1. 24auto
  2. Tests
  3. Fahrbericht

Mazda CX-60 im Test: Das ist der erste Plug-in-Hybrid der Marke

Erstellt:

Von: Marcus Efler

Kommentare

Mit dem CX-60 bringt Mazda seinen ersten Plug-in-Hybrid nach Europa. Mit 327 PS ist das stärkste Serienauto der Japaner – aber trotzdem nicht sehr sportlich.

Hiroshima (Japan) – Lange fremdelte Mazda mit dem Elektroantrieb, doch inzwischen legen die Japaner Tempo vor: Zuerst mit dem rein elektrischen Mazda MX-30, und jetzt folgt der Plug-in-Hybrid Mazda CX-60. Ein Crossover, wie die Manager betonen, denn die zunehmend negativ belastete Bezeichnung SUV mögen sie nicht mehr so recht.

Der CX-60 ist eines von zwei neuen Modellen, die in den kommenden beiden Jahren in Europa eingeführt werden sollen und die auf einer neuen „Large Platform“-Architektur basieren. Mit 4,75 Metern Länge ist der erste Plug-in-Hybrid von Mazda ein ziemliches Stück Auto geworden. Wuchtig wirkt vor allem die lange und auch hohe Fronthaube: Der Motor ist längs eingebaut, und der zusätzliche Hybrid muss halt irgendwo hin.

Mazda CX-60, fahrend
Mit markanter Motorhaube: Mazda CX-60. © Mazda

Für den Antrieb kombiniert Mazda einen hoch verdichteten 2,5-Liter Reihenvierzylinder mit einem Elektromotor. Der Benziner schafft 141 kW/191 PS Leistung, der ins Getriebe integrierte Stromer kommt auf 129 kW/157 PS. Dem dient als Energiequelle eine 355-Volt-Batterie mit einer Kapazität von 17,8 kWh. Als Systemleistung schaffen beide Aggregate zusammen 241 kW/327 PS und ein maximales Drehmoment von 500 Nm. Damit ist der Plug-in-Hybrid Mazdas leistungsstärkstes Straßenfahrzeug, konstatieren die Japaner stolz und nennen für den mehr als zwei Tonnen schweren SUV als Spurtgeschwindigkeit auf 100 km/h gerade mal 5,8 Sekunden, bei 200 km/h wird abgeregelt.

Beim Fahren selber merkt man von den 327 PS kaum etwas. Zwar ist man im Mazda CX-60 entspannt unterwegs: Ein Gleiter für lange Strecken, mit dem man ohne Probleme auch steile Steigungen erklimmt, flott überholt oder sich auf der Autobahn einfädeln kann. Aber als Racer und Kurvenjäger taugt der Wagen wenig. Das Lenkrad gibt wenig Rückmeldung, arbeitet aber präzise. Ein komfortabler Reisewagen eben.

Platz ist vorne üppig vorhanden: Fahrer und Beifahrer trennt ein ausladender Tunnel, man nimmt auf ebenso breiten wie bequemen Sitzen Platz, die Pedalerie taugt auch für breitere Füße. Rundum ein Wohlfühl-Auto. Auch hinten ist eigentlich viel Platz für zumindest zwei Passagiere – allerdings auch nicht mehr als im kleineren Mazda CX-5. Der Längenzuwachs bei seinem großen Bruder geht eindeutig auf die Frontpartie und auf den Laderaum, der zwischen 570 und 1.726 Liter packt. Die Ladekante ist angenehm niedrig und die Heckklappe schwenkt weit auf.

Mazda CX-60, fahrend, von seitlich hinten
Mazda bezeichnet den CX-60 nicht als SUV, sondern als Crossover. © Mazda

Bei den Assistenzsystemen ist der Mazda CX-60 auf dem Stand der Technik. Ein Highlight ist das „Driver Personalization System“. Erst mal eingestellt, erkennt es über eine Kamera, wer auf dem Fahrersitz Platz genommen hat und stellt den Wagen darauf ein: Lenkrad, Sitzposition, auffallend großes Head-up-Display, Spiegel, Klimaanlage, Soundsystem – alles passt. Das Armaturenbrett wird geprägt von einem durchgezogenen Display. Der Fahrer blickt auf die wichtigsten Anzeigen, die sich schon mit einem Blick erfassen lassen, in der Mittelkonsole befindet sich ein großer Navigationsbildschirm, auf dem auch die Fahrzeugeinstellungen geregelt werden können.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Einmal unterwegs, zeigt sich der CX-60 als sicherer Gleiter. Die mittig zwischen Vorder- und Hinterachse weit unten eingebaute Hochvoltbatterie sorgt für einen tiefen Schwerpunkt, der sich nicht nur in Kurven angenehm bemerkbar macht. Seitenneigung ist kaum vorhanden. Sicher zirkelt der allradangetriebene CX-60 um die Kurve, ohne ein Unter- oder Übersteuern auch nur ahnen zu lassen. Angetrieben wird bei Mazdas Allradsystem vor allem die Hinterachse, je nach Fahrsituation werden aber auch die Vorderräder variabel bedient.

Mazda CX-60 Plug-in Hybrid
Motor/Getriebe/Antrieb2,5-l-Vierzylinder + Elektro/8-Gang-Automatik/Allrad
Leistung/Drehmoment241 kW (327 PS) bei 6.000 U/min / 500 Nm bei 4.000 U/min
Länge/Breite/Höhe4,75/1,89/1,68 m
Kofferraumvolumen570 – 1.726 l
Vmax/0–100 km/h200 km/h /5,8 s
Normverbrauch/elektrische Reichweite1,5 l/100 km / 63 km
Preis47.390 Euro

Während der bis zu 63 elektrischen Kilometer spielt Mazda überflüssigerweise ein elektronisch generiertes Fahrgeräusch in den Innenraum. Das automatische Wechselspiel zwischen den beiden Antriebsarten funktioniert problemlos, wenn auch nicht immer unmerklich. Deutlich besser geworden ist die neue Achtgang-Automatik. Einstellbar sind fünf verschiedene Fahrmodi vom reinen Elektrobetrieb bis hin zu Offroad.

Interieur des Mazda CX-60
Im Cockpit finden sich noch viele haptische Tasten. © Mazda

Kosten wird der Mazda CX-60 mindestens 47.390 Euro. Ob man den Preis mit der Umweltprämie mindern kann, ist derzeit eher ungewiss. Künftig soll es den Wagen aber auch nur mit Verbrennungsmotoren anbieten. Geplant sind zunächst ein Reihensechszylinder Diesel mit 3,3 Liter Hubraum, gefolgt von einem 3,0-Liter großen Reihensechszylinder Benziner. (Jürgen Wolff/press-inform)

Auch interessant

Kommentare