Neuauflage des Klassikers

Land Rover Defender 90: Die Preisliste des kurzen „Landy“ hat’s in sich

Fahraufnahme eines Land Rover Defender 90 P400 von schräg vorn
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Der Land Rover Defender 90 P400 fühlt sich abseits befestigter Wege pudelwohl.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Land Rover verpasst dem kurzen Defender den 400 PS starken Reihensechszylinder-Benziner samt Mildhybridisierung. Die Kombination aus verringertem Radstand und elektrifiziertem Antriebsstrang mit einer satten Portion Pferdestärken macht dem Dreitürer mächtig Beine.

Solihull (England) – Was lange währt, wird endlich gut. Diese alte Binsenweisheit trifft für den Land Rover Defender zu. Lange tüftelten die Briten am Aussehen des Geländewagen-Klassikers. Entwürfe wurden gezeichnet und wieder verworfen, bis endlich der Defender dieses Jahr zu den Händlern rollte. Die Detailarbeit hat sich gelohnt und die Neuauflage des Geländewagens fand Gefallen bei den Fans. Los ging’s mit der Langversion (110), jetzt schiebt der britische Autobauer die kurze 90er-Variante nach, die es inklusive hinten angebrachtem Reserverad auf eine Länge von 4,58 Metern bringt, also 44 Zentimeter kürzer als der fünftürige Defender. Die Schrumpfkur erzielt das gewünschte Resultat. Dieser Defender gefällt uns sogar noch besser als der lange. Allerdings waren wir auch in der 90 X P400 MHEV-Version (MHEV = Mild-Hybrid-Electric-Vehicle) für mindestens 93.385 Euro unterwegs. Das P400-Basismodell steht für 61.412 Euro in der Preisliste. Auch nicht gerade wenig. (GMC Hummer EV: Rückkehr der Gelände-Legende – das Drehmoment ist gigantisch)

Mit der gestutzten Karosserie geht auch ein verringerter Radstand von 2,59 Meter einher, der eben 43 Zentimeter weniger aufweist als der des langen Defenders. Dass dabei in der zweiten Reihe kein Business-Class-Feeling aufkommt, dürfte klar sein. Das Entern klappt dank der „Easy Entry“-Sitze dennoch ziemlich problemlos und auch ein Erwachsener mit 1,85 Metern Körpergröße findet vernünftig Platz. Der Kofferraum erreicht mit einem Ladevolumen von 397 bis 1.563 Litern bei umgelegten Rücksitzlehnen natürlich nicht die Geräumigkeit des Defender 110, ist aber groß genug für eine ausgedehnte Shoppingtour. (Mercedes-Benz G-Klasse: Lustiger Werbespot – Bullenreiten mit diesem Bauteil)

Land Rover Defender 90: Die Preisliste des kurzen „Landy“ hat’s in sich

In der Topausstattung X verfügt der Land Rover Defender 90 P400 über eine Luftfederung.

Beim Defender 90 X P400 packt Land Rover das neue Infotainmentsystem „Pivi Pro“ und den 294 kW/400 PS starken, per integrierten Riemen-Starter-Generator mildhybridisierten Reihensechszylinder in die ansehnliche Karosserie. Das Aggregat generiert ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern, das schon bei 2.000 U/min auf die Befehle des Gasfußes wartet. Da kommt zwangsläufig die Frage auf, wie denn dieser Defender samt seinen näher beieinander liegenden Achsen und seinem Lebendgewicht von 2.245 Kilogramm mit der PS-Leistung unter der Haube zurechtkommt. Die Antwort lautet: erstaunlich gut. Auch der 90er liegt satt auf der Straße, zeigt von übernervöser Hibbeligkeit keine Spur und ist dank Luftfederfahrwerk auch ziemlich komfortabel. (Range Rover Evoque P300e: Smartphone-App hilft beim Laden des Plug-in-Hybrid)

Hinter der Heckklappe des Land Rover Defender 90 verbirgt sich ein Laderaum von 397 bis 1.563 Liter.

