Boosterjet-Mild-Hybrid im Test

Suzuki SX4 S-Cross: Der Hybrid bietet viel fürs Geld, aber diese Sicherheits-Extras fehlen

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Die erfolgreiche Rezeptur von Suzuki basiert auf einfachen Grundzutaten: kleine, verbrauchsarme Motoren, Verzicht auf unnötigen Schnickschnack im Innenraum, dafür Allrad und reichlich Ausstattung zum fairen Preis. Wie dieses Rezept der Japaner beim SX4 S-Cross aufgeht, haben wir getestet.

  • Vom SX-4 S-Cross steht aktuell das Facelift der zweiten Generation bei den Händlern
  • Das Crossover ist ab 24.116 Euro zu haben, der Hybrid beginnt bei 27.089 Euro
  • Der Teilzeitstromer leistet 129 PS, entwickelt ein maximales Drehmoment von 235 Newtonmetern

München – Seine Premiere hatte der SX4-S Cross schon im Jahr 2013. Getreu dem Motto „Ein bisschen Kleinwagen und ein bisschen Gelände“ entpuppte sich das in Ungarn produzierte Multitalent als Alternative für all diejenigen, denen ein SUV für den alltäglichen Gebrauch zu teuer, zu unhandlich oder schlicht zu groß ist. Mit dem Facelift der zweiten Generation im Jahr 2018 schmückten die Japaner den Crossover mit mehr Chrom am Grill und verpassten ihm zeitgemäße Scheinwerfer und ein neues Sechsgangschaltgetriebe. Beim Antrieb blieb es bei der (in der Klasse der Crossover) nicht mehr oft möglichen Auswahl zwischen Front- und Allradantrieb – wobei der japanische Hersteller mit seiner 40-jährigen Allradkompetenz schon allein in Deutschland zeigt, dass in diesem Segment die Nische 4x4 für kleines Geld durchaus Zuspruch findet.

Optisch bietet der 4,30 Meter lange Crossover eine ganze Menge: Das „Sphere Blue Pearl Metallic“ genannte Blechkleid kostet zwar 536 Euro extra, macht den SX4 aber zum Eyecatcher nicht nur im grünen Gras. Der präsente Kühlergrill mit seinen senkrechten Streben und der angedeutete Unterfahrschutz, der vor ungewollten Kratzern schützt, assoziieren ebenso wie die erhöhte Bodenfreiheit Kompetenz im Gelände. Drinnen geht es gleich weiter mit den Gedankenspielen um Freiheit und Abenteuer: Man sitzt erhöht mit einem guten Überblick auf das Geschehen vor der Motorhaube. 2,60 Meter Radstand bieten bis zu fünf Personen genug Platz für Beine und Köpfe – auch hinten, und das trotz oder vielleicht gerade wegen der nur sanft abfallenden Dachlinie, die das Coupé-Hafte des Crossovers aufblitzen lässt. (Suzuki Swift: Preise, Ausstattungsvarianten, Technische Daten - alles rund um den japanischen Kleinwagen)

Suzuki
SitzHamamatsu (Japan)
Gründung1909
VorstandsvorsitzenderOsamu Suzuki
Bekannte ModelleSwift, SX4 S-Cross, Vitara, Jimny
Verkaufte Fahrzeuge 20192,9 Millionen

Suzuki SX4 S-Cross: Front- oder Allradadntrieb – immer mit Handschaltung

Im Innenraum zeigt sich der strategische Mix von Suzuki: Kunststoff, aber nicht die preiswerteste Sorte, ein akzeptables, aber nicht überdimensioniertes Infotainment mit intuitivem Touchscreen und den nötigsten Funktionen sowie Integrationsmöglichkeiten für das eigene Smartphone.

Klar, aufgeräumt und von guter Qualität – der Innenraum.

Auf inzwischen gängige Helfer wie zum Beispiel Spurhalte- oder Totwinkelassistent verzichtet Suzuki, immerhin sind Berganfahrhilfe, Einparkhilfe hinten und vorne und eine Rückfahrkamera an Bord. Weitere praktische Aspekte: Für Krimskrams bietet der kleine Japaner reichlich Platz in zweckmäßig ausgeführten Ablagen, auf das Gepäck wartet hinter einer problemlos zu überwindenden Ladekante Platz von mindestens 430 Litern, bei Bedarf lassen sich daraus respektable 1.269 Litern zaubern.

