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Mini Cooper S 5-Türer im Test: Endlich kommen längst überfällige Funktionen

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Von: Sebastian Oppenheimer

Die Modellpflege des Mini Cooper S 5-Türers bringt nicht nur optische Retuschen, sondern vor allem auch Verbesserungen beim Fahrwerk. Der Motor könnte allerdings etwas stärker sein.

München – Seit Mini Cooper eine BMW-Tochter ist, hat sich die britische Kultmarke sukzessive von ihren Wurzeln entfernt. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, da moderne Automobile aufgrund der Technik und dem gestiegenen Komfortanspruch der Kunden nur noch wenig mit den Flitzern der 1960er-Jahre gemein haben. Doch seit BMW die nächste Stufe der Gleichteilestrategie gezündet hat und die UKL-Architektur unter die britischen Karossen schnallt, haben die Minis noch einmal in den Abmessungen zugelegt. Der fünftürige Cooper S, mit dem wir unterwegs sind, ist 4,04 Meter lang und 1.280 Kilogramm schwer. Der Mini Cooper S des Jahres 1963/64 bringt es auf gerade einmal 670 Kilogramm und 3,06 Meter.

Fahraufnahme eines Mini Cooper S 5-Türers
Der Mini Cooper S 5-Türer erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. © Mini/Bernhard Filser

Mini Cooper S 5-Türer im Test: Modellpflege bringt längst überfällige Funktionen

Doch auch alle Größenvorteile ändern nichts an der Tatsache, dass im modernen Mini Cooper im Fond keine opulenten Platzverhältnisse herrschen. Vor allem, wenn man die Rückbanklehne in die Cargo-Position bewegt, um das Maximum aus dem Kofferraumvolumen herauszuholen. Die senkrechte Lehne will man aber seinem ärgsten Feind nicht zumuten, falls der hinten Platz nehmen muss. Dann fasst das Gepäckabteil 278 Liter, legt man die Lehnen komplett um, werden maximal 941 Liter daraus. Aber bei einem Mini nimmt man ohnehin nur im Notfall in der zweiten Reihe Platz. Der Chefsessel ist natürlich vorne links. Die Sitze verströmen aufgrund der parallelen Längsnähte immer noch ein bisschen Luftmatratzen-Optik, sind aber dank der ausziehbaren Oberschenkelauflage bequem und bieten vernünftigen Seitenhalt. Das Lenkrad ist überarbeitet und kann jetzt auch beheizt werden. (Mini John Cooper Works Cabrio im Test: Topversion mit speziellem Fahrwerk)

Mini Cooper S 5-Türer im Test: Das Interieur wird deutlich digitaler

Das Interieur ist mit dem Fünf-Zoll-Monitor und dem 8,8 Zoll großen Zentraldisplay deutlich digitaler als bisher und lässt trotz der verspielteren Atmosphäre mit der Ambiente-Beleuchtung, den Flugzeughebeln und dem kleiner dimensionierten Dreh-Drück-Steller die BMW-Gene durchschimmern. Daher findet man sich bei den Menüs des Infotainments schnell zurecht. Dass bei einem Mini im Zuge der Modellpflege erstmals eine elektrische Parkbremse erhältlich ist, nehmen wir mit einem anerkennenden Schmunzeln zur Kenntnis. Aber einen Mini fährt man nach wie vor aus einem gewissen Selbstverständnis und nicht primär aus praktischen Gründen. Deswegen freut sich der typische Mini-Pilot mehr über das aufwendig lackierte Multitone-Dach mit dem fließenden Farbverlauf sowie über die etwas veränderte Front- und Heckschürze. (Mini Cooper SE im Test: Neues Multitone-Dach ist ein Hingucker)

Blick ins Cockpit eines Mini Cooper S 5-Türers
Runde Sache: Das etwas verspielte Interieur des Mini Cooper S 5-Türers ist nichts für Fans klarer Linien. © Mini/Bernhard Filser

