Oberklasse-SUV

Kia Sorento 2.2 CRDi: Der Selbstzünder ist etwas schwach auf der Brust

Fahraufnahme eines Kia Sorento 2.2 CRDi von schräg vorn
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Der Kia Sorento 2.2 CRDi hat eine 8-Stufen-Automatik serienmäßig – Allradantrieb kostet jedoch Aufpreis.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der Sorento ist für Kia mit mehr als drei Millionen verkauften Einheiten seit dem Jahre 2002 ein überaus erfolgreiches Auto. In der vierten Generation macht das Oberklasse-SUV einen Sprung nach oben und hat sich bei seinen amerikanischen Vorbildern einiges abgeschaut. 

Frankfurt/Main – Kia, zum koreanischen Hyundai-Konzern gehörend, ist weltweit eine überaus erfolgreiche Marke. In den USA spielt man mit Luxusmodellen längst jedoch in einer völlig anderen Liga als in Europa, wo Kompaktmodelle und kleinere SUV den Ton angeben. Das merkt man nicht nur bei den großen Limousinen, die erfolgreich gegen Audi A8, BMW 7er oder Mercedes-Benz S-Klasse antreten, sondern auch bei den großen Geländewagen. Hier ist man mit dem mächtigen Hyundai Palisade sowie dem Kia Telluride – beide in der Fünf-Meter-Klasse unterwegs – besonders erfolgreich und steht auch hier längst an der Schwelle zum Premiumsegment. Davon profitiert auch der neue Kia Sorento, der sowohl in den USA als auch in Asien und Europa angeboten wird. In Sachen Auftritt, Design und Komfortausstattung ist der Kia Sorento kaum wiederzuerkennen. Allein bei den Antrieben hapert es, denn als Benziner wird in Europa lediglich ein 1,6 Liter großer Turbo-Vierzylinder mit Hybridmodul angeboten, der in dieser Liga nur wenig zu suchen hat. Er leistet 169 kW/230 PS und ist wahlweise mit Front- oder Allradantrieb zu bekommen. (VW Touareg R: Dieser Plug-in-Hybrid kommt mit einer Akku-Ladung nicht weit)

Deutlich besser passt da der 2,2 Liter große Common-Rail-Diesel (CRDi), der ebenfalls mit Front- oder Allradantrieb ausgestattet werden kann und 148 kW/202 PS leistet. In dieser Klasse wäre es schon wegen der kraftvoll motorisierten Konkurrenz sinnvoll, dass einem die Koreaner eine zweite Dieselversion mit einem Leistungsnachschlag offerieren. Aber dafür sind die Verkaufszahlen für die Selbstzünder in Europa dann doch zu überschaubar. In den USA ist das Motorenportfolio breiter, denn die Amerikaner bekommen nicht nur den Hybriden, sondern auch zwei weitere 2,5-Liter-Benziner mit Leistungen von 191 und 281 PS. Anfang 2021 wird es in den USA ebenso wie in Europa noch einen Plug-in-Hybrid geben, der deutlich besser ins Portfolio passt als der normale Hybrid, der zudem keinerlei steuerliche Förderung bekommt. (Audi Q5 Sportback: Nicht zu früh freuen, bis zum Marktstart dauert’s noch ewig)

Der Allradantrieb kostet für den Kia Sorento 2.2 CRDi rund 2.000 Euro extra.

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD DCT: Der Selbstzünder leidet an dieser Schwäche

Im Alltagsbetrieb kann der 202 PS starke Dieselmotor des Kia Sorento allemal überzeugen. Der Vierzylinder ist sehr gut gekapselt, selbst bei hohen Leistungsabfragen wird der Selbstzünder nicht laut, während die 440 Nm maximales Drehmoment ab 1.750 U/min dafür sorgen, dass es auch aus unteren Drehzahlen nach einer kleinen Anfahrschwäche flott vorangeht. Immerhin bringt der 4,81 Meter lange Koreaner als Allradler knapp zwei Tonnen Leergewicht auf die Waage und um den 4x4-Antrieb kommt man in dieser Liga keinesfalls herum. Dabei ist der Sorento im normalen Fahrbetrieb bevorzugt als Fronttriebler unterwegs und die Hinterachse wird nur dann mit entsprechender Motorleistung versorgt, wenn vorn der Grip fehlt. Allerdings könnte das Allradsystem bei rutschiger Fahrbahn auf Regen, Eis oder Schnee schneller zupacken, da es eher eine Anfahrhilfe ist, als fahrdynamisch Vorteile zu bringen. Aus dem Stand beschleunigt der Kia Sorento in 9,2 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 202 km/h. Sportlichkeit sieht anders aus, doch das Familien-SUV hat sich mehr denn je auf Komfort und Langstreckentauglichkeit spezialisiert. Der Normverbrauch liegt bei 5,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Für Anhängerfans: Der Kia kann bis zu 2,5 Tonnen ziehen. (Cadillac XT4: Die Premium-Tochter von GM will es in Europa nochmal wissen)