Den SUV-artigen Charakter unterstreichen die 180 Millimeter hohe Bodenfreiheit und die betonten Radkästen.

Unter der Haube des Suzuki SX4 S-Cross arbeitet nach dem lautlosen Verschwinden des günstigen Ein-Liter-Basismotors (mit 111 PS) ausschließlich der neue 1,4 Liter-Turbo-Benziner als 129 PS starkes Aggregat, das serienmäßig mit einem 48-Mild-Hybrid-System kombiniert ist. Der Turbobenziner bietet zwar nicht mehr die bisherige Leistung von 140 PS, sondern nur noch 129 PS. Dafür soll die elektrische Energie jetzt für mehr Schwung bei der Beschleunigung sorgen und der Verbrauch um bis zu 21 Prozent (nach NEFZ) niedriger ausfallen. Immerhin bleibt bei der motorischen Monokultur noch die Wahl zwischen Front - oder Allradantrieb. Aber zum Sechsgangschaltgetriebe gibt es bei beiden Antriebsarten (noch) keine Alternative. (Suzuki Ignis: Club, Comfort, Basic - das japanische Mini-SUV und seine Ausstattungsvarianten)

Suzuki SX-4 S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid: Spritzig dank „Torque Fill“-Funktion

Der Turbo-Vierzylinder mit Namen Boosterjet entpuppt sich als echte Überraschung. Mit seinen 129 PS und einem maximalen Drehmoment von 235 Newtonmetern geht es recht spritzig zur Sache. Der in das Mild-Hybrid-System integrierte Startergenerator unterstützt als zehn kW starker Elektromotor den Benziner tatkräftig nicht nur beim Anfahren, sondern auch beim Beschleunigen. Agil durcheilt er Kurven den Berg hinauf und wartet eifrig auf jeden Gasbefehl, den er dank der „Torque Fill“-Funktion, die bei niedriger Drehzahl zusätzliches Drehmoment bereitstellt, schnell in eine Menge Fahrspaß umsetzt. „Torque Boost“ nennt Suzuki die Funktion, die so lange unterstützt, bis der Turbolader bei etwa 2.000 Umdrehungen anspricht, und so für eine gleichmäßigere Beschleunigung sorgt. Bei nicht unbedingt immer vernunftsbetonter Fahrweise genehmigte sich unser Testwagen in einem gängigen Mix von Stadt, Landstraße und Autobahn im Schnitt knapp sechs Liter anstelle der von Suzuki angegebenen 4,9 Liter. (ADAC-Pannenstatistik-2020: Neben Deutschland überzeugt auch dieses Herstellerland)

Der SX4 S-Cross wird unter anderem auch in Ungarn gebaut. Das Werk dort feierte unlängst das 3,5-millionste Auto seit seiner Einweihung 1991:

Suzuki SX-4 Cross 1,4 Boosterjet Allgrip Comfort Hybrid: Die technischen Daten

  • Länge / Breite / Höhe: 4,30 / 1,78 / 1,58 Meter
  • Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner, 48-Volt-Hybrid-System
  • Hubraum: 1.373 ccm
  • max. Leistung: 95 kW/129 PS bei 5.500 U/min
  • maximales Drehmoment: 235 Nm bei 2000–3000/min
  • Getriebe: manuelle Sechsgangschaltung
  • 0 bis 100 km/h: 10,2 s
  • Vmax: 190 km/h
  • Normverbrauch (NEFZ): 4,9 l/100 km
  • CO2-Emission: 110 g/km
  • Preis: ab 27.089 Euro

Den Suzuki SX4 Hybrid S-Cross Comfort gibt es ab 27.089 Euro. Mit an Bord sind dann unter anderem eine Sitzheizung vorne, eine Rückfahrkamera, Privacy-Glas sowie das schlüssellose Keyless-Start-Zugangssystem. Für Unterhaltung sorgen das Audiosystem mit sechs Lautsprechern und bei Bedarf die Smartphone-Anbindung per Apple Car Play und Android Auto. (Von Solveig Grewe/Global Press)

Rubriklistenbild: © Suzuki

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