Mini Cooper S 5-Türer im Test: Viele Extras gibt’s nur gegen Aufpreis

Mit der Auffrischung inmitten des Modellzyklus kommen Funktionen in den Lifestyle-Flitzer, die man bei einem Auto dieser Güte schon länger erwartet hätte, auch wenn einiges in typischer Mini-Manier nur gegen Aufpreis zu haben ist. Die aktive Geschwindigkeitsregelung kann jetzt auch Stop and Go und kostet 300 Euro extra, die Spurverlassenswarnung mit Lenkradvibration ist an das multifunktionale Instrumentendisplay gekoppelt und belastet das Budget mit 720 Euro. Das adaptive LED-Licht wird durch ein Schlechtwetterlicht ergänzt, das per Knopfdruck aktiviert wird und den Nebelscheinwerfer in der Frontschürze obsolet macht. (Extrem-Tuning: Mini-Fahrerin macht Polizei sprachlos)

Mini Cooper S 5-Türer im Test: Das Fahrwerk ist relativ straff abgestimmt

Der Fahrdynamiker freut sich über das adaptive Fahrwerk, das auch beim fünftürigen Mini Cooper S mithilfe der frequenzselektiven Dämpfer realisiert wird, die innerhalb von 50 bis 100 Millisekunden auf Fahrbahnunebenheiten reagieren und diese abfedern. Deswegen gibt es auch beim Mini Cooper S nach wie vor die drei Fahrmodi „Sport“ (Fahrwerk straffer, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe agiert schneller und die Gasannahme ist unmittelbarer), während bei „Mid“ und „Green“ die Dämpfer komfortabler agieren und sich der Antriebsstrang etwas mehr zurückhält. Diese unterschiedlichen Abstimmungen sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Fahrwerk des Mini Cooper S auf der strafferen Seite anzusiedeln ist.

Fahraufnahme eines Mini Cooper S 5-Türers
Der aktuelle Mini Cooper S 5-Türer bringt 1.280 Kilo auf die Waage – sein Urahn von 1963 wog gerade einmal 670 kg. © Mini/Bernhard Filser

Mini Cooper S 5-Türer im Test: Geräuschkulisse bei höheren Drehzahlen

Schließlich steht das „S“ im Namen in der Mini-Tradition für sportliche Dynamik. Mit einer Leistung von 131 KW / 178 PS ist der Mini Cooper S kein Kraftprotz und wird auch mal von südkoreanischen Kleinwagen gejagt. Die Stärke des Mini besteht auch in dieser Ausbaustufe im Wedeln, nicht im Sprinten, selbst wenn er die 100 km/h aus dem Stand nach 6,7 Sekunden knackt und bis zu 235 km/h schnell ist. Der Cooper S macht auf Landstraßen Spaß und lässt sich auch ohne das berühmte Messer zwischen den Zähnen schnell bewegen. Allerdings giert der Zweiliter-Vierzylinder nach Drehzahlen, was für eine entsprechende Geräuschkulisse sorgt, die bei längeren Strecken durchaus nerven kann.

Technische Daten Mini Cooper S 5-Türer
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner / 7-Gang-Automatik / Front
Leistung/Drehmoment131 kW (178 PS) / 280 Nm bei 1.350 bis 4.200 U/min
Vmax/0–100 km/h235 km/h / 6,7 s
Länge/Breite/Höhe4.036 / 1.727 / 1.425 mm
Leergewicht1.280 kg
Ladevolumen278 bis 941 kg
Normverbrauch6,5 l/100 km
CO2-Ausstoß147 g/km
Preis29.600 Euro

Mini Cooper S 5-Türer im Test: Das kostet der Brite in der Basis

Mini gibt den Verbrauch des Mini Cooper S mit 6,5 l/100 km an, wir brauchten bei der Testfahrt knapp zwei Liter pro 100 km mehr. Ein Schnäppchen ist der Mini Cooper nicht. Los geht’s beim Cooper S bei 27.600 Euro. Will man die sportliche Variante des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes nutzen, sind bereits 2.000 Euro extra fällig und wenn man den Mini etwas ausstaffiert, nähert man sich schnell der 35.000-Euro-Marke. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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