Stuttgarter Pseudo-Kombi

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo (Facelift): Es geht noch schneller

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Porsche bietet den Panamera ab sofort in einer dritten Leistungsstufe als Plug-In-Hybrid an. Das Topmodell bekommt auch als Sport Turismo mehr Komfortniveau und gigantische 700 PS.

Stuttgart – Wer sich die Leistungsdaten des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid anschaut, dem stehen unverändert Augen und Mund offen. Da macht die Coupélimousine keinen Unterschied zur Kombiversion, die die Zuffenhausener Sport Turismo nennen. Für die einen ist der Sport Turismo ein Frevel an der Stuttgarter Sportwagenmarke; andere freuen sich darüber, dass sie in den Panamera auch größere Gegenstände einladen können. Ein echter Lademeister ist der Sport Turismo nicht – doch schick ist er allemal. Seit mehreren Jahren ist das Topmodell des Porsche Panamera ein Plug-In-Hybrid. Mit der Modellpflege gab es kaum merkliche Retuschen außen und innen sowie einen leichten Leistungsnachschlag. Statt bisher 680 PS ist der stärkste aller Panameras nunmehr auf 700 PS und 870 Nm maximales Drehmoment erstarkt, das zwischen 2.100 und 4.500 U/min anliegt. (Fahrbericht Porsche Panamera GTS: Das bringt ihn noch näher an S-Klasse, A8 und 7er)

Porsche hat dem Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Tourismo ein Facelift spendiert.

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo (Facelift): Es geht noch schneller

„Bei Porsche haben wir frühzeitig auf Plug-in-Hybride gesetzt – das zahlt sich heute aus. Weltweit liefern wir mittlerweile jeden zehnten Sportwagen aus Zuffenhausen als Plug-in-Hybrid aus“, sagt Vertriebsvorstand Detlev von Platen, „der Panamera trägt maßgeblich zu diesem hohen Anteil bei. In Europa sind mittlerweile 61 Prozent der ausgelieferten Panamera elektrifiziert.“ Wie bisher sind der vier Liter große V8-Doppelturbo mit seinen 420 kW (571 PS) und der 100 kW (136 PS) starke Elektromotor über eine elektromagnetische Trennkupplung miteinander verbunden. Wie üblich in diese Liga gibt es ein automatisiertes Getriebe – hier in Form einer achtstufigen Doppelkupplung – sowie einen Allradantrieb, der die üppige Motorleistung gekonnt auf die Straße bringt und den 5,05 Meter langen Kraftmeier so brutal beschleunigt. Das liegt in erster Linie an dem Elektroboost, denn der 136 PS starke Elektromotor steuert stattliche 400 Nm zusätzliches Drehmoment bei. (Dieser Porsche kostet 9,2 Millionen Euro – doch es gibt noch eine Kleinigkeit obendrauf)

Aus dem Stand geht es mit vereinten Kräften von Verbrenner und Elektroboost somit in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 und selbst der Spurt auf 200 km/h ist mit 11,2 Sekunden für den rund 2,4 Tonnen schweren Fünftürer ebenso beeindruckend wie die Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h. Bisher waren es 3,4 Sekunden und 310 km/h Spitze – beides ebenfalls mehr als beeindruckend. Rein elektrisch ist der Tourer immerhin 140 km/h schnell und lockt mit einem Normverbrauch von 2,8 Liter – wenn das 17,9 kWh große Lithium-Ionen-Akkupaket im Unterboden vollgeladen ist. Wer das Gaspedal sanft streichelt und auf Spurts verzichtet, kommt so rein elektrisch immerhin 50 Kilometer weit. (Ladesäulen-Odyssee: Ehepaar im Porsche Taycan braucht neun Stunden für 210 Kilometer)

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Tourismo leistet nun 20 PS mehr.

