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Porsche Macan GTS: Neues Topmodell mit Leistungsplus – so fährt es sich

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Von: Sebastian Oppenheimer

Porsche frischt den Macan auf – und streicht den Turbo aus seinem Angebot. Ersetzt wird das bisherige Topmodell durch den überarbeiteten Porsche Macan GTS.

Stuttgart – Es gibt immer noch Porsche-Puristen, für die ist ein SUV wie der Macan ein No-Go. Was allerdings nichts daran ändert, dass sich der Macan zu einem wahren Goldesel mit Eroberungsfaktor gemausert hat – und nicht nur deshalb ein wichtiges Modell für den Autobauer geworden ist. Seit 2014 haben die Zuffenhausener mehr als 600.000 Exemplare des Crossovers verkauft, 80 Prozent der Käufer haben vorher noch keinen Porsche gefahren. Zudem ist der Macan der Porsche mit dem höchsten Frauenanteil bei den Kunden. In China sind es sogar rund 60 Prozent.

Fahraufnahme eines Porsche Macan GTS
Beim Porsche Macan ersetzt der GTS künftig den Turbo als Topmodell der Baureihe. © Porsche

Porsche Macan GTS: Neues Topmodell mit Leistungsplus – so fährt es sich

Der Macan mit dem Namenszusatz GTS ist künftig das Topmodell der Baureihe, die in der nächsten Generation auf reinen Elektroantrieb umgestellt wird. Wie? Topmodell? Und was ist mit dem Turbo? Den gibt’s beim Macan nicht mehr. Wer Turbo meint, muss ab 6. Oktober GTS sagen. Aber keine Sorge. Die Zuffenhausener wissen, was sie ihren Kunden schuldig sind. Der Macan GTS hat jetzt 324 kW / 440 PS, also 44 kW / 60 PS mehr und mit einem maximalen Drehmoment von 550 Newtonmetern 30 Nm mehr als bisher – damit erreicht er das Leistungsniveau des Turbo. Kein Wunder, der 2,9-Liter-Biturbo-Sechszylinder stammt ja auch aus dem ehemaligen König der Baureihe. (Halbleiter-Mangel: So trickst Porsche, damit die Produktion weiterläuft)

Laut Porsche wurde das Ansprechverhalten verbessert. Damit nicht genug: Der Macan GTS hat jetzt ein Fahrwerk mit einer neu entwickelten Sport-Luftfederung, das mit steiferen Federn (plus zehn Prozent an der Vorderachse, plus 15 Prozent an der Hinterachse) ausgestattet ist. Dazu kommen stärkere Stabilisatoren und entsprechend abgestimmte Dämpfer. So soll das Nicken und Wanken auf ein Minimum reduziert werden und da die Karosserie zudem noch zehn Millimeter tiefer über den Asphalt fliegt, kann der Macan noch schneller um die Kurven flitzen als bisher. Wenn man sich vor Augen hält, wie agil der bisherige Porsche Macan carvt, keine ganz leichte Aufgabe. Mal sehen, ob der aufgefrischte Macan GTS auch hält, was die Ingenieure versprechen. (Porsche Cayenne Turbo GT im Test: Spektakuläres Top-SUV hebt ab)

Fahraufnahme eines Porsche Macan GTS
Der Porsche Macan GTS spurtet in 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, maximal sind 272 km/h drin. © Porsche

Porsche Macan GTS: Sportmodus sorgt für krawalligen Sound

Schon auf den ersten Kilometern wird deutlich, dass die Agilität nicht mit allzu großem Komfortverlust erkauft wird. Natürlich ist die Top-Version straffer gefedert als die Basisvarianten, aber im Fahrprogramm „Normal“ ist der Crossover durchaus langstreckentauglich. Das liegt auch an den wirklich guten Sportsitzen. Wer auf Sieg fährt, dreht das bekannte Porsche-Manettino am Lenkrad einfach weiter und wechselt in die Attacke-Modi „Sport“ und „Sport Plus“. Dann wird das im Normal-Programm spürbare leichte Turboloch im Zusammenspiel mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe fast vollständig kaschiert, allerdings meldet sich dann auch der Motor hörbar zu Wort und verfällt in ein Krawall-Timbre, das eher zu einem Mercedes-AMG passt als zu einem Porsche Macan. Der extreme Sound kann allerdings mit dem bekannten Knopf auf der Mittelkonsole abgestellt werden, indem man die Klappe schließt. (Porsche verliert Rennen gegen Tesla – Besitzer reagiert radikal)

