1. 24auto
  2. Tests
  3. Fahrbericht

Mini John Cooper Works Cabrio im Test: Topversion mit speziellem Fahrwerk

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Mit wenigen, aber stimmigen Änderungen fährt das Mini Cabrio in die nächsten Jahre. Die Topversion bringt ein ganz spezielles Fahrwerk mit.

Oxford (Großbritannien) – Manchmal sind die Verfasser von Pressemitteilungen nicht zu beneiden. Denn eine optisch eher dünne Modellauffrischung überzeugend zu beschreiben, ist in etwa so, als wenn man aus einer ausgepressten Orange noch ein ganzes Glas Saft quetschen soll. Also liest man auch beim Mini John Cooper Works Cabrio (JCW) von einem „größer dimensionierten hexagonalen Kühlergrill“, einer in „Wagenfarbe lackierten Stoßfängerleiste“, einer Lackierung namens „Zesty Yellow“ sowie „modifizierte Side Scuttles“ auf den vorderen Seitenwänden und einer neu gestalteten Heckschürze. Letztendlich äußerliche Detailarbeit, die nur Experten auffällt. Das ist auch in Ordnung, ein Mini sollte eben auch vom Aussehen her so hip wie bislang bleiben. Nicht umsonst steigen vor allem Lifestyle-bewusste Frauen gerne in den kleinen Briten. (Mini Countryman Hybrid: Lieferstopp, weil er in dieser Disziplin versagt)

Mini John Cooper Works Cabrio im Test: Topversion mit speziellem Fahrwerk

Diejenigen, die es gerne mal flotter angehen lassen, greifen zur John-Cooper-Works-Variante, die auch optisch sportlicher auftritt. Das Gewicht ist diesem Agilitätsversprechen schon mal zuträglich: Das Cabrio wiegt leer lediglich 1.375 Kilogramm. Kombiniert mit der unveränderten Leistung von 231 PS ergibt schon die grundlegende Arithmetik, dass es in dem Oben-ohne-Briten ziemlich flott vorangeht: nämlich in 6,5 Sekunden auf 100 km/h. Bei diesem Mini steht aber kein Drag-Race im Vordergrund, sondern eher ein Slalom. Schließlich werden die Marketingstrategen der BMW-Tochter nicht müde, mit dem Kart-Feeling zu trommeln. Zumal es sich hier um die Version mit den drei Buchstaben aus dem Rennsport handelt, die per se schon zu gesteigerter Agilität verpflichtet. (Extrem-Tuning: Mini-Fahrerin macht Polizei sprachlos)

Mini John Cooper Works Cabrio, fahrend
Kurven sind sein Revier: Das Mini John Cooper Works Cabrio. © Bernhard Filser/Mini

Mini John Cooper Works Cabrio im Test: Flott, aber nicht zickig

Und diese Vorgabe hält das Cabrio auch ein. Im Vergleich zu den Markenbrüdern flitzt die Power-Variante stets einen Schuss flotter um die Ecken, ohne den Fahrer mit zickigen Reaktionen zu nerven. Ganz im Gegenteil, selbst bei schnellen Richtungswechseln bleibt der Mini Cooper lange neutral und lässt sich entspannt bewegen. Nur wenn man es mit der Kurvenhatz übertreibt, schiebt der Mini freundlich über die Vorderräder, lässt sich aber schnell wieder einfangen. Allerdings vermissen wir etwas die ultimative Leichtigkeit: Das Mini JCW Cabrio ist ein scharfes japanisches Steakmesser, aber kein feines Skalpell – was möglicherweise an der gemeinsam mit BMW genutzten Plattform liegt. (Mini Cooper SE im Test: Neues Multitone-Dach ist ein Hingucker)

Cockpit des Mini JCW Cabrio
Bunt und digital: das Cockpit des Mini JCW Cabrio © Bernhard Filser/Mini

Mini John Cooper Works Cabrio im Test: Hightech-Dämpfer für Sportlichkeit

Beim Komfort zahlt sich die Technik-Synergie dagegen aus. Auf Wunsch kann man das Mini John Cooper Works Cabrio mit sogenannten frequenzselektiven Dämpfern versehen, die innerhalb von 50 bis 100 Millisekunden auf Fahrbahnunebenheiten reagieren und diese abfedern. Bei diesem System wird der Ölfluss, der die Dämpferhärte definiert, durch ein Zusatzventil geregelt. Dadurch versprechen sich die Mini-Techniker eine Erhöhung der maximalen Dämpfkraft um bis zu zehn Prozent. Der Kniff hat den erwünschten Effekt: Der Mini JCW ist zwar sportlich straff, gleicht die Fahrbahnunebenheiten aber gut aus, ohne synthetisch weich zu wirken. Gerade wenn man flott unterwegs ist, will man spüren, wie sich das Verhältnis Fahrwerk zu Asphalt gestaltet. In dem Fahrmodus „Mid“ lassen sich auch Langstrecken relativ entspannt absolvieren. Wer aber eine Sänfte sucht, sitzt definitiv im falschen Auto.

Mini John Cooper Works Cabrio
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner / 8-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment170 kW (231 PS) / 320 Nm bei 1.450 – 4.800 U/min
Vmax/0–100 km/h241 km/h / 6,5 s
Länge/Breite/Höhe3,87 / 1,73 / 1,42 m
Gewicht1.375 kg
Laderaum160 – 215 l
Normverbrauch/CO2-Emission7,1 l/100 km / 162 g/km
Preis39.200 Euro

Wenn man eine sportlichere Fahrweise anschlägt, darf man sich auch nicht wundern, dass man den von Mini angegebenen Durchschnittsverbrauch von 7,1 l/100 km schnell überbietet. Dafür packen die Brembo-Bremsen beherzt zu. Das Mini JCW Cabrio macht also Spaß, egal ob in der Stadt oder auf der Landstraße. Vor allem wenn man das Dach öffnet, die Scheiben runterfährt und der Wind ungehindert durch den Innenraum toben kann, kann man den PS-starken Mini richtig genießen. Zumal sich das Dach auch bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h öffnen lässt und innerhalb von 18 Sekunden hinter dem Fahrer verschwindet. (Legende Automobiles Turbo 3: Renault 5 Turbo als schicke Restomod-Version)

Mini John Cooper Works Cabrio im Test: Innen etwas verspielt

Wer Mini mag, findet sich auch bei der stärksten Variante mit einer gewissen Verspieltheit im Interieur ab. Also verfärbt sich der Ring um das kreisrunde Zentralinstrument entsprechend dem gewählten Fahrmodus. Dem Infotainmentsystem merkt man die BMW-Verwandtschaft an, was aber durchaus positiv ist. Ein Digitaldisplay, das auf der Lenkradsäule thront, und das Head-up-Display halten den Fahrer über alle wichtigen Daten auf dem Laufenden. Allerdings hat dieser Spaß auch seinen Preis: Wenn man die schnell agierende Sport-Achtgangautomatik statt der manuellen Sechsgangschaltung wählt, legt man über 39.000 Euro (Basis: 37.200 Euro) auf den Tisch. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare