Facelift für den Korea-Sportler

Kia Stinger 3.3 T-GDI AWD im Test: Mehr Sicherheitsausstattung, gleicher Fahrspaß

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Kia legt erneut Hand an den Stinger und verbessert sowohl Infotainment als auch Assistenzsysteme. Bei der Fahrdynamik bleibt alles beim Alten.

Seoul – „Movement that inspires.“ Deutsch: „Bewegung, die inspiriert.“ So lautet der neue Kia-Markenslogan. Klingt nach Aufbruch und passt schön in die neue elektrifizierte Welt der Elektromobile und Hybrid-Autos, klingt aber auch nach Freude. Doch die Älteren von uns werden sich noch an den Begriff „Spaßfahren“ erinnern, also der mittlerweile fast schon anarchistisch anmutenden Ansicht, dass das Bewegen eines Automobils auch aus purer Freude geschieht und nicht nur, um von A nach B zu kommen. Und bei der Agilitäts- und Geschwindigkeitsdisziplin hat Kia seit 2017 den Stinger in petto. (Netz spottet über neues Kia-Logo: Viele erkennen darin nicht den Markennamen, sondern ...)

Kia Stinger 3.3 T-GDI AWD im Test: Die Sicherheitsausstattung wächst, der Fahrspaß bleibt

Nachdem bei der letzten Modellüberarbeitung die Agilität im Fokus stand und unter anderem ein Sperrdifferenzial seinen Weg in die Serienausstattung fand, kümmern sich die Koreaner nun um die Assistenzsysteme und das Infotainment. So ist der Touchscreen von 20,2 Zentimeter auf 26 Zentimeter gewachsen. Dazu kommen die aus anderen Modellen bekannten UVO-Konnektivitätsdienste wie Verkehrsinformationen in Echtzeit, Wettervorhersagen, Warnung vor Gefahrenstellen. Bei den Assistenzsystemen hat sich einiges getan: Unter anderem agiert der aktive Totwinkelassistent jetzt mit Lenk- und Bremseingriff und zeigt auf dem Monitor das Kamerabild des entsprechenden Bereichs an. Der adaptive Tempomat bezieht jetzt auch die Navigationsdaten mit ein und der Querverkehrswarner hinten hat eine Notbremsfunktion. Das ist auch gut so, denn das Heck zieren nun Rückleuchten, die durch ein Leuchtenband verbunden sind. (Kia Sorento Plug-in-Hybrid im Test: „Weltneuheit“ soll die Leistung des SUV steigern)

Kia hat den Stinger überarbeitet – bei der Fahrdynamik bleibt aber alles beim Alten.

Kia Stinger 3.3 T-GDI AWD im Test: Auch der Allradantrieb kann das Gewicht nicht gänzlich wegzaubern

Das Sportcoupé ist nicht nur ansehnlich, sondern liefert auch in den Kurven auf der Landstraße eine überzeugende Vorstellung ab. Deswegen ist es nur logisch, dass man den sportlichen Koreaner im Land der Autobahnen nur mehr mit dem 3.3 Liter Sechszylinder-Benziner anbietet, der mit 269 kW (366 PS) genug Leistung mitbringt, um auf jeder Asphaltdecke zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen mit Bravour zu bestehen. Auch im neuen Modelljahr hat der sportliche Koreaner nichts von seiner Dynamik eingebüßt. Der hecklastige Allradantrieb hält die fast zwei Tonnen Gewicht des Stingers im Zusammenspiel mit dem Sperrdifferenzial an der Hinterachse so gut es geht im Zaum, kann es aber nicht gänzlich wegzaubern. Sobald man auch in engen Kurven auf Sieg fährt, drängt der Stinger zum Fahrbahnrand, bleibt dabei aber stets berechenbar und lässt sich problemlos wieder einfangen. Nur die Lenkung könnte nach wie vor etwas mitteilsamer sein. (Kia EV6: Bekanntes Markenzeichen ist endgültig Geschichte – neue Kia-Philosophie)

Vor allem beim Infotainment und den Assistenzsystemen hat der Kia Stinger nachgelegt.

Kia Stinger 3.3 T-GDI AWD im Test: Nach 5,4 Sekunden ist Tempo 100 erreicht

Der Kia Stinger ist kein wildgewordenes Stachelinsekt, sondern ein fast schon gutmütiger Zeitgenosse, mit dem man – Verzeihung- auch mal die Sau rauslassen kann. Bei Bedarf leitet der Allradantrieb bis zu 100 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse. So wird der Koreaner dank des maximalen Drehmoments von 510 Newtonmetern zur echten Heckschleuder mit Spaßfaktor. Beim Fahrprogramm „Sport +“ wandert fast die ganze Aktion zur Hinterachse und die Regelsysteme lassen das Heck genau in jenem Maß von der Leine, dass geschmeidige Drifts möglich sind, die dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht tackert. Dann erreicht der Kia nach 5,4 Sekunden 100 km/h und jagt mit einer Spitzengeschwindigkeit von 270 km/h so manchem deutschen Sportler einen gehörigen Schrecken ein.

Die Heckleuchten des Kia Stinger sind nun durch ein Leuchtenband miteinander verbunden.

Aber der Stinger kann auch anders. Das Fahrwerk mit den adaptiven Dämpfern ist ohnehin nicht auf kompromisslose Härte ausgelegt und verleiht dem koreanischen Coupé eine angenehme Langstreckentauglichkeit. Aktiviert man den „Smart“-Modus hat das Spritsparen oberste Priorität. Das serienmäßige „Smart Neutral Coasting“ entkoppelt, wann immer es möglich ist, Motor und Getriebe, segelt im Windschatten des vorausfahrenden Fahrzeugs und soll so bis zu drei Prozent Kraftstoff einsparen. Trotzdem stehen als 10,4 Liter pro 100 Kilometer als Durchschnittsverbrauch im Datenblatt. Der Preis für den Kia Stinger beträgt 57.900 Euro. (Wolfgang Gomoll / press-inform)

Rubriklistenbild: © Kia / F. Roschki

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