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Ford Mustang Mach-E GT im Test: Trägt er den Namen endlich zu Recht?

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Von: Marcus Efler

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Als Ford sein Elektro-SUV Mustang taufte, hagelte es noch Spott. Ist die neue Top-Version Mach-E GT nun sportlich genug?

Dearborn (USA) – Mit seinem neuen Elektro-Flaggschiff Mustang Mach-E GT hat Ford ein ganzes Bündel Widersprüche gepackt. Das beginnt schon beim Namen: Der Mustang war seit Mitte der 1960er-Jahre ein graziler V8-Sportwagen und begründete so das Genre der Pony-Cars. Der aktuelle, elektrische Mustang mit dem Beinamen Mach-E (hier geht’s zum Fahrbericht der Basisversion) hat da beim Design nur wenig und beim Antrieb nichts damit zu tun. Beim Temperament der neuen Topversion GT schon eher: Zwar ist schwer vorstellbar, dass dieses Trumm mit seinen 2,4 Tonnen Leergewicht, 1,6 Metern Höhe und 4,75 Metern Länge über die Curbs einer Rennstrecke fegt – genau das kann er aber. (101-Jähriger fuhr schon Ford Model T – und heute im elektrischen Mustang Mach-E)

Ford Mustang Mach-E GT im Test: Trägt er den Namen endlich zu Recht?

Der entsprechende „Temperamentvoll Plus“-Modus ist laut Ford „nur für den Rennstreckeneinsatz vorgesehen“ und hilft dem Fahrer, die Leistung des Antriebsstrangs auf der Rennstrecke auszubalancieren. Der Rennmodus passt die Traktions- und Stabilitätskontrolle entsprechend an. Das System lässt ESC und Traktionsregelung später eingreifen und modifiziert die Drehmomentverteilung. Dass es dabei weniger um Pokale denn um Spaß am schnellen Fahren geht, zeigt sich schon alleine daran, dass der künstlich erzeugte Fake-Sound des Antriebsstrangs noch mal verstärkt wird. (Seltener Ford Falcon GT 25 Jahre lang in Schuppen abgestellt – so viel ist er heute wert)

Ford Mustang Mach-E GT, fahrend
Pony-Car, neu interpretiert: der Ford Mustang Mach-E GT © Ford

Ford Mustang Mach-E GT im Test: In 3,7 Sekunden auf Tempo 100

Ausreichend Leistung liefert der Ford Mustang Mach-E GT jedenfalls aus dem Stand: nämlich 358 kW oder 487 PS Leistung aus zwei ölgekühlten Permanentmagnet-Synchronmotoren sowie satte 860 Newtonmeter Drehmoment, die laut Ford innerhalb von nur 0,5 Sekunden anliegen. Genug, um den Fünftürer in 3,7 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Je nach Fahrmodus wird ein stetig größerer Anteil des Drehmoments auf die Hinterräder übertragen, bei der Höchstgeschwindigkeit müssen elektrotypisch 200 km/h reichen. (Audi Q4 e-tron gegen Ford Mustang Mach-E: Wer gewinnt das Duell der Elektro-SUV?)

Ford Mustang Mach-E GT im Test: Schnell, aber voll alltagstauglich

Auch wer nicht an jedem Wochenende über die Nordschleife brettert, hat seinen täglichen Nutzen von der GT-Power. Beim Überholen etwa: Ein Kick aufs Fahrpedal – und vorbei. Das ist ein spürbarer Zugewinn an Sicherheit. Dazu ist der Ford Mustang Mach-E GT voll alltagstauglich. Die maximale Reichweite liegt offiziell bei 500 Kilometern, real sind 400 Kilometer allemal drin. An der Schnellladesäule braucht er 45 Minuten, um den Akku von zehn auf 80 Prozent aufzufüllen. Insgesamt hat der eine Kapazität von 98,7 kWh, wovon 88 kWh real nutzbar sind. (Ford Mustang Mach-E im Elchtest: Schweden kritisieren Elektro-SUV)

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Ford Mustang Mach-E GT, fahrend, von seitlich hinten
Einige Design-Details wie die Heckleuchten erinnern an den klassischen Ford Mustang. © Ford

Ford Mustang Mach-E GT im Test: Smartphone als Schlüssel

Innen macht der Mach-E einen grundsoliden Eindruck. Materialien, Verarbeitung, die Dicke der sichtbaren Bleche: Man fühlt sich gut und sicher aufgehoben. Platz ist reichlich, sowohl vorne wie hinten und überm Kopf. Vier Passagiere reisen bequem. Der Laderaum fasst zwischen 402 und 1.420 Liter, dazu addieren sich 100 Liter im „Frunk“ unter der Fronthaube. Das Cockpit informiert den Fahrer hinterm Lenkrad digital über die wichtigsten Daten von Geschwindigkeit bis Ladezustand.

Interieur des Ford Mustang Mach-E GT
Zeitgemäß digital: das Interieur des Ford Mustang Mach-E GT © Ford

Dazu kommt in der Mitte des Armaturenbrettes ein riesiges Display, unter anderem für die Navigation. Rund 80 Fahrzeugfunktionen sind einstellbar. Ein umfangreiches Paket an Assistenten ist ebenfalls an Bord – von automatischen Over-the-Air-Updates bis hin zu einem reichhaltigen Angebot von Hilfssystemen und der Möglichkeit, sein Handy als Schlüssel zu nutzen.

Technische Daten Ford Mustang Mach-E GT
Motor/AntriebPermanentmagnet-Synchron-Elektro / Allrad
Leistung/Drehmoment358 kW (487 PS) / 830 Nm
Vmax/0–100 km/h200 km/h / 3,7 s
Länge/Breite/Höhe4,74 / 1,88 / 1,61 m
Leergewicht2.348 kg
Ladevolumen402 – 1.420 l
Normverbrauch/Reichweite20 kW/100 km / 500 km
Preis72.900 Euro

Die Federung des Ford Mach-E GT wirkt auf schlechten Straßen ein wenig ruppig und die Lenkung etwas künstlich. Aber der Stromer lässt sich exakt um Kurven und durch Serpentinen zirkeln, weist auch dank des niedrigen Schwerpunktes kaum Seitenneigung auf. Ein modernes Kamerasystem unterstützt das Rangieren beim Parken ebenso wie der Wendekreis von 11,60 Metern. Die Rekuperation lässt sich unterschiedlich stark einstellen – bis hin zum Ein-Pedal-Betrieb, in dem der Mustang fast ohne Bremspedal zu fahren ist.

Der Ford Mustang Mach-E GT wird so zum stimmigen Gesamtpaket, das den Fahrspaß des legendären Mustang tatsächlich wieder aufleben lässt. Sein Einstandspreis liegt bei 72.900 Euro – minus 7.975 Euro Umweltprämie. Zum günstigen Auto wird das Pony-Car der Neuzeit mit der aber auch nicht. (Von Jürgen Wolff/press-inform)

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