Sportliches Luxus-Cabrio

Mercedes-AMG E 53 Cabrio 4Matic im Test: AMG-Logo und Aufpreis sind ...

Fahraufnahme eines Mercedes-AMG E 53 Cabrio von schräg vorn
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Das Mercedes-AMG E 53 Cabrio ist momentan das offene Flaggschiff der Schwaben.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Mercedes hat sein S-Klasse Cabrio ersatzlos aus dem Modellprogramm gestrichen. So kommt der offenen E-Klasse-Variante die Rolle des imageträchtigen Aushängeschildes zu. Da es beim E-Klasse Coupé und Cabriolet keine 612 PS starke 63er-Variante aus Affalterbach gibt, muss es der E 53 4Matic richten.

Affalterbach – Die neue Luxuslinie, von Konzern-CEO Ola Källenius ausgerufen, überrascht, denn Mercedes hat gleichzeitig nicht nur das elegante S-Klasse Coupé, sondern auch das Cabrio mit Einführung der neuen Generation gestrichen. Und den emotionalen AMG 63 gibt es bei der aufgefrischten E-Klasse nach wie vor nur als Limousine oder Kombi. Beim Coupé und Cabrio ist beim E 53 4Matic Schluss, der zwar jede Menge Leistung und Komfort bietet, jedoch keinen echten AMG-Charme mit entsprechend sportlichen Attributen versprüht. (Mercedes-Benz SL (2021): Dieses ungeliebte Feature gehört der Vergangenheit an)

Angetrieben wird der offene Mercedes AMG E 53 4Matic von einem doppelt aufgeladenen Dreiliter-Sechszylinder mit Zusatzverdichter und einer Leistung von 320 kW/435 PS. Bereits aus niedrigen Drehzahlen ab 1.800 Touren steht ein maximales Drehmoment von 520 Nm bereit und aus dem tiefen Drehzahlkeller hilft dem knapp zwei Tonnen schweren Allradcabrio ein Startergenerator nebst 48-Volt-Bordnetz, der zusätzliche 16 kW/22 PS/250 Nm beisteuert. Das soll für strammen Durchzug vom Start weg sorgen, doch eine spürbare Anfahrschwäche kann der offene Viersitzer trotz seiner mehr als 400 PS nicht überspielen. (Mercedes E 400d 4matic Coupé: Ein Detail im Power-Diesel ist gewöhnungsbedürftig)

Das Mercedes-AMG E 53 Cabrio bietet offenes Fahrvergnügen für bis zu vier Personen.

Mercedes-AMG E 53 Cabrio 4Matic im Test: AMG-Logo und Aufpreis sind ...

Serienmäßig sind beim neuen Topmodell unter anderem eine sportlich abgestimmte Luftfederung, Neunstufenautomatik und der variable Allradantrieb. Nur optional gibt’s beim offenen E 53 AMG auch die beiden 12,3 Zoll großen Displays im Cockpit, die eigentlich entbehrliche Touch-Insel auf dem Mitteltunnel sowie das neue Sportlenkrad, an dessen Bedienung man sich mit den berührungsempfindlichen Elementen erst gewöhnen muss. Auch die Instrumenteneinheit ist mit ihren zahlreichen Darstellungen, Farbthemen und Informationen alles andere als selbsterklärend und übersichtlich. Das können andere besser. Die serienmäßigen 19-Zöller lassen sich auf Wunsch auf einen optisch passenderen 20-Zoll-Radsatz erweitern. Das gilt auch für die Höchstgeschwindigkeit, die sich von 250 km/h optional auf AMG-standesgemäßere 270 km/h erhöhen lässt. Erstmals für die Sechszylindermodelle erhältlich ist das Dynamik Plus Paket, bei dem die normalen Fahrprogramme um den Race-Modus ergänzt werden. Zudem gibt es sportliche Details wie Wildlederlenkrad, rote Bremssättel und entsprechende Ausstattungsdetails innen und außen. (Mercedes-AMG Project One: Endlich erste Tests mit voller 1.000-PS-Power (mit Video))

Das Cockpit des Mercedes-AMG E 53 Cabrio ist relativ unübersichtlich.

Mercedes-AMG E 53 Cabrio 4Matic im Test: Eher dynamischer Cruiser als Sportwagen

Auch wenn der E 53 in einer Leistungsklasse spielt, die mit 435 PS und 520 Nm noch vor Jahren den absoluten AMG-Topversionen vorbehalten war, ist der offene Viersitzer ein dynamischer Cruiser und kein Sportwagen. Dafür ist sein Komfortniveau zu beeindruckend, das Leergewicht mit seinen rund zwei Tonnen ein paar Zentner zu hoch und die einstellbare Luftfederung dann eben doch nicht engagiert genug. Der Mercedes-AMG E 53 ist aber eine ideale Antriebsvariante für das Cabrio, wenn man mehr als den offenen 450er bewegen will. Wenn man will, kann man jederzeit etwas sportlicher unterwegs sein, ohne den wenig sonoren Klang der kleineren Vierzylinder im E 200 und E 300 ertragen zu müssen. Lenkung und Bremsen arbeiten mehr als vorbildlich und die einzelnen Fahrprogramme wirken so auf die Abstimmung der Federung ein, dass man seine sportlichen Wünsche entsprechend umgesetzt sieht. (Mercedes-AMG GLA 45 S: Mehr Leistung bietet kein anderes Kompakt-SUV)

Der doppelt aufgeladene 3,0-Liter-Sechszylinder leistet 435 PS.

Mercedes-AMG E 53 Cabrio 4Matic im Test: Zwei Windschotts für zugfreies Offen-Fahren

Etwas viel des Guten bietet das Aerodynamik-Paket mit den beiden Windschotts bei geschlossenen Seitenscheiben und geöffnetem Dach. Auf Knopfdruck fährt aus dem Windschutzscheibenrahmen ein alles andere als ansehnlicher Spoiler aus, der den Luftstrom über die Insassen leitet und zusammen mit dem elektrisch ausfahrbaren Windschott hinter den Fondsitzen für einen weitgehend zugfreien Innenraum sorgt. Wer die kühle Herbstluft trotz Sitzheizung, Nackenföhn und Seitenscheiben scheut, sollte sich dann doch lieber ein Coupé kaufen und für den Oben-ohne-Genuss eine Runde Rad fahren. Gut: das vollelektrische Stoffdach öffnet und schließt bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h in allerdings etwas trägen 20 Sekunden. (Mercedes-AMG GT Black Series: Erst bei DIESEM Tempo endet der Vortrieb des Boliden)

Mercedes-AMG E 53 Cabrio 4MaticTechnische Daten
Länge/Breite/Höhe4,84/1,86/1,43 Meter
Hubraum2.999 ccm
Leistung320 kW/435 PS
Drehmoment520 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h4,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h (optional: 270 km/h)
Normverbrauch8,8 Liter/100 km
Grundpreis87.690 Euro

Das alles hat mit mindestens 87.690 Euro seinen stattlichen Preis und für die meisten Kunden in dieser Klasse dürfte das 367 PS starke Mercedes-Benz E 450 Cabriolet allemal reichen, um das sportliche Potenzial von Auto und Fahrer zu befriedigen. Der ist ebenfalls 250 km/h schnell und bietet ebenfalls serienmäßigen Allradantrieb, eine Neungangautomatik und einen Normverbrauch von 8,2 Litern. Geht eben auch ohne AMG-Signet auf dem Heckdeckel und die vier Endrohre. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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