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Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Test: Sparsam – doch diese Ausstattung verhindert mehr Reichweite

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Von: Sebastian Oppenheimer

Wie schon beim Mazda 3 geht auch beim CX-30 die Ära der Dieseltechnik zu Ende. Sparsame Benziner sollen die Lücke schließen. Diese Ausstattung verhindert allerdings noch größere Reichweite.

Hiroshima – Mit seinen Skyactiv-Motoren hat Mazda nach langen Jahren das eingelöst, was viele Hersteller versprochen hatten: die Vorteile von Benziner- und Dieselmotoren in einem Triebwerk unter einen Hut zu bringen. Keine große Überraschung, dass Mazda seine Dieselaggregaten nach und nach auslaufen lässt. Während der Dieselanteil beim größeren Mazda CX-5 noch bei über 30 Prozent liegt, sind es beim kleinen Bruder CX-30 deutlich weniger als fünf Prozent. Nach der Modellpflege sinkt der Wert auf null, denn die Selbstzünder haben in dieser Baureihe ebenso wie beim Mazda 3 ihre Zeit gehabt. Ab sofort hat der Kunde die Wahl zwischen drei Zweiliter-Benzinern – allesamt ohne Turboaufladung.

Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Test: Sparsam – doch ein Detail verhindert eine größere Reichweite

Neben den Basisversionen mit 90 kW / 122 PS und 110 kW / 150 PS rangiert der überarbeitete e-Skyactiv X, der nunmehr 137 kW / 186 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Nm leistet. Ohne die Aufladung liegt das Drehmoment bei ungewöhnlich hohen 4.000 U/min an und so sollte man das japanische Zwittertriebwerk aus Benziner und Diesel munter etwas höher drehen lassen, um mit dem 4,40 Meter langen Crossover flott unterwegs zu sein. Die Handschaltung arbeitet präzise und es macht Laune, den knapp 1,5 Tonnen schweren Crossover über die Landstraße zu schicken. Die Lenkung ist dabei angenehm direkt und wer für alles gerüstet sein möchte, entscheidet sich am besten gleich für die Allradvariante und die Sechsstufenautomatik, was den Einstiegspreis von 27.290 Euro auf 33.490 Euro erhöht.

Fahraufnahme eines Mazda CX-30

Der Motor im überarbeiteten Mazda CX-30 e-Skyactiv X leistet nun 137 kW / 186 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Nm. © Mazda

Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Test: Der japanische Crossover braucht ordentlich Drehzahl

Der Motor fährt sich anders als die meisten Konkurrenten, den während hier nahezu durchweg Vierzylinder mit Turboaufladung arbeiten, die ihre maximale Kraftentfaltung bereits in unteren Drehzahlbereichen von unter 2.000 U/min bieten, muss man dem CX-30 mehr Drehzahl spendieren. Wer auf der Landstraße beschleunigen will oder gar auf die Autobahn auffährt, kann den digitalen Drehzahlmesser vor dem Gangwechsel schon einmal über 5.000 oder gar 6.000 Touren drücken. Dabei hängt der Japaner gut am Gas und dreht munter hoch. Aus dem Stand geht es in 8,7 Sekunden auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit ist für ein 190-PS-SUV mit 204 km/h alles andere als eindrucksvoll, aber für die meisten ausreichend. (Mazda CX-5 Skyactiv-G 165 AWD im Test: Sparsam, aber nicht immer optimal zu bedienen)

Fahraufnahme eines Mazda CX-30

Mazda verspricht beim CX-30 e-Skyactiv X mit 6,1 Litern Super auf 100 Kilometern einen Verbrauch auf Diesel-Niveau. © Mazda

Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Test: Beim Beschleunigen unterstützt der Startergenerator den Verbrenner

Der Grund liegt in der Motorbauart und der für einen Benziner ungewöhnlich hohen Verdichtung von 15,0:1, wodurch das Triebwerk gerade im unteren und mittleren Drehzahlbereich besonders mager angereichert wird. Unter dem Strich macht das einen halben Liter weniger Kraftstoffverbrauch als der alles andere durstige Vorgänger. Während die Konkurrenz auf Turbotriebwerke und 48-Volt-Bordnetze setzt, ist Mazda mit seinem Kompressionszündungsmotor nebst 24-Volt-Batterie und Startergenerator solitär unterwegs. Beim Bremsen wird das Batteriepaket gespeist und beim Beschleunigen greift der Startergenerator dem Verbrenner mit bis zu 4,8 Kilowatt unter die Arme. Die winzige Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 0,22 kWh ist dabei nahe der Hinterachse verbaut. (Mazda 3 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid Fastback im Test: Verbesserungsbedarf bei der ...)

Blick ins Cockpit eines Mazda CX-30

Die Bedienung im Mazda CX-30 über Taster und den Dreh-Drück-Steller klappt problemlos. © Mazda

Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Test: Ungewöhnlich kleiner Tank beim Allradmodell

Der große Unterschied ist der Verbrauch und hier nicht nur der auf dem Papier. Mazda verspricht mit 6,1 Litern Super auf 100 Kilometern einen Durst, den sonst fast nur ein Diesel bietet. Und in der Realität ist es allemal machbar, den Allradler mit unter sieben Litern pro 100 Kilometer zu bewegen, was angenehme Reichweiten bedeuten würde, wenn der Tank die rechte Größe hätte. Doch das Volumen des Allradmodells liegt bei ungewöhnlich kleinen 48 Litern. Der Kofferraum mit seinen 430 Litern lässt sich durch Umlegen der teilbaren Rückbank nach Wunsch auf bis zu 1.406 Liter vergrößern. Die Sitze sind wohl konturiert und die Instrumente präsentieren sich im bekannten Mazda-Look. (Auto crasht JP Kraemers Mazda RX-7 – die Reaktion des Beifahrers macht den Tuner fassungslos)

Technische Daten Mazda CX-30 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid
Motor/Getriebe/Antrieb2,0-Liter-Vierzylinder mit Kompressionszündung / 6-Gang.Handschaltung / Frontantrieb
Drehmoment/Leistung137 kW (186 PS) / 240 Nm ab 4.000 U/min
Leergewicht1.450 kg
Vmax/0–100 km/h204 km/h / 8,7 s
Normverbrauch6,1 l/100 km
CO2-Ausstoß144 g/km
Laderaum430 – 1.406 Liter
Basispreis27.290 Euro

Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Test: Die Bedienung über Taster und Dreh-Drück-Steller klappt problemlos

Nicht viel getan hat sich durch die Überarbeitung im Innenraum, wo das Platzangebot passt und die Bedienung über Taster und den Dreh-Drück-Steller problemlos läuft. Die Serienausstattung ist mit 16-Zoll-Alufelgen, LED-Scheinwerfern, Head-Up-Display, Navigationssystem und verschiedenen Fahrerassistenzmodulen jedoch allemal in Ordnung. Die höherwertigen Pakete bieten unter anderem elektrische Ledersitze, Panoramadach, Bose-Sound, weitere Sicherheitssysteme und eine elektrische Heckklappe, was den Preis um nochmals knapp 3.500 Euro drückt. Dann bleiben allerdings kaum mehr Wünsche offen. (Stefan Grundhoff / press-inform)

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