In den Kurven und beim Rangieren wirkt sich der verringerte Radstand positiv aus. Der Wendekreis ist mit 11,30 Metern um satte 1,50 Meter kleiner als bei der Langversion des Defenders. Auf den Landstraßen kommt man mit dem Defender schnell und entspannt voran. Denn der Geländewagen ist dank seines Allradantriebs und den Getriebeuntersetzungen nicht nur ein begnadeter Kraxler, sondern eben auch ein kommodes Reisemobil. Allerdings könnten die Sitze etwas mehr Seitenhalt vertragen und an der Sitzposition mit der steiler stehenden Lenkradsäule merkt man, dass man in einem Geländewagen unterwegs ist. (Land Rover Defender: Das unterscheidet den Neuen von seinem Vorgänger)

Land Rover Defender 90 X P400 – Technische Daten
Länge/Breite/Höhe4,58/2,01/1,97 Meter
Hubraum2.996 ccm
Leistung294 kW/400 PS
Drehmoment500 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h6,0 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit209 km/h
Normverbrauch9,9 Liter/100 km
Grundpreis93.385 Euro

Land Rover Defender 90: Mit den entsprechenden Reifen bis zu 209 km/h schnell

Bei Bedarf darf es auch schneller vorangehen und bei einem Sprintvermögen von 6,0 Sekunden von null auf 100 km/h sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h (wenn 22-Zoll-Alus mit Allwetterreifen montiert sind) sind auch flotte Überholvorgänge drin. So macht dieser Land Rover Defender 90 X P400 auch auf befestigten Straßen Spaß. Dank der Mildhybridisierung kratzt der Durchschnittsverbrauch von 9,9 Liter/100 km knapp an der Zehn-Liter-Grenze. Immerhin reden wir hier von einem Gefährt, das nicht zwingend nach aerodynamischen Gesichtspunkten entworfen wurde. (Jeep: Comeback des Grand Wagoneer in 2021 – eigenes Highlight nur für den Beifahrer)

Im Cockpit des Land Rover Defender findet die Steuerung des Infotainments über einen 10-Zoll-Touchscreen statt – hier als Rechtslenker.

Im Inneren setzt sich die rustikale Attitüde fort, denn das Ambiente unterscheidet sich nicht von dem der Langversion. Also finden sich hier gerade Linien und geometrische Stringenz, die durch Lederbezüge, Hartplastikelemente und unverkleideten Schrauben ergänzt werden. Passt zum Defender. Ein zentrales Element ist die letzte Ausbaustufe des Infotainmentsystems namens „Pivi Pro“. Schließlich hinkten die Briten bislang trotz aller Bemühungen in diesem Bereich der Konkurrenz hinterher. Die Voraussetzungen mit zwei SIM-Karten und LTE-Datenübertragungsgeschwindigkeit, genug Rechenleistung und einem zehn Zoll großen Touchscreen, der sich in die Cockpit-Umgebung einpasst, sind ziemlich gut.

So können Updates drahtlos während der Fahrt (Over-the-Air-Update) aufgespielt werden, während die feine Gesellschaft im Auto weiterhin Streamingdiensten wie Spotify lauschen kann. Auch die Grafik und die Benutzeroberfläche mit den Apps sind ein klarer Fortschritt. Doch bei der Bedienung haben sich die britischen Softwaredesigner in dem Bestreben, etwas anders machen zu wollen als der Rest, verkopft. Denn die Bedienung ist nicht so eingängig, wie das eigentlich möglich wäre. Manche Funktionen verstecken sich in den Tiefen Menüs oder sind über die Lenkradtasten zu erreichen. Aber einen echten Defender-Fan interessieren solche Details recht wenig. Er weiß, dass er in keinem gewöhnlichen Auto sitzt. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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