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Citroën C4 mit Dreizylinder-Motor im Test: Ein Abstimmungs-Detail überzeugt

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Von: Marcus Efler

Es muss nicht immer elektrisch sein: Seinen C4 bietet Citroën auch als normalen Benziner an. Vor allem in einer Disziplin überzeugt der Kompakt-Franzose.

Rüsselsheim – In der Kompaktklasse dominiert derzeit vor allem der elektrische ë-C4 das Image von Citroën. Doch all jene Kunden, die noch klassisch mit Sprit unterwegs sein möchten, hat die französische Stellantis-Marke nicht vergessen und bietet verschiedene Diesel- und Benzin-Aggregate an – etwa der im Testwagen verbaute 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 96 kW/131 PS. Optisch ist er kaum vom prominenten Stromer zu unterscheiden: Ein klassischer Pkw mit stilistischen Offroader-Anleihen. Ähnlich etwa wie ein Kia XCeed oder ein Ford Focus Active verleihen ihm Kunststoffplanken rund um die Karosserie einen leicht robusten Auftritt.

Trotz erhöhter Bodenfreiheit fällt der Citroën aber immer noch flacher aus als ein Crossover oder SUV, was sich auch in Kombination mit dem Coupé-haften Heck in einer besseren Aerodynamik niederschlägt. So vereint der Franzosen das Beste aus zwei Welten: modische Optik und vertretbare Effizienz. Das Platzangebot vorne wie im Fond ist gut, der Kofferraum im Konkurrenz-Umfeld eher groß, auch wenn das schräge Fließheck vor allem bei der Beladungshöhe Zugeständnisse erfordert. Die Kopffreiheit auf der Rückbank hingegen beeinträchtigt der dynamische Karosserie-Schnitt kaum. (Citroën C3 Aircross im Test: Schickes SUV ist ein Frauen-Versteher – aber kann es auch was?)

Citroën C4, fahrend
Optisch ist der Citroën C4 als Benziner kaum von der Elektroversion zu unterscheiden. © Citroën

Citroën C4 mit Dreizylinder-Motor im Test: Ein Abstimmungs-Detail überzeugt

Überhaupt setzt der Citroën auch im Interieur eigene Akzente. So ist das Cockpit im gefällig zackigen Stil der Marke gehalten und wartet zudem auf der Beifahrerseite mit einer ungewöhnlichen Funktion auf: Über dem Handschuhfach finden sich eine flache Tablet-Schublade und eine herausziehbare Halterung für die portable Unterhaltungselektronik. So kann der Beifahrer während der Fahrt arbeiten oder einen Film schauen.

Während das nicht mehr als ein netter Gag ist, kann sich der Franzose in anderer Hinsicht wirklich wirksam vom Wettbewerb absetzen. Vor allem in dieser Disziplin überzeugt der Franzose, nämlich bei der Fahrwerksabstimmung. Sie fällt extrem komfortabel aus, ohne mit der von früher bekannten Schwammigkeit zu nerven: Hier haben es die Ingenieure natürlich leichter als bei der Akku-Version, deren höheres Gewicht mehr Straffheit verlangt. Die spezielle Kombination aus Federn, Dämpfern und hydraulischen Anschlägen spricht schnell und konsequent auf Unebenheiten an und schwingt sie sanft und wirksam weg. Selbst üble Straßenschäden dringen so kaum zu den Insassen durch. Die Karosseriebewegungen halten sich trotz des langen Federwegs in Grenzen, aber auch die vergleichsweise verbindliche und präzise Lenkung verhindert das Wüstenschiff-Gefühl, mit dem französische Autos noch vor wenigen Fahrzeuggenerationen aufwarteten. Kombiniert mit der guten Geräuschdämmung ergibt sich so ein gelassen-souveränes Fahrverhalten. (Citroën C5 X: Diese populäre Antriebsvariante gibt’s beim neuen Crossover nicht)

Interieur des Citroën C4
Stil trifft Hightech: das Interieur des Citroën C4 © Citroën

Citroën C4 mit Dreizylinder-Motor im Test: Eher komfortabel als sportlich

Für den ausgeprägt sportlichen Geschmack ist der sanfte Franzose dafür eher nichts. Der Dreizylinder entwickelt natürlich bei Weitem nicht den Antritt der elektrischen ë-Version, ist aber auch kein trödeliger Langweiler. Gerade im Alltag bietet er in Verbindung mit der sanft schaltenden Achtgang-Automatik ausreichend Kraft für das Mitschwimmen im Verkehr und gelegentliches Überholen. Wer den Sportmodus wählt, macht ihn eine Idee wacher und schneller in der Beschleunigung, was zumindest im subjektiven Empfinden sogar für eine Spur Dynamik sorgt. Mit einem Alltagsverbrauch von gut sieben Litern liegt der kleine Turbo aber klar über dem offiziellen Wert. Wer einen Sparmotor sucht, kann außer zum Elektro- auch noch zum Diesel-Modell greifen.

Citroën C4 130 Automatik
Motor/Getriebe/AntriebDreizylinder-Benziner / 8-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment\t96 kW (131 PS) / 230 Nm bei 1.750 U/min
Länge/Breite/Höhe4,36/1,83/1,53 m
Vmax/0-100 km/h150 km/h / 9,7 s
Kofferraumvolumen380 – 1.250 l
Normverbrauch/CO2-Emission4,8 l/100 km / 108 g/km
Preis26.600 Euro

In der Anschaffung kann der C4 finanziell in allen Ausführungen durchaus überzeugen. Der offizielle Startpreis von 19.800 Euro ist zwar lediglich ein Lockangebot, mit vernünftiger Ausstattung („Feel“ inklusive LED-Licht, Klimaautomatik und Digital-Tacho) gibt es den Franzosen ab rund 23.000 Euro mit dem 100 PS starken Basis-Benziner. Die gefahrene Variante kostet ab 24.600 Euro, für die Automatik werden noch einmal 2.000 Euro fällig. Damit wäre das Auto dann allerdings schon einen guten Tausender teurer als die in etwa gleich starke Elektro-Variante (minus 9.670 Euro Förderung), für die es aber immer mal wieder sehr attraktive Leasing-Angebote gibt. Trotzdem bleibt die Wahl zwischen Stromer und Dreizylinder vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks. (Von Holger Holzer/SP-X)

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