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Porsche 911 Targa 4S: Diese Funktion schützt die Frontschürze des Teilzeit-Cabrios

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Ein Porsche Targa ist aus Sicht von Cabrio- und Coupéfans nichts Halbes und nichts Ganzes. Und genau das macht für einige Kunden den Reiz an dem eleganten Bügelcabrio aus. Eine Ausfahrt durch den Schwarzwald mit viel Sonne und wenigen Wolken.

  • Porsche 911 Targa 4 und Targa 4S bauen auf der Cabrio-Plattform auf
  • In knapp 20 Sekunden wird das Targa-Dach elektrisch unter der Glaskuppel verstaut
  • Angeboten wird der Targa mit 385 PS und 450 PS – immer in Verbindung mit Allradantrieb

Baiersbronn – An sich war der 911 Targa schon vor Jahren dem Tode geweiht. Mit der Elfer-Generation des Porsche 993 verkam das ehemals manuell herausnehmbare Targadach aus Komfortgründen zu einem gläsernen Schiebedach – zugegeben üppigen Ausmaßes und mit elektrischer Bedienung. War die überdimensionale Dachluke in der ersten Generation zwar schick anzuschauen, aber nicht gerade für uneingeschränkte Dichtigkeit bekannt, wurden diese Probleme bei den Nachfolge-Generationen 996 und 997 ausgemerzt. Doch es blieb, wie es war. Wer ein wirklich offenes Auto wollte, entschied sich eben für ein 911 Cabriolet – die meisten anderen für das Coupé mit oder ohne Schiebedach. (Porsche Panamera Facelift (2021): Dieses Modell kriegt sogar 80 PS mehr)

Porsche 911 Targa: Die Glaskuppel fährt nach oben und verschluckt das Targa-Dach

Beim 911 Targa verschwindet das Dachteil innerhalb von 20 Sekunden unter der Glaskuppel.

Erst bei der vergangenen 991er-Generation wurde der Targa wieder zu einem echten Targa – stark angelehnt an das Cabriolet. Genauso sieht es beim aktuellen Elfer aus, denn auch beim 911 der Generation 992 sind Targa und Cabrio technisch weitgehend baugleich (allein das Stoffdach wird beim Targa durch ein zweiteiliges Dachkonstrukt ersetzt). Mit einem Druck auf das Bedienmodul erhebt sich die schicke Glaskuppel der Heckscheibe, fährt nach hinten und verschluckt auf beinahe geheimnisvolle Art und Weise das eigentliche Dach. So haben die beiden Insassen nach knapp 20 Sekunden ungestörten Blick nach oben und können gerade bei heruntergelassenen Seitenscheiben die Landschaft des Schwarzwaldes genießen. Ab Tempo 70 müssen sich die Targa-Fahrer zumindest akustisch mit den Verwirbelungen im Innenraum arrangieren, die sich in etwa so anhören, als ob man bei höheren Geschwindigkeiten die hinteren Seitenscheiben an einem Auto geöffnet hat. Nicht wirklich nervig, aber eben nicht so geräuschlos wie man in einem 911 Cabrio unterwegs ist. (Porsche 911 GT3 von Attila Hildmann: Netz diskutiert über Abschlepp-Aktion in Berlin)

Porsche 911 Targa: Analoger Drehzahlmesser wirkt wie aus der Vergangenheit

Der mittig im Kombiinstrument platzierte analoge Drehzahlmesser wirkt wenig modern.

Unverändert ist der Porsche 911 Targa nur als Allradler zu bekommen. Der normale Targa 4 ist dabei mehr als ausreichend, der 4S trotzdem das meistgekaufte Modell. „Das liegt daran, dass die Targa-Modelle neben dem Turbo besonders komplett ausgestattet sind“, erläutert Baureihenleiter Frank-Steffen Walliser. Daher eher unverständlich, dass Porsche seinen 911 Targa auf Wunsch auch mit der kaum nachgefragten Handschaltung anbietet. Besser passt zum Targa unzweifelhaft das gut abgestufte Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Wer manuell in die Gangwahl eingreifen will, kann das über die Schaltpaddel ohnehin jederzeit tun. Die Sitze sind top, die Verarbeitung ebenfalls. Geschmacksache bleibt der analoge Drehzahlmesser in der Mitte der Instrumente. Er wirkt alles andere als modern. (Porsche 911 Turbo: Endlich unter dieser magischen Zeit beim Standardsprint)

Porsche 911 Targa: Eigentlich reicht das 385 PS starke Grundmodell

Der Porsche 911 Targa 4S spurtet in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

Der aufgeladene Dreiliter-Boxermotor ist mit seinen 331 kW/450 PS eine grandiose Besetzung für den Porsche 911 Targa 4S. Dank 530 Newtonmeter maximalem Drehmoment bietet der Targa 4S offen wie geschlossen Fahrleistungen, die man bis vor wenigen Jahren allein vom Topmodell 911 Turbo/Turbo S kannte. Aus dem Stand donnert das Teilzeit-Cabrio in spektakulären 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht kaum weniger beeindruckende 304 km/h Spitze. Doch auch mit dem kleineren 385-PS-Aggregat und seinen 450 Newtonmetern kann man sehr schnell und überaus ambitioniert unterwegs sein. Serienmäßig bieten beide Doppelkupplung, Allradantrieb und elektronische Dämpferregelung, deren Spreizung gerne noch etwas breiter sein dürfte. Jedoch hat nur der Targa 4S serienmäßig die elektronisch geregelte Quersperre an der Hinterachse, die gerade bei kurvenreicher Straße ein Gewinn ist. Den Rest regeln das exzellente Fahrwerk und die präzise Lenkung. (Porsche 911 GT2 RS: Beim Topmodell stammt dieses Teil aus dem 3D-Drucker)

Auf kurvenreichen Landstraßen ist der Porsche 911 Targa in seinem Element.

Während der Basis-Bügel vorne auf 19-Zöllern und hinten auf 20-Zöllern rollt, ist der sportlicher positionierte Porsche 911 Targa 4S mit 20-/21-Zöllern unterwegs. Kein Muss ist die Keramik-Composite-Bremsanlage. Die Preise starten bei 128.486 Euro für den 911 Targa 4 und bei 143.956 Euro für den 911 Targa 4S. Damit kostet der Targa exakt so viel wie das 911 Cabrio. (München gegen Stuttgart: BMW M8 Competition vs. Porsche Taycan Turbo S – einer zieht ab)

Mittlerweile hat der Porsche 911 – als Targa ebenso wie als Coupé oder Cabrio – auch bei den Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen deutlich nachgelegt. Erstmals gibt es nicht nur einen Abstandsregeltempomat, sondern auch eine Bodenfreiheit, die sich für die heimische Zufahrt frei programmieren lässt. Smartlift-Funktion nennt Porsche das Ganze. Es hebt den Vorderwagen automatisch an. Das elektrohydraulische System an der Vorderachse vergrößert die Bodenfreiheit an der Bugverkleidung um rund 40 Millimeter. Das System speichert auf Knopfdruck die GPS-Koordinaten der jeweiligen Position. Kommt der Porsche erneut in die Nähe der Stelle, hebt sich der Vorderwagen wiederum automatisch an. (Stefan Grundhoff/press-inform)

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