Crossover aus Tschechien

Škoda Octavia Scout im Test: Unbefestigte Wege machen Spaß – woanders hakt’s

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der Škoda Octavia Scout fristet ein Nischendasein im Schatten des Octavia Combi. Doch die Stelzen-Version des tschechischen Raumwunders hat durchaus ihre Vorteile.

Mladá Boleslav – Darf’s ein bisschen mehr sein? Beim Škoda Octavia Scout ist die Antwort auf diese Frage klar: Ja, gerne! Das fängt schon bei der Optik an. Der Crossover kommt 15 Millimeter höher daher und ein paar Anbauteile wie der Unterbodenschutz verleihen dem Tschechen eine „SUVige“ Optik. Wer also gerne etwas höher sitzt und nicht ganz rustikal in einem ausgewachsenen Geländewagen durch die Innenstädte rollen will, liegt beim Scout richtig. Schließlich ist der Kombi mit einer Länge von 4,70 Metern immer noch genug Trumm von Auto.

Erhöhte Bodenfreiheit und Allradantrieb machen den Škoda Octavia Scout fit für leichte Geländeeinsätze.

Škoda Octavia Scout im Test: Unbefestigte Wege machen Spaß – woanders hakt’s

Das Plus von rund einem Zentimeter gegenüber dem Normalo-Combi ist den Stoßfängern an Front und Heck geschuldet. Damit der Scout nicht zu einem stelzigen Papiertiger mutiert, haben die Škoda-Manager dem Wagen den Zweiliter-Diesel mit 147 kW (200 PS) und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern spendiert, den es aktuell beim regulären Combi weder für Geld noch für gute Worte gibt. Laut Datenblatt soll das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern zwischen 1,750 und 3.500 U/min anliegen. Klingt gut und verspricht eine entspannte Fahrbarkeit. Die Realität ist eine andere: Das aufgeladene Triebwerk leidet offenbar unter den strengen Abgasemissionen. Beim Anfahren ist unterhalb von 2.500 U/min eine deutliche Antrittsschwäche zu spüren. Auch unterwegs ist die etwas zugeschnürte Kraftentfaltung aus dem Drehzahlkeller heraus vorhanden. Gut Ding will eben Weile haben. (Fahrbericht Škoda Octavia RS Limousine: So markant sind die Unterschiede zur Plug-in-Variante)

Der 4,70 Meter lange Škoda Octavia Scout bietet ein Ladevolumen von 640 bis 1.700 Litern.

Škoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4 im Test: Offroad-Fahrmodus hilft im Gelände-Einsatz

Der Malus wird am besten durch den Sportmodus kaschiert, in dem das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aggressiver agiert, die Gänge weiter ausdreht und so das Drehzahlniveau generell höher ist. Das geht natürlich auf Kosten des Verbrauchs, den Škoda mit 5,1 l/100 km angibt. Wir kamen bei unserer Testfahrt auf 6,6 l/100, waren sowohl auf Autobahnen, Landstraßen, aber mit einem etwas größeren Anteil in der Stadt unterwegs. Da schlägt sich der Scout ähnlich souverän wie der Combi – mit den genannten Einschränkungen.

Damit der Škoda Octavia Scout zumindest einen Hauch von tschechischer G-Klasse verströmt, bringt ein Allradantrieb die Kraft auf den Boden, der auch unbefestigt sein darf. Wenn es ins Gelände geht, ist der Offroad-Fahrmodus eine gute Wahl, bei dem zum Beispiel das ABS mit anderen Bremsintervallen eingreift, damit sich vor den Rädern ein bremsender Erdkeil bildet, und die Antriebsschlupfregelung ASR größeren Schlupf erlaubt. Dass vier Räder angetrieben werden, hilft auch im Alltag, auf rutschigem Untergrund oder in schnellen Kurven. Eine leichte Neigung zum Untersteuern gehört beim Škoda Octavia Scout zum gutmütigen Geschäft. Die Stärke des Stelzen-Kombis liegt aber eher im engagiert entspannten Kilometerfressen, da fällt auch die etwas synthetische Lenkung nicht allzu sehr ins Gewicht. Die adaptiven Dämpfer können in bekannter VW-Manier feinjustiert werden und sorgen so für den gewünschten Komfort. Wenn man alles aus den 200 PS rausholt, ist in 6,8 Sekunden Landstraßentempo erreicht und weiter geht’s bis 230 km/h. (Opel Insignia Sports Tourer 2.0 GSi 4x4 im Test: Klasse Alltagsauto – wenn der Verbrauch niedriger wäre)

Im Innenraum unterscheidet sich der Scout nicht wirklich von dern anderen Varianten des Škoda Octavia.

Škoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4 im Test: Der Gelände-Kombi bietet viel Platz

Im Škoda Octavia Scout lässt sich genauso gut und entspannt reisen wie im Combi. Platz ist ohnehin genug vorhanden und der Kofferraum mit einem Volumen von 640 Litern bis 1.700 Litern opulent groß hat auch in Maximalkonfiguration eine ebene Ladefläche. Die Sitze sind bequem und der Stoffbezug namens Thermoflux verbreitet zusammen mit dem Holzdekor eine angenehme Atmosphäre. Das Material auf den Sitzbahnen soll luftdurchlässig sein, also dürften auch an heißen Sommertagen Schwitzanfälle nicht häufig vorkommen. (Neuer Škoda Fabia 1.0 TSI: Darum wird der Kleinwagen seine Konkurrenz ordentlich aufmischen)

Technische Daten Škoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4
Motor/Getriebe/Antrieb2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, 7-Gang-Automatik, Allradantrieb
Leistung/Drehmoment147 kW (200 PS) / 400 Nm bei 1.750 bis 3.500 U/min
Länge/Breite/Höhe4.703 / 1.829 / 1.487 mm
Leergewicht1.766 kg
Vmax/0–100 km/h230 km/h / 6,8 s
Ladevolumen640 – 1.700 Liter
Normverbrauch5,1 l/100 km
CO2-Ausstoß135 g/km
Basispreis41.230 Euro

Škoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4 im Test: Das kostet er in der Basis – Benziner folgt

Das Infotainment mit dem 10-Zoll-Touchscreen, dem 10,25 Zoll großen virtuellen Cockpit sowie dem Head-up-Display entspricht dem der anderen Octavia-Varianten. Das Gleiche gilt für die Fahrassistenten wie adaptiver Tempomat, Totwinkel-Warner oder Spurhalte-Assistent. Serienmäßig ist der Octavia Scout mit Voll-LED-Matrixscheinwerfer und LED-Nebelscheinwerfer ausgestattet. Allerdings hat die Top-Version des Škoda Octavia Scout mit 41.230,00 Euro auch einen strammen Basispreis, unser gut ausgestatteter Testwagen schlägt mit 47.799,03 Euro zu Buche. Wer unbedingt einen Benziner will, muss sich noch etwas gedulden, der Skoda Octavia Scout 2,0 l TSI 4x4 mit DSG-Getriebe und 140 kW (190 PS) wird noch folgen. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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