Japanisches Allrad-SUV im Test

Subaru Hybrid XV 2.0ie: dieser Makel am e-Boxer zügelt den Gasfuß

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der kompakte XV gehört zu den Bestsellern bei Subaru. Er ist nun auch als Hybrid-Version erhältlich. Natürlich mit einem Boxermotor und Allrad.

  • Der Subaru XV 2.0ie kombiniert einen Boxermotor mit einem Elektromotor
  • Beim Verbrauch bringt das System dem Japaner allerdings kaum Vorteile
  • Ein Makel am Subaru XV e-Boxer zügelt den Gasfuß

Tokio – Der Subaru XV, der seit 2018 in der zweiten Generation erhältlich ist, gehört mit dem Subaru Forester zu den beliebtesten Subaru-Fahrzeugen in Europa und Deutschland. Kein Wunder also, dass beide Fahrzeuge die CO2-Einspar-Vorreiterposition im Subaru-Portfolio einnehmen. Wie der größere, 4,63 Meter lange Forester ist auch der 4,47 Meter lange XV seit März als sogenannter e-Boxer erhältlich. Kunden müssen für diese XV-Variante mindestens 30.690 Euro investieren. Der Lohn soll ein günstiger Verbrauch und damit geringe CO2-Emissionen sein. 

Subaru XV 2.0ie: Der Japaner kombiniert einen 150-PS-Boxermotor mit einem 16,7-PS-Elektromotor

Beim e-Boxer handelt es sich um ein Hybrid-System. Die Japaner kombinieren in dem SUV den bekannten, aber modifizierten 110 kW (150 PS) starken 2,0-Liter-Boxermotor (Boxermotor: 120 Jahre Geschichte – gegeneinander gut arbeiten) mit einem Elektromotor, der 12,3 kW (16,7 PS) leistet. Dazu gibt es eine kleine 0,6 kWh-Batterie, die rein elektrisches Fahren für bis zu 1,6 Kilometer ermöglichen soll. Der E-Motor ist beim Subaru XV platzsparend im Gehäuse des CVT-Getriebes untergebracht. Die Lithium-Ionen-Batterie sowie die weiteren Bestandteile des Hybridsystems sind unterhalb des Kofferraums in einem speziellen Sicherheitskäfig platziert.

Subaru XV 2.0ie: Unbefestigte Wege sind für den Allradler kein Problem.

Im Fahralltag brauchte es immer ein wenig, bis sich das System auf eine Zusammenarbeit aller Komponenten geeinigt hatte. Morgens beim Losfahren übernahm bei unserem Testwagen – auch bei vollem Akku – sofort der Verbrenner. Einmal warm geworden, agierte das Hybrid-System jedoch unauffällig. Im Teillastbetrieb, etwa beim Ausrollen vor einer roten Ampel, kam der E-Motor ins Spiel. 

Subaru XV 2.0ie: maximal sind 1,6 Kilometer elektrische Reichweite drin

Zwar können bis Tempo 40 maximal 1,6 Kilometer elektrisch zurückgelegt werden, doch der Subaru XV wechselt nach kurzer Zeit in den Verbrennermodus zurück. Einen Schalter, um ein rein elektrisches Fahren zu aktivieren, gibt es nicht. Die animierte Grafik im acht Zoll großen Display veranschaulicht das Wechselspiel zwischen Verbrenner, E-Motor und Batterie. Man sieht auch, wenn das System rekuperiert, der Akku also mittels Bremsenergie wieder nachgeladen wird. 

Der Subaru XV hat als E-Boxer einen kleineren Tank und einen kleineren Kofferraum.

Unter Volllast dagegen ist der Boxer alleine für den Vortrieb zuständig. Allerdings gewöhnt man sich – ähnlich wie beim Subaru Forester – schnell einen sanften Gasfuß an. Grund dafür ist das CVT-Getriebe. Dieses agierte zwar beim gut 150 Kilogramm leichteren Subaru XV souveräner als beim fast 1,7 Tonnen schweren Forester, doch werden Versuche, schnell zu beschleunigen, von dem stufenlosen Getriebe durch nerviges Ansteigen der Lautstärke ausgebremst. Der Motor dreht maximal hoch, das Getriebe folgt anschließend mit der Anpassung der Übersetzung – ein Effekt, wie man ihn früher von den Toyota-Hybriden kannte. Meidet man Steigungen und Sprintabenteuer, bleibt es ruhig.

Die Marke Subaru
HauptsitzTokio
Gründungsjahr1953
ChefYasuyuki Yoshinaga
Bekannteste ModelleForester, Outback, XV
Ausgelieferte Fahrzeuge 2019987.283

Subaru XV e-Boxer: beim Verbrauch hält sich der Japaner nicht zurück

Weniger zurückhaltend war der Durst des Subaru XV. Trotz eines überwiegend gemäßigten Fahrstils flossen durchschnittlich 8,2 Liter durch die Leitungen. Ist man auf der Autobahn schneller unterwegs, nähert sich der Verbrauch der Zweistelligkeit. Den Normverbrauch gibt Subaru für den Allradler mit 6,5 Litern an. 

Die Verarbeitung im Subaru XV 2.0ie ist tadellos.

Apropos Allrad: Der Subaru XV ist kein weichgespülter Schönwetter-Crossover. Wer will und darf, kann sich ins Gelände trauen. Immerhin bietet der kompakte Japaner 22 Zentimeter Bodenfreiheit. Die kurzfristige E-Unterstützung, die ja vom Start weg mit zusätzlichen 66 Nm aufwartet, verleiht dem ohne Turbounterstützung auskommenden Boxermotor einen gewissen Extra-Punch. Natürlich nicht für lange, aber beim Rangieren im Gelände hilft der E-Motor dabei, kleinere Hindernisse ganz geschmeidig zu überwinden. 

Subaru XV e-Boxer: die Hybrid-Technik kostet einen ordentlichen Aufschlag

Ob für den Einsatz im Wald jedoch der e-Boxer nötig ist, dürfte eine Sache des Kontostands sein. Subaru bietet den XV auch mit einem 84 kW (114 PS) starken 1,6-Liter-Boxermotor an, der sich im Schnitt 6,9 Liter genehmigt. Der Verzicht auf die ausgefuchste Hybridisierung spart je nach Komfortlinie 7.000 Euro („Trend“) oder 8.200 Euro(„Comfort“). Auch wenn der e-Boxer im Detail etwas besser ausgestattet ist, so ist die Preisdifferenz doch groß. Für den 1.6er spricht auch der größere Tank mit 63 Litern. In den e-Boxer-Tank passen nur 48 Liter hinein. Auch beim Kofferraumvolumen müssen Käufer des e-Boxers Abstriche machen. Statt 385 bis 1.310 Liter stehen nur 340 bis 1.193 Liter zur Verfügung. 

Das Platzangebot ist im Subaru XV guter Durchschnitt, die Verarbeitung tadellos. Der von uns gefahrene Testwagen in der Platinum-Ausstattung (ab 37.290 Euro) hat fast alles an Bord, was die Subaru-Preisliste hergibt. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Leder, Navi, 18-Zöller, elektrisches Glasschiebedach und ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz. Aber auch die Basis-Linie „Trend“ bietet schon viele Ausstattungsdetails. Spätestens das zweite Komfortniveau „Active“ (ab rund 34.000 Euro) dürften die meisten Ausstattungswünsche erfüllen. 

Von Elfriede Munsch (SP-X)

Rubriklistenbild: © Hersteller

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