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Porsche Cayenne Turbo GT im Test: Spektakuläres Top-SUV hebt ab

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Von: Marcus Efler

Benziner in Bestform: Mit 640 PS markiert der Porsche Cayenne Turbo GT die Spitze der Baureihe. Doch nicht seine Leistung ist das Entscheidende.

Visby (Schweden) – Die Kuppe auf der Rennstrecke bei Visby auf der schwedischen Insel Gotland ist mehr Rampe als Hügel: Wir treffen die davorliegende Rechtskurve ziemlich gut, schießen den Hügel hoch und heben ab. Nur, dass wir nicht in einem fragilen Fluggerät sitzen, sondern in einem 2,2 Tonnen schweren Power-SUV – nämlich der neuen und stärksten Cayenne-Variante. Auf einer ballistischen Flugbahn schießt der Porsche Cayenne Turbo GT durch die Luft und landet nach einigen Metern satt und sauber auf allen vier Rädern. Ein Durchfedern, das war‘s. Fast scheint es so, als wenn das Weitspringen Teil des Lastenheftes bei der Entwicklung des stärksten Porsche SUVs war. Die Akustik trägt ihren Teil dazu bei: Untermalt wird das Spektakel von einem konstant zischenden Bypass-Ventil des Turboladers. (Neuer Porsche Cayenne GTS: Diese Veränderung beim Motor dürfte viele Fans begeistern)

Porsche Cayenne Turbo GT, fahrend
Rennstrecken-tauglich: der Porsche Cayenne Turbo GT © Porsche AG

Porsche Cayenne Turbo GT im Test: Spektakuläres Top-SUV hebt ab

Weiter geht die wilde Hatz rund um die Achterbahn, die eine Mischung aus Nordschleife, dem Formel-1-Kurs Spa-Francorchamps und Kartbahn mit engen Kurven ist. Und was der Porsche Cayenne Turbo GT auf den nordischen Asphalt zaubert, ist noch beeindruckender als die Flugeinlage. Das Entscheidende an diesem Quickstep ist das Zusammenspiel zwischen einer überarbeiteten Vorderachse, Reifen mit viel Grip, einem verfeinerten Allradantrieb und einer dazu passenden Achslastverteilung von 57 Prozent vorne zu 43 Prozent hinten. Dazu veränderten die Techniker den negativen Sturz der Vorderräder um 0,45 Grad, versteiften die Dreikammer-Luftfederung des Fahrwerks um bis zu 15 Prozent im Vergleich zum Cayenne Turbo Coupé und reduzierten so die Nickneigung. Zudem flitzt die Karosserie 17 Millimeter tiefer über den Asphalt. (Fahrbericht Porsche Panamera GTS: Das bringt ihn noch näher an S-Klasse, A8 und 7er)

Porsche Cayenne Turbo GT, fahrend, von seitlich hinten
Der auffällige Heckflügel ist das Erkennungszeichen des stärksten Porsche Cayenne. © Porsche AG

Porsche Cayenne Turbo GT im Test: Die Power ist sofort verfügbar

Dieser Allradantrieb ist der erste, bei dem die sportliche Volkswagen-Marke die Lamellenkupplung aktiv kühlt. „So können wir die Vorderachse öfter nutzen und zudem ab dem Scheitelpunkt der Kurve mehr Drehmoment nutzen als beim Cayenne GTS“, erklärt Fahrwerkstechniker Kai Bremsat. „Der Cayenne GT Turbo ist die Potenzierung der Eigenschaften des Cayenne GTS“, ergänzt Motorenexperte Denis Rancak. Das bringt uns zum Antrieb, in den die Techniker auch noch einiges an Hirnschmalz investiert haben: Das Herz des Porsche Cayenne ist der V8-Biturbo mit 640 PS und einem maximalen Drehmoment von mächtigen 850 Newtonmetern, das zwischen 2.300 und 4.500 U/min anliegt. Um die Trägheit der größeren Schaufeln des Twin-Scroll-Turboladers auszugleichen, bleiben die Drosselklappen stets geöffnet und halten so einen Ladedruck vor, der da ist, sobald der Fahrer ihn abruft. (Nächster Porsche Macan wird elektrisch – letzte Chance für den Benziner)

Interieur des Porsche Cayenne Turbo GT
Typisch Porsche: zentraler, analoger Drehzahlmesser, daneben Digital-Anzeigen © Porsche AG

Porsche Cayenne Turbo GT im Test: Nur er schafft Tempo 300

Ergänzt wird das Technikspektakel von einer Achtgangautomatik mit verkürzten Schaltzeiten und speziellen Pirelli-Hochleistungsreifen mit 22 Zoll und den Dimensionen 285/35 vorne und 315/30 hinten. Bei idealen Verhältnissen erreicht der Porsche Cayenne Turbo GT nach 3,3 Sekunden die 100-km/h-Marke, und ist das einzige Modell der Baureihe, das 300 km/h schafft. Damit die Kraft auch auf die Straße kommt, ist die Spoilerlippe des Dachflügels um 25 Millimeter länger als beim normalen Turbo und generiert so bis zu 40 Kilogramm mehr Abtrieb.

Porsche Cayenne Turbo GT
Motor/Getriebe/AntriebV8-Biturbo / 8-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment471 kW (640 PS) / 850 Nm bei 6.000 U/min
Vmax/0–100 km/h300 km/h / 3,0 s
Länge/Breite/Höhe4,94/2,00/1,64 m
Leergewicht2.220 kg
Ladevolumen549 – 1.464 l
Verbrauch/CO2-Ausstoß14,1 l/100 km / 319 g/km
Preis196.078 Euro

Auch im alltäglichen Straßenverkehr schlägt sich der Athlet im SUV-Gewand wirklich gut. Natürlich ist das Fahrwerk straffer als beim Standard-Modell, wird aber selbst auf schlechten Straßen im Normal-Fahrmodus nicht unkomfortabel. Auch der Antriebsstrang nimmt sich zurück und hängt nicht mehr so unmittelbar am Gas, was ein entspanntes Gleiten möglich macht. Als Durchschnittsverbrauch gibt Porsche 14,1 l/100 km an. Ab Mitte September steht der Cayenne Turbo GT für mindestens 196.078 Euro beim Händler. Dass die Liste der Extras trotzdem Porsche-typisch lang bleibt, zeigt der Preis unseres Testwagens, der 210.120 Euro kosten würde. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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