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Peugeot 308 SW Hybrid 180 im Test: Gelingt der Angriff auf die Golfklasse?

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Von: Sebastian Oppenheimer

Mit dem neu entwickelten Peugeot 308 wollen die Franzosen einmal mehr in der Golfklasse angreifen. Wir haben die Kombi-Version mit Plug-in-Antrieb getestet.

Vélizy-Villacoublay (Frankreich) – Ansehnlich ist er, der Peugeot 308 – als Kombi (SW = Station Wagon) sowieso. Die Materialien im Innenraum gehen ebenso wie die Verarbeitung durchaus in Ordnung. Die AGR-Sitze („Aktion Gesunder Rücken“) sind bequem, allerdings sollte man die Version mit der ausziehbaren Oberschenkelauflage wählen, die bei der Top-Ausstattung „GT Pack“ serienmäßig und sonst nur bei der GT-Version (also ohne „Pack“) für 1.340 Euro Aufpreis erhältlich ist. Aber auch so brauchen wir ein wenig, um eine gute Sitzposition zu finden, was hauptsächlich an den eingeschränkten Variationsmöglichkeiten bei der Höhen- und Längsverstellung der Lenkradsäule liegt. Hat man sich erst einmal eingerichtet, ist der Arbeitsplatz aber bequem. (Peugeot 508 PSE im Test: Die sportlichen Ambitionen des Hybriden haben ihren Preis)

Fahraufnahme eines Peugeot 308 SW
Der Peugeot 308 SW ist betont komfortabel abgestimmt. © Peugeot

Peugeot 308 SW Hybrid 180 im Test: Gelingt der Angriff auf die Golfklasse?

Das oben und unten abgeflachte Lenkrad ist vergleichsweise klein, was aber ebenfalls nach kurzer Zeit kein Thema mehr ist. Dass Peugeot mit der Begründung, dass sich das Instrumenten-Display oberhalb des Lenkrads befindet, auf ein Head-up-Display verzichtet, verwundert uns ein wenig. Aber wir kamen auch ohne die Projektion in der Windschutzscheibe klar. Das schmale Cockpit verwandelt sich auf Knopfdruck in ein 3-D-Kino, das viele Informationen bereithält. Das Infotainment hat sich sichtbar verbessert – im wahrsten Sinne des Wortes. Das liegt zum einen am Zehn-Zoll-Touchscreen, der ansehnlich in die Instrumententafel einfügt wurde und zum anderen an Optimierungen wie der 360-Grad-Ansicht, die jetzt ein echtes Kamerabild zeigt.

Peugeot 308 SW Hybrid 180 im Test: Abstimmung betont komfortabel

Beim Fahren macht der Franzose aus seiner Herkunft keinen Hehl. Die Abstimmung des Kombis ist betont komfortabel, allerdings lässt sich beim Anfedern das stattliche Gewicht von 1.734 Kilogramm nicht verbergen. Dass sich der Peugeot in schwungvoll genommen Kurven geschmeidig zur Seite neigt, dürfte nur die irritieren, die das Landstraßenwedeln zur Kunstform erhoben haben. Ebenso wie die Tatsache, dass die Lenkung direkter und mitteilsamer sein könnte. Die Bremsen sind auch für die Rekuperation zuständig und packen plötzlich herzhaft zu. Hier würden wir uns eine bessere Dosierbarkeit wünschen. Sobald man sich auf diese Eigenart eingestellt hat, läuft die Verzögerung geschmeidiger ab. (Stilisierter Löwenkopf: Peugeot zeigt neues Logo – „Ich hoffe, es hat nicht zu viel gekostet ...“)

Blick ins Cockpit des Peugeot 308 SW Hybrid 180
Typisch Peugeot: Auch der 308 SW Hybrid 180 hat das kleine Lenkrad mit den hochgesetzten Instrumenten an Bord. © Peugeot

Peugeot 308 SW Hybrid 180 im Test: Von 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden

Damit sind wir auch schon bei der Agilität. Der Vierzylinder-Benziner im Peugeot 308 SW Hybrid 180 leistet 110 kW/150 PS und im Zusammenspiel mit dem 81 kW/110 PS starken E-Motor kommt das Fahrzeug auf eine Systemleistung von 133 kW/180 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmetern. So erreicht der Kombi aus dem Stand nach 7,7 Sekunden die 100-km/h-Marke und ist bis zu 225 km/h schnell.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Leistung reicht völlig aus. Vor allem, wenn die 12,4-Kilowattstunden-Batterie noch Energie hat, um den Vierzylinder-Benziner tatkräftig zu unterstützen. Die Franzosen haben die Fahrmodi reduziert: Es stehen nur Eco, Hybrid und Sport zur Auswahl. Die Stärke des Peugeot SW Hybrid 180 liegt im entspannten Vorankommen. Sobald man aus dem Antriebsstrang alles herauskitzelt hat, signalisiert der Verbrennungsmotor genervt hörbar seinen Unmut. (Der Peugeot e-2008 kann zwar schnell laden – aber nicht gerade schnell fahren)

Fahraufnahme eines Peugeot 308 SW Hybrid 180
Der Peugeot 308 SW Hybrid 180 spurtet in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h © Peugeot

Peugeot 308 SW Hybrid 180 im Test: Optional mit Onboard-Lader

Wir haben unsere Testfahrt vorwiegend in der Einstellung Hybrid absolviert und so dem System die Entscheidung über den Antriebsmodus überlassen. Während unserer Erprobung haben wir sowohl Autobahnen und Landstraßen als auch schmalere Straßen befahren, auf denen wir einige Höhenmeter überwunden haben. Nach 81 Kilometern waren noch zwei Kilometer elektrische Reichweite übrig und der Bordcomputer zeigte einen Durchschnittsverbrauch von 3,3 l/100 km an. Das sind 2,1 Liter pro 100 Kilometer mehr als das Datenblatt gemäß dem WLTP-Zyklus angibt. Der Peugeot 308 SW ist optional mit einem einphasigen Onboard-Lader ausgestattet, der die Akkus an einer Wallbox bestenfalls innerhalb von einer Stunde und 55 Minuten wieder füllt.

Technische Daten Peugeot 308 SW Hybrid 180
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner mit E-Motor / 8-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment133 kW (180 PS) / 360 Nm
Vmax/0–100 km/h225 km/h / 7,7 s
Länge/Breite/Höhe4.636 / 2.062 / 1.442 mm
Leergewicht1.734 kg
Ladevolumen548 / 1.574 Liter
Normverbrauch1,2 l/100 km
CO2-Ausstoß27 g/km
Preis37.900 Euro

Peugeot 308 SW Hybrid 180 im Test: Das kostet der französische Kombi

Mit der neuen Plattform kommt nicht nur ein neues Heimkino ins Auto, sondern auch neue Assistenzsysteme. Der Totwinkelwarner schaut jetzt bis zu 75 Meter über die Schulter und der adaptive Tempomat beherrscht mittlerweile Stop-and-go. Die Ladekante ist niedrig und das Basis-Ladevolumen mit 548 Litern in Ordnung. Legt man die Lehnen der Rückbank um, werden immerhin 1.574 Liter daraus. Bleibt zum Schluss noch der Preis: Wer sich für den 308 SW Hybrid 180 e-EAT8 entscheidet, muss ab Januar 2022 mindestens 37.900 Euro hinblättern. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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