Nicht nur optisch verändert

Land Rover Discovery D300 AWD: Briten-SUV schließt zur Premium-Konkurrenz auf

  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Land Rover gönnt dem Discovery eine Überarbeitung. Die bringt den Sechszylinder-Diesel aus dem Defender unter die Motorhaube – und das sogenannte Pivi-Pro-Infotainment ins Cockpit des SUV.

Kronberg im Taunus – Wenn man sich die Land Rover Modellpalette anschaut, sind die Hauptrollen klar verteilt. Der Range Rover ist das Herrenfahrer-Vehikel, mit dem der Adlige seine Güter inspiziert – aber auch zur Oper fahren kann. Der Defender ist die unantastbare Geländewagen-Ikone und der Evoque der Lifestyle-Beau. Lediglich beim Land Rover Discovery scheiden sich die Geister. Das geht schon beim Design los. Das markante Heck mit der deutlichen Stufe und der auffälligen C-Säule wirkt wie ein Rucksack und fügt sich nicht gerade geschmeidig in die Linie ein. (Land Rover Defender 110 im Test: In diesem Punkt schlägt er sogar die Mercedes G-Klasse)

Der 3.0 Liter Sechszylinder-Diesel des Land Rover Discovery D300 AWD leistet 300 PS: Das neue SUV steht bereits beim Händler.

Das ist vermutlich so gewollt. Der Discovery ist der unverwüstliche Arbeiter im Blaumann im britischen SUV-Reigen. Einer, der nicht die Räder einzieht, wenn es mal zur Sache geht – und kräftig ist er auch noch. Der Discovery zieht bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast und wird deswegen auch gerne vor Pferdeanhänger gespannt. Der passende Assistent sorgt dafür, dass es beim Rangieren keine Probleme gibt. Aber eine Anhängerkupplung macht noch kein Erfolgsmodell – also haben die Briten den Land Rover Discovery D300 AWD etwas aufgefrischt. Wie hat das funktioniert? Wir haben es uns angeschaut – und sind ihn gefahren. (Mercedes-Benz G-Klasse: Klon-Alternative viel günstiger – Force Motors Gurkha kostet nur Bruchteil)

Land Rover Discovery D300 AWD: Neues SUV arbeitet sich näher an die Premium-Konkurrenz heran

Äußerlich sind die Änderungen kosmetisch: größere Lufteinlässe vorne und ansehnliche Rücklichter hinten. Viel wichtiger ist, dass der Discovery bei den inneren Werten zugelegt hat. Die Mittelkonsole ist neu, damit der 11,4 Zoll große Touchscreen des Pivi-Pro-Infotainment Platz findet. Ansehnlich ist, dass sich das Glas etwas wölbt und der Monitor sich so den Formen des Cockpits anpasst. Die optische Veränderung zieht auch eine technische nach sich: Auch der Discovery bekommt jetzt die aktuelle Ausbaustufe des Infotainments – und rückt damit näher an die Premium-Konkurrenz heran. (Audi Q4 E-tron: Erste Ausfahrt im Elektro-SUV – so flott fährt sich der Zwilling des VW ID.4)

Das Cockpit im Land Rover Discovery D300 AWD: Der Glas-Bildschirm ist gebogen und fügt sich ins Armaturenbrett ein

Nun sind zwei Sim-Karten verbaut – dadurch können Updates im Hintergrund aufgespielt werden. Das Smartphone kann induktiv geladen und per Apple CarPlay oder Android Auto drahtlos in das Infotainment eingebunden werden. Die Bedienlogik mit den Apps kennt man von anderen aktuellen Modellen britischen Herstellers. Auch hier ist die Bedienung im Vergleich zum Vorgänger-System deutlich entschlackt und geht einfacher von der Hand, ohne allerdings komplett intuitiv zu sein. Das bessert sich, sobald man sich ein wenig mit den Begrifflichkeiten auseinandersetzt: Zum Beispiel findet sich der Durchschnittsverbrauch unter dem Menüpunkt Fahrstil. Warum man da nicht gleich Verbrauch darüberschreibt, bleibt ein Geheimnis der Entwickler. (Jaguar F-Pace 400e im Test: Facelift kommt vor allem einem Bereich zugute)

