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Škoda Kodiaq RS im Test: Das kann der neue Motor des Power-SUV

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Von: Marcus Efler

Das ist ungewöhnlich bei einer Modellpflege: Škoda ersetzt im Topmodell des Kodiaq den Diesel durch einen Benziner. Das kann der neue Motor des Power-SUV.

Mladá Boleslav (Tschechien) – Nach der Corona-Zeit ist Diät angesagt, um die Home-Office-Pfunde purzeln zu lassen. Das bedeutet zumeist Verzicht am Esstisch und dafür viel Sport. Da geht es bei einem Automobil wie dem Škoda Kodiaq RS schon einfacher: mal eben den Zweiliter-Diesel raus und einen Benziner rein. Schwups, sind rund 60 Kilogramm verschwunden. Einfach so. Wenn dann das neue Herz mit immerhin 245 PS und einem maximalen Drehmoment von 370 Newtonmetern kein Schwächling ist, dann ist die Transplantation schon mal gelungen. Zumindest auf dem Papier. Den Techniker freut’s: „Ich bin froh, dass der RS einen Benziner bekommen hat“, sagt Chassis-Ingenieur Vratislav Kozub. Offenbar neigt sich die Diesel-Ära im Volkswagen-Konzern so langsam wirklich dem Ende zu. (Auch VW verkündet Verbrenner-Aus: Bald ist endgültig Schluss)

Škoda Kodiaq RS, fahrend
SUV im Sport-Trim: der erneuerte Škoda Kodiaq RS © Hans-Dieter Seufert/Škoda Auto

Škoda Kodiaq RS im Test: Das bringt der neue Motor des Power-SUV

Klar: Weniger Gewicht auf der Vorderachse macht das Wedeln leichter. Auch bei einem Fahrzeug, das rund 1,8 Tonnen schwer ist. Schließlich ist man auch mal auf Landstraßen unterwegs und dort agiert dieser RS deutlich leichtfüßiger als sein Vorgänger – auch ohne ein ausgewiesener Querdynamiker zu sein. Trotzdem fährt es sich entspannt um die Kurven. Dabei hilft der traktionsfördernde Allradantrieb in Kombination mit der elektronischen Querdifferenzialsperre (XDS+) an der Vorderachse, die letztendlich nichts anderes als ein erweitertes ESC ist. Das Zusammenspiel des Duos bringt den gewünschten Effekt: Der Kodiaq RS lenkt freudig ein, zieht neutral seine Bahn, kann aber seine Neigung zum Untersteuern bei höheren Tempi nicht ganz wegregeln. (Neuer Škoda Fabia vorgestellt: Verpassen die Tschechen einen Trend?)

Škoda Kodiaq RS stehend, von schräg hinten
Nach dem Facelift optional mit Voll-LED-Rückleuchten: der Škoda Kodiaq RS © Hans-Dieter Seufert/Škoda Auto

Škoda Kodiaq RS im Test: Das Power-SUV mag hohe Drehzahlen

Komfort wird beim Tschechen großgeschrieben, was sich vor allem bei den Fahrprogrammen Eco, Comfort und Normal zeigt. Aber selbst im Sport-Modus, bei dem die Dämpfer deutlich straffer eingestellt sind, wird es nicht allzu ruppig. Allerdings dürfte der übertriebene Motorklang im Dynamikmodus nicht jedermanns Sache sein. Vor allen Dingen, da man diesen im Sport-Modus nicht deaktivieren kann. Das geht nur im Individualprogramm, das sonst allerdings nicht sehr viele Einstellmöglichkeiten bietet – schließlich hat das Škoda-SUV schon vier Jahre auf dem Buckel, und zu tief wollte man nicht in die Technik eingreifen. Dennoch ist die Spreizung zu spüren. Wenn man mit dem Kodiaq RS flott unterwegs sein will, tut man gut daran, dem Vierzylinder ein paar Extra-Drehzahlen zu schenken. Durch die Akustikverglasung in den vorderen Türen bekommt man die erhöhte Kraftanstrengung des Triebwerks zwar mit, aber die Dämmung macht eine Unterhaltung in Zimmerlautstärke möglich. (Škoda Enyaq iV Sportline 80x im Test: Das macht das E-SUV anders als VW und Co.)

Interieur des Škoda Kodiaq RS
Beim Interieur des Škoda Kodiaq RS hat sich nicht viel verändert. © Škoda Auto

Škoda Kodiaq RS im Test: Das Platzangebot bleibt eine der Stärken

Ansonsten erledigt das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe seinen Job wie üblich unaufgeregt. So absolviert der Kodiaq RS den Standardsprint von null auf 100 km/h in flotten 6,5 Sekunden und ist bis zu 234 km/h schnell. Aber auch das Benzinsparen steht bei diesem RS hoch im Kurs, wie die aerodynamisch geformten Felgen zeigen. So soll der Kodiaq RS 8,9 Liter pro 100 Kilometer brauchen. Wir kamen bei unserer ersten Testfahrt auf 9,5 l/100 km. Unverändert gut bleibt das Platzangebot. Bei einer Länge von 4,70 Metern kann man sich in beiden Sitzreihen gut ausbreiten. Dazu kommt ein Kofferraum, der 765 Liter fasst. Versenkt man die dritte Sitzreihe im Boden und legt die Rückenlehnen der zweiten Bank um, wächst das Volumen auf üppige 2.065 Liter. Am 9,2-Zoll-Touchscreen erkennt man die vorherige Generation des Infotainments, das allerdings seine Aufgabe problemlos erfüllt. Das Smartphone ist ruckzuck eingebunden und wer will, nutzt Apple CarPlay oder Android Auto. Die Bedienung ist nicht mit Gewalt auf Digital Natives getrimmt, was kein Nachteil sein muss. Zum einen findet man sich gut zurecht, zum anderen vermisst man bahnbrechende Erfindungen wie die Regenrinnen zum Regulieren der Lautstärke nicht wirklich.

Technische Daten Škoda Kodiaq RS
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner / 7-Gang-Doppelkuppl. / Allrad
Leistung/Drehmoment180 kW (245 PS) / 370 Nm bei 1.600 – 4.300
Länge/Breite/Höhe4,70/1,88/ 1,67 m
Kofferraumvolumen765 – 2.065 l
Vmax/0–100 km/h234 km/h / 6,5 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoß8,9 l/100 km / 203 g/km
Preis48.990 Euro

Ein paar Neuigkeiten gibt es dennoch. Wie alle anderen Kodiaq-Modelle bekommt auch der RS LED-Matrix-Scheinwerfer und auf Wunsch ergonomische Sitze mit Belüftung und Massagefunktion. Das Gestühl ist auf jeden Fall langstreckentauglich und sehr bequem. Die Belüftung hilft bei der Sommerhitze, die Massagefunktion ist jetzt kein zwingendes Must-have. Für den Preis von 48.990 Euro sind unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaanlage, beheizbare Vordersitze und das adaptive Fahrwerk dabei. Dagegen kosten solch sinnvollen Ergänzungen wie Seitenairbags hinten inklusive eines proaktiven Insassenschutzes 460 Euro Aufpreis. Die psychologische Marke von 50.000 Euro ist mit dem Škoda Kodiaq RS also schnell durchbrochen. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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