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Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo im Test: Komfortablere Limousine

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Von: Sebastian Oppenheimer

Porsche peppt die Panamera-Reihe auf und bringt die Sport-Limousine auf den aktuellen Stand – auch der 4S E-Hybrid Sport Turismo profitiert davon.

Stuttgart – Hybride sind aktuell auf dem Vormarsch: In Europa rollten im ersten Quartal 250.000 Fahrzeuge mit einem Plug-in Hybrid-Antriebsstrang zu den Kunden – und Porsche will sein Stück vom zunehmend elektrifizierten Kuchen abhaben. Zumal 67 Prozent aller in Deutschland verkauften Panamera-Modelle Plug-in-Hybride sind – und die haben nun einen Vertreter mehr: Der Porsche Panamera 4S E-Hybrid S ist mit seinen 412 kW / 560 PS und einem maximalen Drehmoment von 750 Nm alles andere als ein Lückenbüßer. (Kuriose Bezeichnungen von Automodellen: Mit dem Panamera toppt Porsche alle anderen)

Fahraufnahme eines Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo
Der Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo leistet 560 PS und ein maximales Drehmoment von 750 Nm. © Manuel Hollenbach / Porsche

Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo im Test: Komfortablere Limousine

Er ist eher eine Alternative für all jene, die einen leichtfüßigen Vorderwagen der brachialen V8-Power des Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo (hier geht’s zum Fahrbericht) mit seinen 515 kW / 700 PS vorziehen. Der Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt sich vor allem bei engen Kurven deutlich, bei denen der Porsche Panamera 4S E-Hybrid agiler einlenkt, während die Turbo S-Version schon mal über die Vorderräder schiebt. Kein Wunder: Der Sechszylinder-Biturbo ist um 41 Kilogramm leichter als der aufgeladene V8 im Turbo S. Zwar unterbindet das Torque Vectoring mit gezielten Bremseingriffen diese Untersteuerneigung so gut es geht, aber ganz ungeschehen können auch die gut abgestimmten Regelsysteme dieses Phänomen nicht machen.

Wer nicht unbedingt auf der linken Spur zu den absoluten Alphatieren gehören will, ist mit dem Porsche Panamera 4S E-Hybrid mehr als gut bedient. Die Fahrleistungen sprechen für sich: Aus dem Stand ist nach 3,7 Sekunden die 100 km/h-Marke erreicht und der Vortrieb endet erst bei 293 km/h. Auch an die Bremsen haben die Porsche-Entwickler Hand angelegt und den Übergang von der Rekuperation zum analogen Bremsen weiter eingeschliffen, um so die Dosierbarkeit zu verbessern.

Fahraufnahme eines Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo
Nach 3,7 Sekunden erreicht der Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo die 100-km/h-Marke. © Manuel Hollenbach / Porsche

Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo im Test: Realverbrauch deutlich über Norm

Doch ein Porsche Panamera wird nicht immer am Rande des Grenzbereichs bewegt. Ob der Kunde den Daumen hebt oder senkt, zeigt sich im täglichen Gebrauch. Neben den neuen Sportreifen, die Querfugen besser wegstecken, verwenden die Ingenieure auch weichere Motorlager, um den Komfort zu verbessern. Vollendet wird das Ansinnen durch eine verbesserte Software, die das Ansprechverhalten der Dreikammer-Luftfederung und der Dämpfer schneller steuert. „Das ist auch eine Konsequenz aus der gesteigerten Rechenpower“, erklärt Baureihenleiter Thomas Friemuth. (Porsche-Praktikant designt 916er – Netz total aus dem Häuschen: „Bitte baut dieses Auto“)

Der Kunstgriff erfüllt seinen Zweck: Der Porsche Panamera 4S E-Hybrid lässt sich trotz seiner sportlichen Ambitionen und seines Gewichts von 2.240 Kilogramm komfortabel bewegen. Der Antriebsstrang ist im Hybridmodus nicht ganz so auf Dynamik getrimmt, wie das bei Sport und Sport Plus der Fall ist. Porsche gibt als Verbrauch 2,2 l/100 km an, wir kamen bei der Testfahrt, die größtenteils im „Hybrid Auto Modus“ durchgeführt wurde und bei der einige Höhenmeter zu überwinden waren, auf 11,2 l/100 km.

Blick in den Innenraum eines Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo
Nobler Innenraum – das kann man bei einem Testwagenpreis von knapp 200.000 Euro für unseren Panamera aber auch erwarten. © Manuel Hollenbach / Porsche

Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo im Test: Batterie mit mehr Kapazität

Das bringt uns zum elektrischen Antriebsstrang. Der Elektromotor ist im Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert und steuert 100 kW / 136 PS sowie 400 Newtonmeter Drehmoment zum Vortrieb bei. Das ist nichts Neues. Allerdings hat die Batterie bei gleichem Bauraum jetzt eine echte Kapazität: 17,9 Kilowattstunden (netto 14,3 kWh), das sind 27 Prozent mehr als bisher. Eine Konsequenz der leistungsfähigeren Batteriezellen, was für eine Reichweite von 54 Kilometern (nach WLTP EAER City) und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h gut ist.

Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo
Motor/Getriebe/AntriebDreiliter-Benziner / 8-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment412 kW (560 PS) / 750 Nm bei 1.400 bis 4.500 U/min
Vmax/0–100 km/h293 km/h / 3,7 s
Länge/Breite/Höhe5.049 / 1.937 / 1.428 mm
Leergewicht2.240 kg
Ladevolumen418 bis 1.287 Liter
Normverbrauch2,2 l/100 km
CO2-Ausstoß52 g/km
Preis134.912 Euro

Porsche Panamera 4S E-Hybrid Sport Turismo im Test: Laden könnte schneller gehen

Der Onboardlader lässt eine Ladegeschwindigkeit von maximal 7,2 kW zu. Etwas wenig für ein Fahrzeug eines Premiumherstellers, das mindestens 134.912 Euro kostet. „Ein Onboardlader mit 11 kW hätte nicht genug Vorteile bei der Ladezeit gebracht. Außerdem hätten wir den Kofferraum verkleinern müssen und das Auto wäre schwerer geworden“, erklärt Mario Grellmann, Leiter Elektrik und Elektronik. Also hat das Gepäckabteil ein Volumen von 418 bis 1.287 Liter und die Batterie ist in 2:40 Stunden gefüllt. Allerdings ist dieser Lader nur beim Turbo S E-Hybrid Teil der Serienausstattung, die anderen haben ab Werk die 3,6 kWh-Version an Bord. Ganz nachvollziehen können wir diese Aufpreispolitik nicht. Unser Testwagen, der ziemlich gut ausgestattet war, kostete jedenfalls 198.442 Euro.

Schaut man sich das Modellportfolio des Panamera so an, ergibt ein viertes Hybrid-Derivat Sinn. Es wird auch eines geben. Es wird vermutlich ein Turbo, der sich zwischen dem 4S und dem Turbo S eingliedert, schließlich klaffen 140 PS zwischen diesen beiden Modellen. Dann wäre diese Lücke gefüllt. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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