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Lexus LC 500 Cabrio im Test: Ansehnlich – und mit viel serienmäßigem Komfort

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Von: Marcus Efler

Es ist ein Exot auf deutschen Straßen und fährt sich ganz anders als die Konkurrenz: Das Lexus LC 500 Cabriolet weiß auf seine eigene Art zu begeistern.

Köln – Ein kurzer Druck auf den Startknopf reicht, schon darf man sich der Aufmerksamkeit Umstehender sicher sein: Die Startprozedur mit sonorem V8-Fauchen und versprengten Schnalzern der üblichen Fehlzündungen weckt unweigerlich die Neugier. Doch wer angesichts des verheißungsvollen Klangs nun einen Sportwagen aus Bella Italia erwartet, wird sich wundern: Tatsächlich handelt es sich um einen eher unbekannten Lexus. Das LC 500 Cabriolet, so viel steht fest, ist hierzulande eine echte Ausnahmeerscheinung, die mit Sound und Stil wie ein gigantischer Magnet die Blicke auf sich zieht. Stärker noch als so mancher Maserati oder Ferrari. Nur fahrdynamisch kann der Newcomer aus Japan solchen Granden nicht das Wasser reichen. (Lexus IS Wax Edition: Der Japaner hat ein sehr spezielles Extra im Handschuhfach versteckt)

Lexus LC 500 Cabrio im Test: Ansehnlich – und mit viel serienmäßigem Komfort

Das liegt allerdings nicht an der Leistung, denn unter der verschwenderisch langen Fronthaube steckt ein potenter Fünfliter-Saugbenziner der zugleich vornehmen wie vehementen Art, der bei Bedarf lebendige 341 kW/464 PS und bärige 530 Newtonmeter Drehmoment entfesselt. Nur an die Hinterachse geschickt, setzen diese dank optionalem Sperrdifferenzial energische Vollgasbefehle verblüffend sauber in schnellen Vortrieb um. Unter wildem Getöse stürmt das flache Cabriolet in nur 4,7 Sekunden auf Tempo 100 und ziemlich druckvoll bis Tempo 270 km/h weiter. Der bombastische Durchzug ist auch einem feinen Zusammenspiel mit der Zehngang-Automatik zu verdanken, die lediglich unter Volllast ihre Gänge in leicht ruppiger Manier wechselt. (Einst begehrt, heute Ladenhüter: Cabrios und Coupés vor dem Aus?)

Lexus LC 500 Cabriolet, fahrend
Für die Tour in den Sonnenuntergang: das Lexus LC 500 Cabriolet © Lexus

Lexus LC 500 Cabrio im Test – nicht gerade ein Leichtgewicht

An seiner insgesamt jedoch feingeschliffenen Art merkt man auch, dass der LC 500 eigentlich für eine andere Welt geschaffen wurde, nämlich der des US-Markts, wo zumindest die Querbeschleunigung keine ganz so entscheidende Rolle spielt: Der 2,1-Tonner provoziert bei zu flotter Fahrt durch Kurven drastische Eingriffe durch den Schleuderschutz ESC. Das hohe Gewicht ist auch den Karosserieversteifungen geschuldet, die auf schlechten Straßen dennoch ein gewisses Zittern und Verwinden der Karosserie nicht verhindern können. (Hyundai in luxuriös: Edelmarke Genesis startet bei uns, spart aber am wichtigsten)

Lexus LC 500 Cabrio im Test – viel serienmäßiger Komfort an Bord

Im entspannten Autoalltag wird das kaum eine Rolle spielen, denn allzu eifrig verwöhnt der fast 4,80 Meter lange Flachbau seine Gäste mit allem nur denkbaren Komfort. Zumindest solange es zwei Gäste sind, die auf den fein belederten und klimatisierten Sitzen gute Platzverhältnisse genießen. Es gibt noch zwei Notsitze für Kinder, die allerdings nicht sonderlich groß sein und Ansprüche an die Kniefreiheit stellen sollten. Auch bei den Ablagen und dem 149 Liter kleinen Kofferraum gibt sich der eigentlich verschwenderische Flachmann ganz schön geizig. (Kostenfalle Auto-Reparatur: Die deutschen Premium-Hersteller langen kräftig zu)

Lexus LC 500 Cabriolet, stehend, geschlossen, von schräg hinten oben
Auch geschlossen sieht das Lexus LC 500 Cabrio richtig gut aus. © Lexus

Lexus LC 500 Cabrio im Test – nach 15 Sekunden scheint die Sonne rein

Sein großer Moment kommt, wenn der Verdeckknopf in der Mittelkonsole gedrückt wird und das große und elegant anliegende Stoffdach auch während der Fahrt bis 50 km/h in kurzweiligen 15 Sekunden im Heck vollständig und unsichtbar verschwindet. Dann sieht der Lexus nicht nur umwerfend schick aus, er verwöhnt seine Insassen auch mit reichlich Aufmerksamkeit, Sonnenlicht und frischen Fahrtwind. Letzterer wird dank vier Seitenfenstern und Windschott selbst bei Autobahntempo nicht aufdringlich. (Toyota-Bosse überraschen mit Absage: Keine Zukunft für E-Mobilität?)

Interieur des Lexus LC 500 Cabriolet
Nur vom Feinsten: das Interieur des Lexus LC 500 Cabriolet © Lexus

Lexus LC 500 Cabrio im Test – gewöhnungsbedürftiges Bedienkonzept

Verarbeitung und Materialien im Interieur des LC 500 bestätigen den Nimbus der edlen Toyota-Tochter als Luxusmarke von Weltrang. Als etwas gewöhnungsbedürftig wird man allerdings das Bedienkonzept mit seinen beiden großen Displaybereichen erleben. Auf Knopfdruck wandert das zentrale Display im digitalen Kombiinstrument zur Seite, während sich die Anzeige auf dem Hintergrunddisplay um das Rundinstrument neu gruppiert. Das bringt nicht viel, macht aber was her.

Lexus LC 500 Cabriolet
Motor/Getriebe/AntriebV8-Benziner / 10-Gang-Automatik / Heck
Leistung/Drehmoment341 kW (464 PS) / 530 Nm bei 4.800 U/min
Länge/Breite/Höhe4,77/1,92/1,35 m
Kofferraumvolumen149 l
Vmax/0–100 km/h270 km/h / 4,7 s
Verbrauch//CO2-Ausstoß11,7 l/100 km / 275 g/km
Preis117.950 Euro

Verblüffen kann auch der Blick auf die Verbrauchsanzeige, denn wer im Eco-Modus gelassen auf der Autobahn bei Tempo 140 viele Kilometer abspult, bleibt unter neun Litern. Wer lustbetonter durchs Ländle bollert, kann den Spritkonsum problemlos verdoppeln. Rund zwölf Liter sollen es laut Norm sein, in unserem Fall waren es insgesamt sogar „nur“ 10,2 Liter. Ebenfalls nach gewissen Spielräumen verlangt der Kaufpreis des offenen LC 500. Der startet bei rund 118.000 Euro. Dann ist bereits fast alles an Bord, was man sich wünschen kann. Lediglich ein Touring- und ein Performance-Paket sind bestellbar, die zusammen rund 9.000 Euro kosten. Inklusive sind dann auch Torsen-Sperrdifferenzial, Head-up-Display und Nackenwärmer. (Von Mario Hommen/SP-X)

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