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo (Facelift): Innen bleiben die vielen Schalter

Unterschiede zum bisherigen Modell? Da wird es zumindest optisch schwer. Die Unterschiede als zu neu sind dünn – sehr dünn – und zwar innen und außen. Die überfrachtete Mittelkonsole im Stile eines Flugzeugcockpits ist geblieben – hier wird es erst beim Nachfolger eine komplett neue Aufmachung geben. Der Mitteltunnel ist breit und das Platzangebot vorne nicht mit dem zu vergleichen, was Luxusmodelle der anderen deutschen Premiumhersteller bieten. Fast ebenso viele Schalter wie auf der Mittelkonsole lassen sich an der Flanke des Komfortsitzes ertasten und vielfältig verstellen, beheizen, kühlen und was auch immer, um den Sitz perfekt an Fahrer und Beifahrer anzupassen.

Wenn sich zwischen dem bisherigen Modell und dem nachgeschärften Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo Unterschiede spüren lassen, ist es das Fahrwerk, das bei aller Sportlichkeit jetzt eben auch in Sachen Komfort etwas mehr draufhat. Dabei liegt der Pseudo-Kombi straffer auf der Straße als die Luxuslimousinen wie Audi A7, BMW 8er Gran Coupé und Mercedes-AMG GT Viertürer, doch der Langstreckenkomfort hat gewonnen, wobei sich die Luftfederung je nach Fahrprogramm entsprechend verändern lässt. (Mercedes-AMG GT 63 S 4Matic+: Nordschleifen-Rekord zurückgeholt – vorher hielt ihn ein ...)

Datenblatt Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo
Motor/Getriebe/Antrieb4,0-Liter-V8-Biturbo, 8-Gang-DKG, Allradantrieb
Leistung/Drehmoment515 kW (700 PS) / 870 Nm ab 2.100 U/min
Vmax/0–100 km/h315 km/h / 3,2 s
Leergewicht2.440 kg
Ladevolumen418 – 1.287 Liter
CO2-Ausstoß63 g/km
Basispreis188.321 Euro

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo (Facelift): Hinterachslenkung ist Standard

Trotz seiner gewaltigen Motorleistung kann der Allrad-Porsche sein üppiges Gewicht von über 2,4 Tonnen nicht überspielen. Auch wenn der Panamera Turbo S E-Hybrid bereits ab Werk das komplette Paket an verfügbaren Fahrwerk- und Regelsystemen wie der elektrischen Wankstabilisierung, Torque Vectoring Plus, der nicht nur beim Rangieren praktischen Hinterachslenkung sowie der Keramikbremse für beste Verzögerungswerte bietet. Das alles sorgt dafür, dass sich der Schwabe ebenso wahnsinnig schnell wie agil bewegen lässt. Der Fahrer spürt kaum, wie schnell er wirklich ist, wenn er den digitalen Tacho einmal außer Acht lässt, doch die zahlreiche technische Details sorgen dafür, dass er eben genau das ist – schnell und dabei mehr als entspannt reist.

Der mittlere Sitzplatz im Fond des Porsche Panamera Sport Turismo ist nur als Notsitz zu gebrauchen.

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo (Facelift): Das kostet der Stuttgarter

Vorne wie hinten lässt es sich sehr kommod reisen, auch wenn der Sport Turismo die Gene eines Sportwagens nicht überspielen will. Die Sitze sind auf allen vier Plätzen komfortabel, doch eben nicht so weich man es von der Luxusliga wie Audi A8 oder Mercedes S-Klasse kennt und der dritte Sitzplatz im Fond ist nicht mehr als ein Notsitz. Die große Heckklappe ist praktischer, weil sie das Be- und Entladen im Vergleich zum Standard-Panamera erleichtert. Das Volumen liegt bei 418 Litern. Wer die Rücksitze umlegt, kann knapp 1.287 Liter für den Transport größerer Gegenstände nutzen. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern, die nur Tankvolumina von 43 bis 65 Liter als Plug-In-Version bietet, kann der Teilzeit-Elektriker immerhin 80 Liter flüssigen Kraftstoff schucken. Ebenso gewaltig wie die Fahrleistungen ist der Preis der Topversion, denn der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo reißt mit mindestens 188.321 Euro eine gewaltige Lücke ins Konto. (Stefan Grundhoff / press-inform)

Rubriklistenbild: © Porsche / Daniel Wollstein

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