelungenen Elektro-Einstand hin – mit einigen Patzern im Detail. Ob das reicht, um an den Erfolg des konventionellen RAV4 anzuknüpfen, wird sich zeigen. (Joaquim Oliveira/press-inform)

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