Mit Zylinderabschaltung

Facelift Mazda CX-3: In diesem Punkt bleibt das Kompakt-SUV hinter der Konkurrenz zurück

Fahraufnahme eines Mazda CX-3 von schräg vorn
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2,0-Liter-Benziner: Für den CX-3 bietet Mazda nur eine Motorisierung an.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Mazda verpasst dem Crossover CX-3 eine dezente Modellpflege. Die scheint zwar auf den ersten Blick überschaubar, aber die Verbesserungen sind zielgerichtet und ergeben Sinn.

Leverkusen – Mazda geht gerne seinen eigenen Weg. Dabei ist der japanische Autohersteller bisweilen seiner Zeit voraus, wenn auch unfreiwillig. Während hierzulande großartig über eine Bereinigung der Antriebsvarianten gesprochen wird, haben die Mazda-Manager schon längst Nägel mit Köpfen gemacht. Beim kleinen Crossover CX-3 gibt es einzig einen Zweiliterbenziner mit 89 kW/121 PS, der entweder mit Sechsgang-Handschaltung oder Sechsstufen-Automatik erhältlich ist. Diese Varianten können noch grundsätzlich mit zwei Ausstattungslinien und ein paar Extras kombiniert werden – fertig ist die Laube. So spart man Geld und kann sich auf Details konzentrieren. (Facelift Audi Q2: Wer ihn als Quattro will, muss an dieser Stelle Abstriche machen)

Facelift Mazda CX-3: In diesem Punkt bleibt das Kompakt-SUV hinter der Konkurrenz zurück

Wir haben uns für einen CX-3 mit Sechsgang-Handschaltung entschieden, da sich bei diesem Antriebsstrang erstmals bei niedriger Last die zwei äußeren Zylinder von der Arbeit verabschieden. Dieses Prinzip, von dem sich die Ingenieure beim CX-3 eine Verbrauchsreduzierung von fast 15 Prozent versprechen, hat Mazda schon bei anderen Modellen im Portfolio – etwa beim Mazda 3, beim Mazda CX-30 und Mazda CX-5. Also haben die Techniker schon genug Erfahrung mit diesem System. Deshalb verwundert es nicht, dass das Ein- und Aus-Wechselspiel unmerklich vonstattengeht. Als Resultat geben die Japaner einen Durchschnittsverbrauch von 5,3 Liter/100 km an, bisher genehmigte sich der kleine Crossover 6,2 Liter/100 km. Die Fahrleistungen gehen in Ordnung: Nach 9,1 Sekunden ist Landstraßentempo erreicht und bei 192 km/h ist Schluss. (Citroën C5 Aircross Hybrid: Leistung kommt an ihre Grenzen, wenn ...)

Hinter der Heckklappe des Mazda CX-3 verbirgt sich ein Ladevolumen von 350 bis 1.260 Liter.

Facelift Mazda CX-3 2.0 Skyactiv-G: Präzise zu schaltendes Sechsgang-Getriebe

Allerdings ist der Zweiliter-Vierzylinder kein Temperamentsbündel, sondern giert nach Drehzahlen, wenn er bei Laune gehalten werden soll. Das bedeutet, dass man häufig schalten muss, wenn man flotter unterwegs sein will. Allerdings liefert das Aggregat dann einen knurrenden Arbeitsnachweis. Immerhin trägt die Sechsgang-Handschaltung offenbar Gene des Getriebes des Puristen-Roadsters Mazda MX-5 in sich und lässt sich daher präzise führen. Dass man eine ambitioniertere Fahrweise bei einem Crossover mit Vorderradantrieb überhaupt in Erwägung zieht, kommt nicht häufig vor, aber der CX-3 kann auf Landstraßen durchaus Spaß bereiten, allerdings bedingt dies, dass die Fahrwerksabstimmung straffer ist als bei manchen Konkurrenten. (Opel Crossland 2021: Auch nach dem Facelift verzichtet das SUV auf diesen Antrieb)

Knapp im Fond: Der Mazda CX-3 hat einen Radstand von 2,57 Meter.

Die merklich verbesserten Sitze tragen ihren Teil dazu bei, dass selbst längere, kurvenreiche Strecken nicht zur Rutschpartie in der Fahrgastzelle werden. Während man es sich vorne einigermaßen bequem machen kann, hat sich in der zweiten Reihe nichts an den Platzverhältnissen geändert. Das heißt, ab einer Körpergröße von 1,85 Metern wird es um Kopf und Beine herum ziemlich eng. Beim Kofferraum ist es das Gleiche wie bisher: Die Ladekante ist nach wie vor hoch und die Ladeluke klein. Legt man die Lehnen der Rücksitzbank um, wächst das Fassungsvermögen von 350 Liter auf 1.260 Liter. (Peugeot 3008 Hybrid4 gegen Opel Grandland X Hybrid4: Klarer Sieger trotz gleicher Plattform)

Facelift Mazda CX-3 2.0 Skyactiv-G: Beim Infotainment bietet die Konkurrenz mehr

Das Infotainment im Mazda CX-3 ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

Auch das Infotainment glänzt weiterhin durch Größen-Minimalismus. Sei es beim sieben Zoll großen Display oder dem Plexiglas-Mäusekino beim Head-up-Display. Warum Bewährtes verändern? Die Bedienung ist zwar einfach und nach fünf Minuten kommt man mit dem Infotainmentsystem klar, aber da bieten Konkurrenten wie der Seat Arona oder der Kia Stonic mehr – vom Audi Q2 oder VW T-Roc ganz zu schweigen. Die sind aber auch teurer als der vernünftig ausgestattete Mazda CX-3 in der „Selection“-Version für 23.532 Euro. (Ford Puma im Fahrbericht: Eine Sache erinnert stark an Porsche)

Mazda CX-3 2.0 Skyactiv-G – Technische Daten
Länge/Breite/Höhe4,28/1,77/1,54 Meter
Hubraum1.998 ccm
Leistung89 kW/121 PS
Drehmoment206 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h9,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit192 km/h
Normverbrauch5,3 Liter/100 km
Grundpreis20.851 Euro

Ganz können sich auch die detailverliebten Japaner nicht dem Zeitgeist verwehren: Apple CarPlay funktioniert jetzt auch drahtlos und gehört zum Serienumfang, während die Android-Auto-Fraktion noch zum Kabel greifen muss. Deutlich wichtiger ist die Tatsache, dass der ebenfalls serienmäßige Notbremsassistent jetzt auch bei Dunkelheit Fußgänger erkennt und optional auch eine Rückfahrkamera angeboten wird. Das hilft beim Rangieren. Zuletzt noch ein Blick auf die Serienausstattung: Für 20.851 Euro sind außer den erwähnten Details ein Tempomat, die Zylinderabschaltung und eine Klimaautomatik an Bord. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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