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Seat Ibiza Facelift: Bessere Vernetzung für spanischen Kleinwagen

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Von: Sebastian Oppenheimer

Seat gönnt dem Ibiza ein Facelift. Das fällt bis auf neue optische Reize eher dezent aus – die Vernetzung des Kleinwagens wird jedoch deutlich besser.

Martorell (Spanien) – Er ist das erfolgreichste Modell von Seat: Fast sechs Millionen Mal rollte der Ibiza seit seinem Serienstart 1984 im spanischen Mutterwerk Martorell vom Band. Inzwischen ist der Kleinwagen, der in derselben Klasse spielt wie der VW Polo oder der Opel Corsa (hier geht es zum Fahrbericht), in der fünften Generation angekommen. Seit 2017 nutzt Seat bei dem Kleinen kräftig das, was das VW-Konzernregal hergibt. So steht er als erstes Modell des Konzerns auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), auf dem auch der Polo aufbaut. Nach vier Jahren gönnt Seat dem Ibiza nun ein kleines Facelift. (VW Polo Facelift: Bei den Assistenzsystemen schließt er die Lücke zum VW Golf)

Seat Ibiza Facelift: Bessere Vernetzung für spanischen Kleinwagen

Und das ist rein optischer Natur – Seat selbst spricht von „subtilen Änderungen am Außendesign“. Außen erkennt man das neue Modell allenfalls an den überarbeiteten Leichtmetallrädern und den jetzt serienmäßigen LED-Leuchten. Wer genauer hinschaut, dem fällt vielleicht noch der neue Modellschriftzug auf, der nun in Handschrift-Typo das Heck ziert. Noch genauer hinsehen muss man, um beim Seat-Logo selbst den Unterschied zum vorherigen Modell zu erkennen: Es ist in zweifarbigem Chrom ausgeführt. Länge, Höhe und Breite sind mit 4.059, 1.780 und 1.447 mm gleich geblieben, der Radstand mit 2.564 mm ebenfalls. (Seat Ateca FR im Test: So schlägt sich das SUV-Facelift im Alltag)

Fahraufnahme eines Seat Ibiza
Seat hat dem Ibiza ein Facelift spendiert – an der Optik hat sich jedoch kaum etwas getan. © Seat

Seat Ibiza Facelift: Cockpit komplett überarbeitet

Innen hat sich deutlich mehr getan. Die Spanier haben das Cockpit komplett überarbeitet. Das ganze Armaturenbrett wirkt nun wertiger und handschmeichelnder. Auf Wunsch gibt es ein digitales Kombiinstrument direkt vor dem Fahrer, mit gut lesbarer Navigation in der Mitte und Drehzahlmesser sowie Tacho links und rechts davon. Etwas gewöhnungsbedürftig: Der Tacho dreht entgegen dem Uhrzeigersinn. In der Mitte des Armaturenbretts sitzt das Infotainment-Display (wahlweise 8,25 oder 9,2 Zoll) mit Navi, Multimedia und Feineinstellung der Fahrzeug-Parameter. Es ist nun höher angebracht und liegt besser im Blickfeld des Fahrers. Neu auch als Option: das in Nappa gehüllte Multifunktionslenkrad.

Ein wenig gespielt haben die Designer bei den Lüftungsöffnungen der Klimaanlage: Sie sind bunt eingefasst und leuchten bei den höheren Ausstattungsreihen dezent im Dunkeln. Die Sitze sind bequem und durchaus langstreckentauglich. Platz gibt es zumindest vorne reichlich, hinten geht es klassenüblich eher eng zu. Der Laderaum fasst wie gehabt 355 Liter.

Blick ins Cockpit des Seat Ibiza
Das Cockpit des Seat Ibiza wurde für das Facelift komplett überarbeitet. © Seat

Seat Ibiza Facelift: „Hola, hola“ aktiviert die Sprachsteuerung

Besonders stolz ist man bei Seat auch auf die Vernetzungsoptionen, die der facegeliftete Ibiza bietet. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich voll einbinden. Zumindest zur Navigation braucht man das Smartphone allerdings nicht unbedingt – da ist das bordeigene Navigationssystem deutlich besser und bequemer. Auf Wunsch gibt es eine natürliche Sprachsteuerung, die sich mit dem spanischen Gruß „Hola, hola“ aktivieren lässt. Sie versteht auch Sätze wie „Ich habe Hunger“ und zeigt dann die nächstgelegenen Restaurants an.

Dazu kommen – gegen Aufpreis – weitere elektronische Hilfen. Seat Connect etwa vernetzt das Auto über eine eingebaute eSIM mit dem Seat Kundendienst und im Falle des Falles mit Rettungsdiensten, eine App verbindet den Ibiza mit dem Smartphone seines Besitzers und liefert Informationen zum Fahrzeug. Mit Travel Assist bietet Seat halbautonomes Fahren im gesamten Geschwindigkeitsbereich an. Dazu kommen die üblichen Assistenten für Fernlicht, Spurwechsel und -halten oder Verkehrszeichenerkennung.

Fahraufnahme eines Seat Ibiza
Eine der kleinen optischen Veränderungen am Seat Ibiza ist der neue Modellschriftzug in Handschrift-Typo. © Seat

Sonst bleibt alles, wie es war. Unter der Haube bietet Seat sechs verschiedene Motoren zwischen 59 kW/80 PS und 110 kW/150 PS. Darunter ist ein Erdgas-Motor (CNG), der Rest sind Benziner – ein Diesel findet sich erst gar nicht mehr im Programm. Wahlweise gibt es Handschaltung oder ein sehr fein abgestimmtes DSG-Doppelkupplungsgetriebe, das im Sport-Modus vor dem Schalten erst mal deutlich höher dreht. Vor allem der 150-PS-Benziner im Ibiza FR macht richtig Laune: Er liefert mit einem maximalen Drehmoment von 250 Nm den Sprint von null auf 100 in 8,1 Sekunden ab und kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h. Das reicht allemal für flottes Überholen oder schnelle Autobahnstrecken.

Seat Ibiza FR
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner / 7-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment110 kW (150 PS) / 250 Nm bei 1.500–3.500 U/min
Vmax/0–100 km/h216 km/h / 8,1 s
Länge/Breite/Höhe4.059 / 1.780 / 1.447 mm
Leergewicht1.238 kg
Ladevolumen355 bis 1.165 Liter
Normverbrauch5,0 l/100 km
CO2-Ausstoß114 g/km
Preis24.900 Euro

Seat Ibiza Facelift: Das kostet der spanische Kleinwagen

Nach wie vor ist die Federung eher etwas rau abgestimmt, kleinere Unebenheiten auf der Straße schluckt er klaglos, über größere Verwerfungen – wie etwa Bahnübergänge – poltert er eher widerwillig drüber. Immerhin klingt der 1,5-Liter-Benziner nie angestrengt und auch die Lautstärke hält sich in angenehmen Grenzen. Lenkung, Kurvenverhalten, Geradeauslauf – gut. Man fühlt sich in dem kleinen Flitzerchen durchweg gut und sicher aufgehoben. Die Preise für den neuen Seat Ibiza beginnen bei 14.950 Euro für die 80-PS-Version mit Handschaltung. Für den 150 PS starken Ibiza FR muss man dann allerdings schon mindestens 24.900 Euro locker machen. (Von Jürgen Wolff/press-inform)

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