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Maserati Grecale Modena im Test: Wie sportlich ist das stylishe Italo-SUV?

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Von: Marcus Efler

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Der Maserati Grecale soll dem Porsche Macan Konkurrenz machen. Ein erster Test zeigt, dass der Italiener dabei auf eigene Werte setzt.

Modena (Italien) – Bei Maserati weht ein frischer Wind. Der auf Effizienz getrimmte Stellantis-Konzern führt die Italiener als seine Nobelmarke und hat beschlossen: Der neue Grecale (auf deutsch: „griechischer Wind“) soll für mehr Umsatz sorgen und den größeren Levante als bestverkauftes Modell der Marke ablösen. Kein leichtes Unterfangen, tritt das SUV doch gegen Konkurrenten wie den Porsche Macan an. Immerhin gehören die trüben Tage in Modena, wo die Autos zwar gut aussahen, aber technisch leicht veraltet waren, der Vergangenheit an.

Maserati Grecale Modena im Test: Wie sportlich ist das stylishe Italo-SUV?

Zwar teilt sich der Maserati Grecale die Plattform mit dem Alfa Romeo Stelvio, doch die technischen Änderungen sind tiefgreifend. Das geht schon beim Radstand los, der gegenüber dem Stelvio um acht Zentimeter auf 2,90 Meter wuchs. „Uns ist die Raumökonomie wichtig“, erklärt Ingenieur Raneiro Bertizzolo: „Die Passagiere sollen sich auf jedem Sitz im Auto wohlfühlen.“ Hat geklappt: Im Fond finden auch großgewachsene Personen bequem Platz.

Maserati Grecale, fahrend
Mit klassischem Maserati-Grill: Der Grecale Modena. © Maserati

Maserati Grecale Modena im Test: Cockpit endlich auf Höhe der Zeit

Beim Infotainment kommen die Italiener endlich in der Gegenwart an: Der Grecale ist das erste Dreizack-Modell mit einem Head-up-Display, das auch bei hellem Sonnenlicht gut erkennbare Anzeigen liefert. Zwei 12,3-Zoll-Monitore bilden das Herz des Systems. Der Bildschirm hinter dem Lenkrad stellt die virtuellen Instrumente dar, und der zentrale Touchscreen ist die Kommandozentrale, die durch ein darunterliegendes 8,8-Zoll-Komfort-Display ergänzt wird, auf dem man zum Beispiel die Klimaanlage einstellt. Das nach einer gewissen Eingewöhnungszeit gut –  was auch für das mit Knöpfen überladene Lenkrad gilt.

Maserati Grecale, von seitlich hinten, fahrend
Der Maserati Grecale ist etwas kleiner als der Levante. © Maserati

Das Smartphone lädt man auf einer induktiven Ladefläche und bindet es per Apple CarPlay oder Android Auto in das Infotainment ein. Over-the-Air-Updates beherrscht der Grecale ebenfalls. Bei den Assistenzsystemen bietet der Maserati Zeitgenössisches wie einen Toter-Winkel-Warner, einen Spurhalte-Assistenten oder eine 360-Grad-Kamera.

Maserati Grecale Modena im Test: Motoren bis zu 530 PS

Aber ein Maserati soll ja nicht nur schön aussehen, sondern auch beim Fahren Freude bereiten. Hier waren die Ingenieure schlau genug, keinen Porsche-Macan-Klon auf die Räder zu stellen. Der Grecale ist eher ein reisetauglicher GT, mit dem man auf Wunsch auch flink unterwegs sein kann. „Der Grecale muss jeder Fahrsituation gewachsen sein und darf den Fahrer im Alltag vor keinerlei Probleme stellen“, macht Raneiro Bertizzolo klar.

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Interieur des Maserati Grecale
Das Interieur ist edel, die Bedienung endlich zeitgemäß. © Davide De Martis/Maserati

Maserati Grecale Modena im Test: Mehr Komfort als im Porsche Macan

Wir waren im Grecale Modena für 82.000 Euro unterwegs, der mit einem Vierzylindermotor inklusive Mildhybridsystem bestückt ist und es so auf 330 PS bringt. Das sind 30 PS mehr als die Einstiegsversion GT für 71.500 Euro. Das Topmodell Trofeo hämmert gar 530 PS auf die Straße, und ist nicht unter 111.000 Euro zu haben. In unserem Testwagen war ein Stahlfahrwerk mit adaptiven Dämpfern verbaut, auf Wunsch gibt es auch eine Luftfeder, die mehr Komfort sowie einen Offroad-Modus mit sich bringt. Wir wählen mit einem schmucken Manettino zwischen drei Fahrprogrammen: Comfort, GT und Sport. Wer beim Grecale Komfort haben will, bekommt ihn also. Dennoch teilt das Fahrwerk auskunftsfreudig mit, was sich unter den Rädern abspielt. Allerdings wippt die Karosserie bei langen Bodenwellen leicht nach. Auf guten Straßen ist daher, auch mit Luftfederung, der Sport-Modus erste Wahl.

Maserati Grecale Modena
Motor/Getriebe/Antrieb2,0l-Vierzylinder Mildhybrid/8-Gang-Automatik/Allrad
Leistung/Drehmoment243 kW (330 PS) / 450 Nm bei 2.000 – 5.000 U/min
Länge/Breite/Höhe4,85/1,98 /1,67 m
Kofferraumvolumen535 – 1.625 l
Vmax/0–100 km/h240 km/h / 5,3 s
Normverbrauch/CO2-Emission9,3 l/100 km / 210 g/km
Preis82.000 Euro (Basismodell ab 71.500 Euro)

Die Lenkung hat die bisher für Maserati typische Nervosität weitgehend abgelegt und simuliert auch keine falsch verstandene Sportlichkeit. Lediglich beim Rapport über den Straßenzustand und die Traktion der Reifen könnte sie auskunftsfreudiger sein. Das schmälert den Spaß mit Allradantrieb, der die Hinterachse samt Sperrdifferenzial favorisiert, nur wenig. Das Heck beteiligt sich an jeder Kurve, ohne den Piloten zu stressen. Dazu passt der elektrifizierte Antriebsstrang, der uns schon in der Sportlimousine Ghibli gefallen hat und auch mit dem Grecale trotz dessen Gewichts von 1.895 Kilogramm gut zurechtkommt.

Der Motor macht markentypisch aus seiner Anwesenheit keinen Hehl, wirkt dabei aber nie aufdringlich. Nach 5,3 Sekunden ist Landstraßentempo erreicht, und bei 240 km/h ist Schluss. Maserati gibt einen Durchschnittsverbrauch von 9,3 l/100 km/h an. Bei der Testfahrt waren es gut zweieinhalb Liter mehr – falls das die Käufer dieses Autos überhaupt interessiert. (Wolfgang Gomoll/press-inform)

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