Ein Blick ins Cockpit des Porsche Macan GTS
Die Fahrmodi lassen sich im Porsche Macan GTS per Drehrädchen am Lenkrad einstellen. © Porsche

Porsche Macan GTS: Verbesserte Lenkung mit 911er-Technik

Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Crossover mit jedem Meter mehr Spaß macht und der Fahrer jede Kurve eher als Geschenk denn als Richtungsänderung begreift. Das liegt auch an der verbesserten Lenkung, bei der die Techniker den Elektromotor überarbeitet haben, indem sie Erfahrungen und Applikationen vom Porsche 911 auf den Macan übertrugen. Die Transplantation gelingt, weil man eigentlich nichts davon merkt. Der Macan lässt sich intuitiv steuern, die Lenkung setzt genau das um, was der Fahrer will und teilt dem Piloten eifrig mit, wie es um die Traktion bestellt ist. Deshalb spürt man bisweilen, wie die kennfeldgesteuerte Lamellenkupplung mehr Kraft auf die Vorderachse schiebt und so den 1.960 Kilogramm schweren Crossover im Zusammenspiel mit dem Torque Vectoring beim Carven stabilisiert, indem dem kurveninneren Rad entsprechend weniger Drehmoment zugewiesen wird. Nur wenn man den Macan GTS mit Gewalt und viel Tempo um Spitzkehren wuchtet, ist eine minimale Untersteuerneigung festzustellen, die aber mit Gaswegnehmen sofort korrigiert werden kann. (Porsche Taycan Facelift: Viele neue Farben – und ein Kritikpunkt weniger)

Technische Daten Porsche Macan GTS
Motor/Getriebe/AntriebV6-Biturbo / 7-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment324 kW (440 PS) / 550 Nm bei 1.900 – 5.600 U/min
Vmax/0–100 km/h272 km/h / 4,3 s
Länge/Breite/Höhe4.726 / 1.927 / 1.596 mm
Leergewicht1.960 kg
Normverbrauch11,7 l/100km
CO2-Ausstoß265 g/km
Basispreis88.264 Euro

Porsche Macan GTS: Das kostet der Zuffenhausener Crossover in der Basis

Wenn man dem Zuffenhausener Crossover auf einer Geraden die Sporen gibt, sind aus dem Stand nach 4,3 Sekunden 100 km/h erreicht, maximal sind 272 km/h drin. Da schaut so manche Limousine alt aus. Allerdings gönnen sich die sechs Töpfe nach dem WLTP-Zyklus im Schnitt 11,7 l/100 km. Um in den Genuss des vollen Potenzials des Macan GTS zu kommen, sollte man das Sport-Paket ordern und gleich mal 10.591 Euro zusätzlich zum Basispreis von 88.264 Euro locker machen. Dafür gibt’s im Gegenzug ein ganzes Ausstattungsbündel, inklusive Sport Chrono-Paket, schwarzen 21 -Zoll-Felgen mit speziell entwickelten Performance-Reifen und Porsche Vectoring Plus. Extrovertierte Zeitgenossen werden sich über die Exklusivfarbe „Pythongrün“ freuen, mit dem auch unser Testwagen lackiert war. Wer es etwas zurückhaltender mag, kann sich dann aber auch für sogenannte „Nicht-Farben“ wie zum Beispiel Weiß, Schwarz, Silber, Kreide entscheiden, die zum Interieur passen. Denn dort bleiben Elemente wie Ziernähte oder Schriftzüge in „Pythongrün“. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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