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Mercedes C-Klasse All-Terrain im Test: Kombi mit SUV-Appeal

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Von: Marcus Efler

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Nach der E-Klasse liftet Mercedes nun auch die C-Klasse zur All-Terrain-Version. Im Gelände offenbart der Kombi überraschende Fähigkeiten.

Stuttgart – Für echte Offroad-Fans sind Vehikel wie die Mercedes C-Klasse All-Terrain weder Fisch noch Fleisch. Kein normaler Kombi, kein SUV und erst recht kein Geländewagen. Hardcore-Kraxler bezeichnen den angedeuteten Unterbodenschutz schon mal als Lifestyle-Beplankung. Dennoch wird auch dieses um 40 Millimeter höhergelegte Mercedes T-Modell der C-Klasse vor allem in Deutschland und Japan seine Abnehmer finden.

Allerdings tummeln sich schon Audi und Volvo in dem Segment. Dass sich die Schwaben erstmals mit einer C-Klasse All-Terrain der Konkurrenz stellen, liegt an der gleichnamigen E-Klasse, die 2017 auf den Markt kam. „Manche Kunden mögen das Konzept“, hat Produktmanager Thorsten Wilke festgestellt, „bevorzugen aber eine günstige Variante“. (Volvo V90 B4 Cross Country im Test: So schlägt sich der Basis-Diesel)

Mercedes C-Klasse All-Terrain im Test: Kombi mit SUV-Appeal

Billig wirkt aber diese C-Klasse indes keineswegs. Der Kühlergrill mit nur einer Querstrebe und die Off-Road-Optik heben die All-Terrain-Version von den anderen T-Modellen ab. Dazu kommt das optionale digitale Licht von der S-Klasse, das im Gelände, sobald es um die Ecke geht, fast im rechten Winkel abstrahlt und so einen besonders breiten Bereich ausleuchtet. Platz ist mit einer Länge von 4,76 Metern in dem T-Modell der C-Klasse auch vorhanden.

Mercedes-Benz C 220 d 4MATIC All-Terrain, fahrend
Höhergelegter Kombi: Die Mercedes C-Klasse All-Terrain. © André Tillmann/Mercedes-Benz AG

Mit einem Basispreis von 55.394,50 Euro ist der C 220 d 4MATIC All-Terrain um knapp 2.500 Euro günstiger als die sechs PS stärkere E-Klasse, deren Dieselmotor ein integrierter Starter-Generator unterstützt. Den hat der Vierzylinder in der C-Klasse nicht, aber eine Mild-Hybridisierung mit 20 elektrischen PS. Die liefert 200 Newtonmeter Drehmoment zu, minimiert die Antrittsschwäche deutlich – und hilft der über 1,8 Tonnen schweren C-Klasse All-Terrain, sich geschmeidiger zu bewegen, als man das von einem Zweiliter-Motor mit 200 PS erwartet. (Daimler in Bedrängnis: Kraftfahrtbundesamt sorgt nach Gutachten für Klarheit)

Mercedes C-Klasse All-Terrain im Test: Off-Road-Programm auch für Schnee

Dabei lässt der Motor den Fahrer akustisch an seiner Arbeit teilhaben. Das maximale Drehmoment von 440 Newtonmetern liegt immerhin bereits bei 1.800 U/min an. Nach 7,8 Sekunden erreicht der All-Terrain die 100 km/h-Marke und muss sich erst bei 231 km/h den Luftwiderstand ergeben. Mercedes gibt den Verbrauch mit 5,6 l/100 km an, bei unserer Testfahrt (mit schneller-Autobahn-Fahrt) flossen 1,9 Liter mehr durch die Brennräume.

Mercedes C 220 d 4MATIC All-Terrain fährt durch einen Fluss
Keine Frage: Der Mercedes C All-Terrain kann auch Gelände © André Tillmann/Mercedes Benz AG

Der Komfort des klassischen Stahlfahrwerks gibt wenig Anlass zum Tadel. Dass sich der Stelzen-Kombi etwas in den Kurven neigt, würde wohl nur Sportwagen-Fans stören, allerdings könnte auch die Spreizung der Fahrmodi etwas ausgeprägter sein. Statt einer Sport-Plus-Einstellung gibt es zwei Offroad-Programme für Sand beziehungsweise Schnee, oder Fels. (Mercedes-Kombi mit über 1,2 Millionen Kilometern zu verkaufen – im Top-Zustand)

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Mercedes C-Klasse All-Terrain im Test: Steigungen werden locker bewältigt

Der All-Terrain kann sich also durchaus auch mal abseits des Asphalts bewegen. Dabei hilft auch die um 40 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit dank anderer Federn (plus 30 Millimeter) und größerer Reifen (plus 10 Millimeter). Klassenüblich verzichtet der Mercedes C 220 d 4Matic All-Terrain auf klassische Gelände-Systeme wie Sperren oder Getriebe-Untersetzungen, der Offroad-Alpinismus wird lediglich durch die Regelsysteme realisiert. „Deren Komfort haben wie deutlich verbessert“, erklärt Versuchsleiter Christof Kühner.

Interieur des Mercedes-Benz C 220 d 4MATIC All-Terrain
Fast auf S-Klasse-Niveau: Das Interieur der Mercedes C-Klasse All-Terrain. © André Tillmann/Mercedes-Benz AG

Bei einem Ausflug in ein Offroad-Gelände schlug sich der Software-Kraxler sehr gut und bewältigte echt knackige Steigungen problemlos. Dass die Bergabfahrtskontrolle den Kombi auch rückwärts auf die eingestellte Geschwindigkeit abbremst, hilft beim Rangieren im Schnee.

Mercedes C 220 d 4MATIC All-Terrain
Motor/Getriebe/Antrieb2,0l-Vierzyl.-Diesel Mildhybrid/9-Gang-Automatik/Allrad
Leistung/Drehmoment147 kW (200 PS) / 440 bei 1.800 – 2.800 U/min
Länge/Breite/Höhe4,76/1,82/1,49 m
Ladevolumen490 – 1.510 l
Leergewicht1.875 kg
Vmax/0–100 km/h231 km/h / 7.8 s
Normverbrauch5,6 l/100 km
Preis55.395 Euro

Navigationssystem und Infotainment unterscheiden sich kaum von denen in der normalen C-Klasse. Also hat auch der All-Terrain ein 12,3 Zoll großes virtuelle Cockpit sowie einen zentralen 11,9 Zoll großen Tablet-Touchscreen, der um sechs Grad zum Fahrer geneigt ist. Dazu kommt das Head-up-Display, das die Informationen etwa 4,5 Meter vor die Motorhaube projiziert. Bei sich bei der Software hat sich indes etwas getan: mit dem neuesten Update halten virtuelle Favoriten-Knöpfe Einzug, die sich nach den Vorlieben des Fahrers richten. Wer einen All-Terrain ordert, ist eben gerne etwas origineller unterwegs. (Wolfgang Gomoll; press-inform)

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