Als Fünfsitzer fasst der Kofferraum des Kia Sorento stattliche 910 Liter.

Der Vierzylinder-Diesel ist mit einem neuen achtstufigen Doppelkupplungsgetriebe (DCT) kombiniert, das sich dezent im Hintergrund hält und die Schaltvorgänge je nach gewähltem Fahr- oder Allradprogramm unmerklich erledigt. Im Eco-Modus wird der 202 PS starke Diesel jedoch recht träge und das Sportprogramm könnte durchaus ein paar zusätzliche Vitamine vertragen, denn sein Turboloch kann der Diesel trotz der schnell zupackenden Gänge nicht überspielen. Ausgewogen und überaus komfortabel schlagen sich die leichtgängige Lenkunterstützung sowie die Abstimmung von Federn und Dämpfern. Vorne wie hinten arbeitet eine Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern. (Hyundai Tucson: Neuauflage mit Darth-Vader-Front – dieses Extra sucht man aber vergebens)

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD DCT: Viel Platz für bis zu sieben Personen

Die dritte Sitzreihe im Kia Sorento kostet 965 Euro Aufpreis.

Den deutlichsten Sprung zu seinem Vorgänger hat der Sorento beim Design gemacht, das sich besonders von vorn selbstbewusster als bisher präsentiert. Im Innenraum gibt es viel Platz für bis zu sieben Personen, USB-Ports an jedem Sitzplatz und getrennte Klimaregelungen für die zweite und dritte Sitzreihe. Das Laderaumvolumen liegt für den Fünfsitzer bei stattlichen 910 Litern, die sich durch Umklappen der zweiten Sitzreihe im Verhältnis 40:60 auf bis zu 2.100 Liter erweitern lässt. (Alfa Romeo Stelvio: Elegante Erscheinung, kräftiger Diesel – doch der Allrad hat auch Nachteile)

Ab der Ausstattungslinie „Vision“ verfügt der Kia Sorento über das 10,25-Zoll-Zentraldisplay.

Der Fahrer blickt auf ein 12,3 Zoll großes Infodisplay, das sich über die Lenkradtasten variabel anpassen lässt. In der Mitte des Armaturenbretts bieten die höherwertigen Modelle ein 10,25-Zoll-Touchscreen für das Infotainment, das erst ab der „Vision“-Ausstattung serienmäßig ist. Die meisten Kunden dürften sich für den Kia Sorento „Spirit“ oder „Platinum“ entscheiden, der dann unter anderem mit Ausstattungsdetails wie klimatisierten Ledersitzen, 20-Zoll-Radsatz, elektrischer Heckklappe und Head-up-Display vorfährt. (Land Rover: Diese Neuerungen bringt die Modellpflege bei Range Rover Evoque und Discovery Sport)

Kia Sorento 2.2 CRDi AWD – Technische Daten
Länge/Breite/Höhe4,81/1,90/1,70 Meter
Hubraum2.151 ccm
Leistung148 kW/202 PS
Drehmoment440 Newtonmeter
Beschleunigung von 0 bis 100 km/h9,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit202 km/h
Normverbrauch5,7 Liter/100 km
Grundpreis46.098 Euro

LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera oder ein Basispaket an Assistenzsystemen bieten alle Sorento-Versionen. Preislich geht es bei 41.419 Euro für den frontgetriebenen Kia Sorento 2.2 CRDi „Edition 7“ los. Unser Kauftipp ist die Variante 2.2 CRDi AWD „Spirit“, die mindestens 49.996 Euro kostet. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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