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Nissan Pathfinder im Test: So gut ist das japanische Fünf-Meter-SUV

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Von: Marcus Efler

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Einst war Nissan auch in Deutschland eine starke Marke. Das SUV Pathfinder könnte etwas Glanz zurückbringen – wenn der Renault-Partner sich denn trauen würde.

Yokohama (Japan)  – Man weiß nicht so recht, wohin Nissan in Europa will. An guten Ideen und coolen Autos hat es trotz mancher Design-Eskapaden in den vergangenen Jahren nicht gemangelt. Doch die Modelle, die der Marke einst Charme und Charisma gaben, sind nahezu völlig aus dem Portfolio verschwunden. Der Nissan GT-R ist mittlerweile mächtig in die Jahre gekommen, der neue Z wurde für Europa ohne nachvollziehbare Gründe gestrichen, und auch der Elektro-Crossover Ariya lässt weiterhin auf sich warten. Einen großen Geländewagen wie den Patrol bringt man ebenso wenig nach Europa wie die Topmodelle Murano oder Armada.

Umso besser täte den Japanern in der Allianz mit Renault die Neuauflage des SUV Pathfinder. Doch auch dessen offizieller Export nach Europa ist unsicher – obschon er hier allemal Chancen hätte, den teureren Audi Q7 zu ärgern. Denn er ist nicht nur optisch gelungen und betont selbstbewusst, sondern zeigt, dass Nissan noch Ambitionen hat, vorne mitzumischen. (Nissan Office Pod Concept: Japaner stellen Homeoffice-Van vor – so funktioniert das rollende Büro)

Nissan Pathfinder, stehend
Stattliche Erscheinung: Der neue Nissan Pathfinder. © Nissan

Nissan Pathfinder im Test: So gut ist das japanische Fünf-Meter-SUV

So stattlich wie der 5,02 Meter lange Pathfinder auftritt, ist er auch motorisiert. Nissan hält an seinem konventionellem 3,5-Liter-V6-Triebwerk ohne Hybrid-Unterstützung fest. Das ist für seine Laufruhe genauso bekannt wie für kraftvollen Durchzug, der auch einen Betrieb mit Hänger bis 2,7 Tonnen ermöglicht. Im Pathfinder leistet der V6 nunmehr 284 PS und ein maximales Drehmoment von 351 Nm, das allerdings erst bei 4.800 U/min anliegt.

Denn die Japaner setzen unverändert auf einen 24-Ventiler-Sauger ohne Turboaufladung, sodass der Motor bis zu 6.600 U/min dreht, und von unten heraus nicht allzu viel geht. Immerhin schafft es die Neunstufen-Automatik, die Anfahrschwäche bei niedrigen Drehzahlen zu überspielen, und im mittleren Drehzahlbereich ist man überaus kraftvoll unterwegs. Aus dem Stand geht es in gut acht Sekunden auf Tempo 100. (Neuer Nissan Qashqai im Test: Optisch völlig neu – doch Antriebs-Auswahl ist mager)

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Nissan Pathfinder im Gelände
Durchaus geländegängig: Der neue Nissan Pathfinder. © Nissan

Nissan Pathfinder im Test: So gut ist das japanische Fünf-Meter-SUV

Mit einer Breite von 1,98 Meter sorgt der Pathfinder für einen standesgemäßen Auftritt im Rückspiegel, und bietet auch im Innenraum mehr als ausreichend Platz. Dazu ist der zwei Tonnen schwere Allradler betont komfortabel abgestimmt und seine Lenkung recht leichtgängig. Über einen Controller auf dem breiten Mitteltunnel kann man nach Vorbild von Range Rover zwischen den verschiedenen Fahr- und Allradmodi hin- und herwechseln. Dabei legt Nissan, wie schon immer bei seinem Pathfinder, besonderen Wert darauf, dass nicht nur seinem Namen nach auch ins Gelände darf. Grenzen setzt hier allerdings die Bodenfreiheit von nur 18 Zentimetern.

Nissan Pathfinder 3.5 V6
Motor/Getriebe/Antrieb3,5-l-V6/9-Gang-Automatik/Allrad
Leistung/Drehmoment208 kW (284 PS)/351 Nm bei 4.800 U/min
Länge/Breite/Höhe5,02/1,98/1,78 m
Leergewicht2.046 kg
Ladevolumen470 – 2.280 l
Vmax/0–100 km/h200 km/h / 7,8 s
Normverbrauch10,6 l/100 km
US-Preis48.440 Dollar (ca. 42.900 Euro), Basis ab 33.680 Dollar (ca. 30.000 Euro).

Auch der edle Innenraum mit viel Leder, einem etwas verspielten Cockpit und bis zu acht Sitzen passt besser zu Großstadt-Boulevard. Dank des 2,90 Meter langen Radstandes ist das Platzangebot im Fond solide, doch in der dritten Reihe geht es sehr eng zu. Das Ladevolumen ist mit 470 bis 2.280 Liter hinter der elektrischen bedienten Heckklappe dagegen sehr üppig.

Interieur des Nissan Pathfinder
Hochwertiges Interieur, Cockpit mit Apple CarPlay: Der neue Nissan Pathfinder. © Nissan

Der Preis ist trotz der Komfort- und Sicherheitsausstattung ein Knüller: Die Basisversion startet (allerdings ohne Allradantrieb) bei 33.680 US-Dollar (knapp 30.000 Euro). Empfehlenswert ist die Platinum-Topversion, die mit 48.440 US-Dollar (42.900 Euro) ebenfalls fair gepreist ist. In Deutschland würden die Preise etwas höher liegen  –  wenn sich denn Nissan dazu durchringen könnte, mit einem so gelungenen SUV sein Image auch hierzulande aufzupolieren. Sonst bleibt Nissan- und SUV-Fans nur übrig, bei einem freien Importeur vorbeizuschauen. (Stefan Grundhoff/press-inform)

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