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Mini Cooper SE im Test: Neues Multitone-Dach ist ein Hingucker

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Von: Christian Schulz

Mini peppt seinen vollelektrischen Mini Cooper SE mit Design-Änderungen und Assistenzsystemen auf – doch vor allem das neue Multitone-Dach ist ein Hingucker.

München – Der absolute Hingucker des Mini Cooper SE Facelift ist gleich ganz oben zu finden: Denn als erstes Fahrzeug der britischen BMW-Tochter bekommt sein Dach einen ganz besonderen Verlauf lackiert. In der Produktsprache von Mini nennt sich das hippe, neue Element „Multitone Roof“ – also Mehrfarben-Dach. Tatsächlich ist die elegante Haube des Stromers mehr als ein simpler Farbklecks und dürfte bei den Kunden gut ankommen. Die Prozedur wird von der Lackiererei im Mini-Werk in Oxford automatisch erledigt. Bei einer so aufwendigen Operation ist es klar, dass es zu kleineren Abweichungen kommt. Das ist den Vertriebsstrategen aber nur recht, denn so wird jedes Elektroauto mit dieser Dachlackierung zum Unikat. (Mini John Cooper Works GP: Dieser Mini ist schneller als so mancher Sportwagen)

Das Mini Cooper SE Facelift 2021 von links vorne

Das „Multitone“-Dach ist die augenfälligste Neuerung beim Mini Cooper SE Facelift 2021. Auch sonst wurde einiges aufgefrischt. © Bernhard Filser/Mini

Mini Cooper SE im Test: Sein neues Dach ist ein echtes Highlight

Damit hören die optischen Veränderungen aber nicht auf: Die Front und das Heck des vollelektrischen Fahrzeugs sind ebenfalls leicht modifiziert. Im Innenraum haben die Lufteinlässe ein anderes Design bekommen und die Applikationen neue Oberflächen. Im Lenkrad sind die Knöpfe und Hebel jetzt mehr Flächen als Tasten. Die Bedienung klappt problemlos und im Winter gibt es keine klammen Finger mehr, weil Mini eine Lenkradheizung anbietet. (Mini Cooper SE Countryman PHEV: So viele E-Kilometer gibt’s jetzt mehr als bisher)

Für den klassischen BMW-Fahrer dürften die Lichteffekte und -spielereien in dem elektrischen Mini eine Spur zu viel sein, doch die große „Zentral-Pizza“ samt Lichtkranz und 8,8 Zoll Touchscreen kommt beim Mini-Fahrer gut an. In Zeiten der Touchscreen-Manie freut man sich, dass BMW und damit auch Mini nach wie vor auf den Dreh-Drück-Steller setzt und so die Fahrerablenkung minimiert. Die Handhabung des Infotainments geht leicht von der Hand. Die Einbindung des Smartphones klappt flott und ohne Hindernisse. Beim Apple iPhone öffnen sich auch ohne Kabelverbindung selbstständig Streaming-Dienste wie etwa Spotify. (Mini Countryman Hybrid: Lieferstopp, weil er in dieser Disziplin versagt)

Das „Multitone-Roof“ beziehungsweise Mehrfarben-Dach des Mini Cooper SE Facelift 2021

Extravaganter Farbverlauf als Hingucker: Kein Mehrfarben-Dach des Mini Cooper SE Facelift ist wie das andere. © Bernhard Filser/Mini

Nicht ganz so augenfällig sind andere Neuerungen bei der Modellpflege. Wie etwa mehr Assistenzsysteme. Immerhin hat der Mini jetzt einen adaptiven Tempomaten, der auch Stop-and-go beherrscht, was im quirligen Stadtverkehr entspannt. Dass der Tempomat aufgrund der kamerabasierten Auslegung bereits bei 140 km/h den Dienst quittiert, wird sich bei dieser Generation wohl auch nicht mehr ändern. Dafür bietet der aufgefrischte Elektro-Mini jetzt eine Spurverlassens-Warnung und ein sogenanntes Schlechtwetterlicht. Dabei handelt es sich um ein Abbiegelicht, bei dem ein gezielter von den LED-Leuchten generierter Spot die eingeschlagene Richtung ausleuchtet. (Kultauto kommt zurück: Renault zeigt R5 als Elektro-Version – Reaktionen sind überwältigend)

Der Innenraum des Mini Cooper SE Facelift 2021 von der Fahrerseite aus

Auch der Innenraum des Mini Cooper SE Facelift 2021 wurde runderneuert – inklusive neuer Assistenzsysteme. © Bernhard Filser/Mini

Mini Cooper SE im Test: Sport-Fahrprogramm sorgt für Spaß, hat aber seinen Preis

Auf der Straße schlägt sich der E-Mini nach wie vor ziemlich gut und ist trotz seiner sportlichen Gene deutlich kommoder als manch einer seiner Brüder mit Verbrennungsmotor. Das liegt an der größeren Bodenfreiheit mit dem längeren Federweg und dem konsequenterweise anders abgestimmten Fahrwerk. Wer jetzt glaubt, dass sich der Mini Cooper SE in die Kurven legt, täuscht sich gewaltig. Der 1.365 Kilogramm schwere Stromer carvt beschwingt um die Ecken. In der Stadt ist der Mini ebenfalls zu Hause und selbst in den beiden Eco-Farmodi hält er locker mit. (Fiat 500e: Der Elektro-Stadtflitzer warnt mit einem ganz besonderen Sound)

Richtig Spaß kommt im Sport-Fahrprogramm auf. Da holt das System alles aus den 135 kW / 184 PS und den 260 Newtonmetern Drehmoment heraus. Dann sprintet der Mini in 7,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und kennt auf Stadtstraßen kaum Gegner. Da fällt die limitierte Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h ebenso wenig ins Gewicht wie die Reichweite von lediglich 234 Kilometern aufgrund der Batteriekapazität von 32,6 (Kilowattstunden) (28,9 netto). Hier hätte man mit leistungsstärkeren Batteriezellen mehr rausholen können. (Opel Manta GSe: Hersteller verrät wichtige Details zum elektrischen Coupé)

Das Mini Cooper SE Facelift 2021 von links hinten

Dank des Sport-Fahrprogramms bietet der aufgefrischte Mini Cooper SE einen hohen Spaßfaktor – allerdings auch einen teuren. © Bernhard Filser/Mini

Doch der 2023er-Nachfolger lugt bereits aus der Zukunft – und letzten Endes ist der Mini Cooper SE ein Stadtauto. Das ändert aber rein gar nichts daran, dass man mit diesem Dreitürer aus Oxford jede Menge Spaß haben kann. Und das bei einem Norm-Verbrauch von 17,6 kWh/100 km (WLTP) – wir kamen bei unserer Testfahrt auf 20,7 kWh/100 km. Allerdings ist der aufgefrischte Flitzer mit einem Preis von 32.500 Euro kein Sonderangebot – zumal bei Mini noch einiges an Extras dazukommt. (Brabus Smart Ultimate E: So leicht sind die 18-Zoll-Felgen dieses edlen Stadtflitzers) (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

Technische Daten Mini Cooper SE (2021)
Motor/Getriebe/AntriebElektromotor / Ein-Gang-Automatik / Vorderradantrieb
Leistung/ Max. Drehmoment135 kW (184 PS) / 270 Nm
Länge/Breite/Höhe3.850 / 1.727 / 1.432 mm
Kofferraumvolumen211 Liter (umgeklappt 731 Liter)
Vmax/0–100 km/h150 km/h / 7,3 s
Normverbrauch17,6 kWh/100 km
CO2-Ausstoß0 g/km
Basispreis32.500 Euro

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