Mini-SUV als 1.5 TSI DSG

Škoda Kamiq im Test: Diese Option sollten Sie sich lieber sparen

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Im VW-Konzern hat Škoda schon längst die Rolle der cleveren Marke übernommen. Nicht unbedingt wegen der Preise – die im Wettbewerbsvergleich durchaus nicht mehr so günstig sind –, aber die Tschechen bauen einfach gute Autos. So wie den Kamiq, das kleinste SUV der Marke.

  • SUV mit 4,24 Meter Außenlänge zwischen Klein- und Kompaktwagen-Segment
  • Der 1,5-Liter-Benziner wirkt im Škoda Kamiq zum Teil leicht antriebsarm
  • Das Fahrwerk weist einen guten Kompromiss aus Komfort und Dynamik auf

München – Kamiq, Karoq und Kodiaq: der Gleichklang dieser Namen deutet schon darauf hin, dass die Fahrzeuge etwas gemeinsam haben: Es handelt sich stets um SUVs. Während der Kodiaq mit seiner Länge von 4,70 Meter in der Mittelklasse auf Kundenfang geht und der Karoq sich mit seinen 4,38 Meter im gut gefüllten Kompaktsegment tummelt, macht sich der kleinere Kamiq als neuestes Modell seit rund zehn Monaten im SUV-Kleinwagensegment lang. Und das „lang“ darf man getrost wörtlich nehmen, denn Škoda bleibt auch hier seiner ausgefeilten Strategie treu, sich eher zwischen den traditionellen Segmenten als in ihnen zu bewegen. Für das kleinste SUV des Trios heißt das, mit 4,24 Metern eigentlich schon in die Kompaktklasse zu schielen. (Škoda Slavia: Der neue Spider macht Lärm – schuld ist nicht allein der Motor)

Mit einer Außenlänge von 4,24 Metern reicht der Škoda Kamiq schon fast in die Kompaktklasse.

Škoda Kamiq: Kleinwagen-Basis mit Kompaktklasse-Platzangebot

Der Vorteil dieser Strategie liegt auf der Hand: Der Kamiq bietet im Vergleich zu vielen Wettbewerbern viel Platz – vorn sowieso, aber auch auf der Rückbank. Hinzu kommt ein alltagstauglicher Kofferraum mit 400 Litern Fassungsvermögen – für die Urlaubsfahrt zu zweit auf fast 1.400 Liter erweiterbar. Und wer mal einen besonders langen Gegenstand zu transportieren hat: Die Beifahrerlehne ist umklappbar. Da fragt man sich nur, warum die cleveren Tschechen anders als VW beim deutlich kürzeren T-Cross nicht auch eine verschiebbare Rückbank eingebaut haben. (Video: Führerloser Škoda Fabia rast auf Menschengruppe zu – dann passiert DAS)

Bei umgeklappten Rücksitzen steigt das Kofferraumvolumen von 400 auf 1.400 Liter.

Apropos clever: Obwohl nicht neu, erfreut man sich als Tester immer wieder an den vielen durchdachten Lösungen für den Alltag, mit denen auch der Kamiq aufwartet. So gibt’s sowohl den lieb gewonnenen Regenschirm in der Tür der Fahrerseite, den Eiskratzer im Tankdeckel, den Tickethalter an der Frontscheibe, die Taschenlampe im Kofferraum oder den integrierten Trichter zur vereinfachten Nachfüllung von Scheibenwasser. Manche dieser Helferlein sind aufwendiger, andere kosten im Großeinkauf wohl nur ein paar Cent. Doch alle tragen aber dazu bei, das selbstkreierte Image der Marke („simply clever“) zu unterstreichen und dem Besitzer des Fahrzeugs das Gefühl zu geben, dass man sich um ihn und seinen Komfort Gedanken gemacht hat. Die ebenfalls praktischen Features „Abfalleimer“ und „Türkantenschutz“ müssen hingegen extra bezahlt werden. (Škoda Octavia Combi: Warum der Neue nun in Baustellen sicherer unterwegs ist)

Škoda Kamiq: Hier wirkt der 1,5-Liter-Benziner leicht antriebsarm

Zurück zum kleinsten „K“ in der SUV-Flotte von Škoda. Unser Testwagen war mit dem 1,5-Liter-Benziner ausgestattet, dieser Motor wurde sozusagen nachgeschoben. Zum Marktstart im letzten Herbst standen neben einem 1,6-Liter-Diesel (85 kW/115 PS) nur die beiden aus zahlreichen Modellen des VW-Konzerns bekannten 1,0-Liter-Benziner zur Verfügung. Die Dreizylinder leisten 70 kW/95 PS oder 85 kW/115 PS. Der 1,5-Liter stellt dagegen nicht nur 110 kW/150 PS zur Verfügung, sondern auch ein Drehmoment von 250 Newtonmetern, das zudem fast über das gesamte im Alltag genutzte Drehzahlband anliegt. (Škoda Octavia RS jetzt auch als Plug-in-Hybrid – doch die Elektrifizierung hat ihren Preis)

Der Škoda Kamiq wandelt zwischen dem Kleinwagen- und Kompaktklasse-Segment.

Der Vierzylinder hat gegenüber seinen kleineren Benziner-Kollegen zudem nicht nur den konstruktionsbedingten Vorteil einer deutlich größeren Laufruhe, er verfügt auch über eine Zylinderabschaltung (ACT), die so gut funktioniert, dass man gar nicht bemerkt, wenn sich zwei Kolben temporär aus der Arbeit verabschieden. Allerdings wirkte der Motor im knapp 1,3 Tonnen wiegenden Kamiq aus unerfindlichen Gründen leicht zugeschnürt, auf jeden Fall nicht so agil wie in einem kürzlich von uns gefahrenen, gleich motorisierten Golf. Zudem reagierte das Siebenstufen-DSG häufiger mal langsam, sodass man sich den Aufpreis von etwa 1.800 Euro zum manuellen Sechsgang-Getriebe auch sparen kann. Dafür überzeugt der Kamiq mit einem tollen Fahrwerk, das eine souveräne Spreizung zwischen Komfort und Dynamik hinbekommt. (Škoda Octavia: Ab Herbst mit neuer Antriebsvariante)

Das Interieur des Škoda Kamiq bietet klar gezeichnete Instrumente und eine gute Verarbeitung.

Ebenfalls eine Freude sind der gut verarbeitete Innenraum und die klar gezeichneten Instrumente. Hier ist alles so übersichtlich und aufgeräumt, wie man es sich bei manchem Wettbewerber wünschen würde. Wer es unbedingt ganz modern haben will, ordert gegen Aufpreis volldigitale Instrumente. (Skoda Scala mit Erdgasantrieb: Warum der Tscheche nicht für jeden die richtige Wahl ist)

Škoda Kamiq: In der Ambition-Ausstattung sind schon viele Extras inklusive

In Verbindung mit dem großen Benziner ist der Kamiq erst ab dem zweiten von insgesamt vier Ausstattungsniveaus zu haben, das wie bei anderen Modellen auch den Namen „Ambition“ trägt. Einige wichtige Extras sind dann dabei, unter anderem auch eine Klimaanlage und einige Assistenten – eins für die Spurhaltung, ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und natürlich ein Frontradar mit City-Notbremssystem. (Škoda Fabia: Motoren, Combi, Fließheck – diese Varianten gibt’s neu oder als Gebrauchtwagen)

Andere Dinge können einzeln oder besser noch in Paketen geordert werden, deren Preise Škoda erfreulich fair gestaltet. Ein Beispiel: Für 965 Euro kommt der Kamiq mit Zweizonen-Klimaautomatik, beheizbaren Vordersitzen, höhenverstellbarem Beifahrersitz (der Fahrersitz ist es sowieso), elektrischer Heckklappe und schlüssellosem Zugang. (Škoda Octavia Scout: Der robuste Tscheche kommt erstmals mit dieser Antriebsvariante)

Škoda Kamiq 1.5 TSI DSG – Technische Daten
Länge/Breite/Höhe4,24/1,79/1,56 Meter
Leistung110 kW/150 PS
Drehmoment250 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h8,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit212 km/h
Normverbrauch5,1 Liter/100 km
Testverbrauch6,7 Liter/100 km
Grundpreis26.125 Euro

Trotzdem ist das kleinste Škoda-SUV kein Schnäppchen. Im Vergleich zu einem ähnlichen VW T-Cross kommt er zwar um die 3.000 Euro günstiger, beim Blick auf andere Wettbewerber sieht die Rechnung aber nicht mehr so gut aus. Mit DSG-Getriebe steht der Kamiq momentan für rund 26.125 Euro in der Preisliste. Wer eine der beiden höheren Ausstattungsvarianten wählt, muss bereits rund 28.075 Euro (Style) oder gar 29.720 Euro (Monte Carlo) hinblättern. Mit einigen weiteren Extras sind schnell über 30.000 oder 32.000 Euro erreicht. Das ist dann schon happig und schmälert ein wenig das große Lob, das wir dem kleinsten K in Škodas SUV-Flotte alles in allem zukommen lassen wollen. (Von Peter Eck/SP-X)

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