Zu den Verbesserungen gehört auch der Komfort in der zweiten der maximal drei Sitzreihen. Die Polsterung des Gestühls ist dicker, die Wangen sind konturierter und die Oberschenkelauflage länger. Solche vermeintlich kleinen Details erhöhen den Reisekomfort erheblich – und auch die Tatsache, dass die Belüftungsdüsen von der B-Säule in die Mittelkonsole gewandert sind, war eigentlich überfällig. Zum guten Infotainment-Ton gehören auch die separaten Ladebuchsen – und Allergiker freuen sich die Ionisierung des Innenraums. (Neuer Jeep Grand Cherokee: Diese Ausstattung für Eltern von kleinen Kindern ist genial)

Beinahe „Premium“ sieht es innen aus: Der Sitzkomfort im Land Rover Discovery D300 AWD ist spürbar verbessert.

Land Rover Discovery D300 AWD: Unter der Motorhaube röhrt der Sechszylinder des Defender

Dass der Dreiliter-Reihensechszylinder-Diesel mit 221 kW / 300 PS, der auch im Defender seinen Dienst verrichtet, mit dem neuen Modelljahr den Weg unter die Motorhaube des Land Rover Discovery D300 AWD findet, ist ein weiteres Plus. Denn dieses Triebwerk passt mit seinem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern, das bereits bei 1.500 U/min bereitsteht, perfekt zu dem 2.386 Kilogramm schweren SUV – und wuchtet den Discovery nach 6,8 Sekunden auf Landstraßen-Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit des neuen Discovery liegt bei 209 km/h. Untermotorisiert ist man mit dem D300 also definitiv nicht und man kommt flott voran. (Kia Sorento Plug-in-Hybrid im Test: „Weltneuheit“ soll die Leistung des SUV steigern)

Auch am Heck des 4,96 Meter langen Geländewagens wurde einiges verändert: Das Design der Rückleuchten ist neu.

Als Durchschnittsverbrauch verspricht Land Rover 7,4 Liter pro 100 Kilometer an. Das schafft der Geländewagen nicht ganz: Wir kamen bei unserer Testfahrt auf 9,6 l/100 km. Die Luftfederung gleicht die Unebenheiten und Risse im Asphalt größtenteils souverän aus, verwandelt den Land Rover aber aufgrund dessen Eigengewicht nicht gerade in eine Sänfte. Der Allradantrieb erhöht die Traktion und hilft dem Discovery auch abseits befestigter Wege weiter. Allerdings ist die Geländeuntersetzung jetzt nicht mehr serienmäßig – sondern Teil des On-/Off-Road-Paket Plus, das satte 1.221 Euro Aufpreis kostet. Apropos Kosten: Für die Basisversion des Land Rover Discovery D300 AWD muss man 62.045 Euro hinlegen. Wir sind eine besser ausgestattete Ausführung gefahren – für die man 84.622 Euro investieren müsste. (Von Wolfgang Gomoll, press-inform)

Technische Daten Land Rover Discovery D300 AWD
Motor/Getriebe/AntriebSechszylinder-Diesel, Achtgang-Automatik, Allrad
Leistung/Drehmoment300 PS (221 kW) / 650 Nm bei 1.500 bis 2.500 Umin-1
Vmax/0–100 km/h209 km/h / 6,8 s
Normverbräuche/CO2-Ausstoß7,4 Liter Super/100 km; 196 g CO2
Ladevolumen485 bis 1.231 Liter
Abmessungen (L/B/H)4.956 / 2.000 / 1.888 mm
Preis Testmodell (Basisversion)84.622 Euro (62.045 Euro)

Rubriklistenbild: © Land Rover/Gudrun Muschalla

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