Mit 1,0-Liter-Dreizylinder

Test Audi A1 Citycarver: Für dieses Auto mit Extras gibt’s auch zwei hiervon

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Seit dem letzten Modellwechsel tritt der Audi A1 optisch stärker auf. Wem das nicht reicht, findet in der Citycarver-Variante eine noch schickere Alternative.

  • Audi A1 mit SUV-Anleihen und höhergelegter Karosserie
  • Angetrieben vom 1,0-Liter-Dreizylinder mit Turbolader und 116 PS
  • Der Testverbrauch pendelte sich bei 6,2 Litern auf 100 Kilometer ein

München – Ein SUV ist schick, hat aber in der Stadt nichts zu suchen? Wer so denkt, könnte im Audi A1 Citycarver das passende Auto finden. Dem Kleinwagen im Offroad-Kleid gelingt der Spagat zwischen kernigem Auftritt und geringem Raumbedarf. Allerdings zu einem hohen Preis.

Der Citycarver hat gegenüber dem normalen Audi A1 mehr Bodenfreiheit.

Audi A1 Citycarver: Mehr Bodenfreiheit und SUV-Anbauteile

Ein wenig Widersprüchlichkeit steckt aber schon in der neuesten A1-Variante. Doch wer dem Gedanken folgen kann, ein dezidiertes Stadtauto mit hoher Bodenfreiheit und robusten Plastikplanken auszustatten, findet ihn im Citycarver handwerklich stimmig umgesetzt. Kommt der kleinste Audi seit dem Neustart 2018 aus Angst vor zu viel Stadtflitzer-Niedlichkeit sowieso schon wie ein kleiner Macho daher, unterstreicht das Geländewagen-Paket den aggressiven Auftritt noch einmal mehr. Vor allem der große schwarze Kühlergrill, wie bei den echten Audi-SUV acht- statt sechseckig ausgeführt, wirbt um Aufmerksamkeit. (SQ7/SQ8: Audi wirft den Topdiesel raus – dieser Motor soll ihn ersetzen) Dazu passt, dass sich das ganze Auto mit seiner leicht höhergesetzten Karosserie (3,5 Zentimeter) sowieso um Achtung heischend nach oben reckt. Auf sensible Naturen mag der Citycarver vielleicht wie ein Gernegroß wirken, objektiv gesehen steht ihm die Schlammpackung aber richtig gut. (Neuer Hyundai i20: Der VW-Polo-Konkurrent schlägt Alarm, wenn DAS passiert)

Die ausgestellten Radhäuser und die Anbauteile im SUV-Stil stehen dem Audi A1 gut.

Audi A1 Citycarver: Die mittlere Motorisierung ist völlig ausreichend

Jenseits von der Optik hat das Ankreuzen der Citycarver-Option allerdings keine spürbaren Auswirkungen. Von der Höherlegung jedenfalls ist auf der Straße nicht viel zu merken, der Kleinwagen liegt wie gewohnt verbindlich auf der Fahrbahn und straff in der Kurve, die Lenkung ist dynamisch, die Bremse gut dosierbar und bei Bedarf zupackend. Für den Antrieb stehen mittlerweile drei Benziner zur Verfügung, im Testwagen tat der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 85 kW/116 PS seinen Dienst. Ordentliche Fahrleistungen, ein leicht kerniger Klang und ein Verbrauch im Sechs-Liter-Bereich machen ihn zum guten Allrounder für Stadt- und Überlandverkehr. (VW T-Roc Cabrio im Test: Dieses 1000-Euro-Extra ist unnötig)

Wer ausschließlich in der City unterwegs ist, dem reicht vielleicht auch sein kleiner Bruder mit 70 kW/95 PS. Wer es permanent eilig hat, ist mit dem 110 kW/150 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder besser bedient. Den 2,0-Liter-Motor mit 147 kW/200 PS gibt es bislang nicht in Kombination mit der Citycarver-Ausstattung, sondern ausschließlich für das sportlich gestaltete „S-Line“-Modell. (Horror-Crash im Q7 – Familie unverletzt: „Werde den Audi-Ingenieur ...“)

Die Marke Audi
HauptsitzIngolstadt
Gründungsjahr1909
ChefMarkus Duesmann
Bekannteste ModelleA3, A4, A6, A8, Q3, Q5, Q7
Ausgelieferte Fahrzeuge 20191.845.550

Wovon ein Designer-Modell wie der Citycarver besonders profitiert, ist der sehr wertige Innenraum des A1. Materialauswahl, Verarbeitung und Ergonomie des fahrerzentrierten Cockpits zählen immer noch zu den Besten in dieser Klasse. Mit dem nötigen Kleingeld kann man sogar für echtes Luxus-Flair sorgen. Womit wir auch bei der herausstechenden Schwäche des kleinen Audis wären: das extrem hohe Preisniveau, auf das der Citycarver mit zahlreichen Extra-Ausstattungspaketen noch einmal einen draufsetzt. (Facelift: Der Audi Q5 fährt jetzt auf der „grünen Welle“ – aber leider nicht überall)

Das Cockpit zählt in puncto Verarbeitung und Ergonomie zum besten im Kleinwagen-Segment.
Audi A1 Citycarver 30 TFSI
Länge/Breite/Höhe4,05/1,76/1,46 Meter
Hubraum999 ccm
Leistung85 kW/116 PS
Drehmoment200 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h9,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit198 km/h
Normverbrauch5,4 Liter/100 km
Testverbrauch6,2 Liter/100 km
Grundpreis23.005 Euro

So liegt der Basispreis des Testwagens bereits bei selbstbewussten 23.005 Euro, fertig zusammengestellt – zugegebenermaßen geschmackvoll und großzügig – kommt er auf 34.430 Euro. Wohlgemerkt: Es handelt sich in diesem Fall noch nicht um die Spitzenmotorisierung, eine Automatik ist ebenfalls nicht im Preis inbegriffen. Für dasselbe Geld gibt es zwei VW Polo in der Basismotorisierung mit ein paar Extras. Und immerhin ist der Wolfsburger der technisch weitgehend identische Modellbruder. (Ex-Chef von VW und Porsche: Matthias Müller kassiert 2700 Euro Rente – pro Tag!)

Wer sich an dem extremen Preisniveau nicht stört, findet im Citycarver eine stimmig gestylte Alternative zum normalen A1. Mit allen bekannten Tugenden des Grundmodells – vom agilen Fahrverhalten über das gute Raumangebot bis hin zum edel möblierten Cockpit. (Von Holger Holzer/SP-X)

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