Facelift für kleinen Koreaner

Kia Picanto 1.0 T-GDI im Test: Neue Assistenten machen den Stadtfloh sicherer

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Kia überarbeitet seinen Kleinwagen Picanto. Die grundlegenden Fahreigenschaften bleiben unangetastet – bei Assistenzsystemen und Infotainment wird jedoch nachgelegt.

Seoul – Mit dem Kia Picanto braucht man sich nicht zu verstecken. Optisch schon gleich gar nicht. Schließlich hat der Kleinwagen in seiner dritten Auflage schon einige Design-Meriten eingeheimst, darunter den Red-Dot-Award. Jetzt haben die Koreaner noch einmal Hand angelegt und den Picanto nachgewürzt. Auch wenn die meisten Änderungen technischer Natur sind, setzt die sportlich anmutende GT-Ausstattungslinie optisch mit einer etwas bulligeren Front samt kantiger Stoßstange, einem doppelflutigen Auspuff links und rechts sowie neuen Felgen noch einen drauf.

Kia hat dem Kleinwagen Picanto ein Facelift spendiert – von außen ist das aber schwer zu erkennen.

Kia Picanto 1.0 T-GDI im Test: Neue Assistenten machen den Stadtfloh sicherer

Mit dem maskulinen Auftritt geht aber kein stärkeres Herz einher. Unter der Motorhaube verrichtet nach wie vor der aufgeladene Dreizylinder-Benziner mit 74 kW (100 PS) seinen Dienst. Angesichts der 1.034 Kilogramm ist das mehr als genug Kraft, um auch außerhalb der Stadtmauern Spaß zu haben. Auch wenn der kleine Kia nach wie vor eine leichte Untersteuerneigung aufweist und das munterere Triebwerk sich über Drehzahlen freut, ist der Stadtfloh auch ein veritabler Landstraßentänzer. So braucht der würzigste Picanto 10,3 Sekunden, um auf 100 km/h zu kommen und ist maximal 180 km/h schnell. Dass die Schaltwege lang und die Lenkung kein Musterbeispiel an Direktheit ist, stört nur echte Fahrdynamik-Fetischisten. Um die aktuelle Abgasnorm Euro 6d zu erreichen, ist das Aggregat jetzt mit einem neuen Einspritzsystem und integriertem Thermomanagement ausgestattet, ein akustischer Leisetreter ist es dennoch nicht. (Ford Fiesta mit Mildhybrid im Test: Kleiner Spaßmacher zum fairen Preis)

Der Kia Picanto hat einen Normverbrauch von 4,6 Litern auf 100 Kilometer.

Kia Picanto 1.0 T-GDI im Test: Die Lenkradsäule ist nur längs verstellbar

Im Schnitt fließen 4,6 Liter auf hundert Kilometern durch die drei Brennkammern. Das Gute am kleinen Kia ist, dass das Spaßfahren trotz des vergleichsweise kurzen Radstands von 2,40 Metern nicht mit einer kompromisslosen Fahrwerkshärte erkauft wird und so auch die eigentliche Kernkompetenz des Kia Picanto im Stadtverkehr gewährleistet ist. Auch wenn die Lenkradsäule nur längs verstellbar ist und die Sitzflächen länger sein könnten, kann man es sich im Picanto bequem machen. (Neuer Toyota Aygo: Studie X Prologue gibt Ausblick – wird’s ein Mini-SUV?)

Bei dem überarbeiteten Picanto helfen einige neue Assistenzsysteme, dass es glimpflich ausgeht, auch wenn es einmal eng wird: Der Frontkollisionswarner ist jetzt mit einer Fußgängererkennung versehen, wenn man im Begriff ist, die Fahrspur unbeabsichtigt zu verlassen, korrigiert die Technik den Lenkradwinkel, ein weiterer Helfer wacht über den toten Winkel und schlägt Alarm, wenn der Querverkehr bedrohlich nahekommt. Bei langen Etappen hat der Müdigkeitswarner ein waches Auge.

Die Verarbeitung im Innenraum des Kia Picanto geht für diese Preisklasse in Ordnung.

Kia Picanto 1.0 T-GDI im Test: Der Kofferraum fasst zwischen 255 und 1.010 Liter

So wichtig und gut dieser Schutzschild auch ist, hofft man doch, dass man es nie benötigt. Viel unmittelbarer ist da schon die Wohnlandschaft des Interieurs. Zumal wir in einem Auto sitzen, das 16.850 Euro kostet. Für einen Kleinwagen nicht unbedingt ein Sonderangebot. Wenn es darum geht, von A nach B zu gelangen, gibt es günstigere Alternativen. Die Zeiten, in denen man beim Einsteigen in Kias von drögen Hartplastikwüsten empfangen wurde, sind längst vorbei. Logischerweise bietet der Picanto keine Vielzahl von unterschäumten Flächen, aber in dem kleinen Auto fühlt man sich wohl. Platz ist vorne auf den Kunstledersitzen genug, hinten schaut es – trotz des um 1,5 Zentimeter auf 2,40 Meter gewachsenen Radstands – nicht ganz so rosig aus. Die Kopffreiheit ist ausreichend, nur wenn sich große Personen hinter das Lenkrad schwingen, reduziert sich die Beinfreiheit merklich. Der Kofferraum fasst zwischen 255 bis ordentlichen 1.010 Liter, wenn man die Lehnen der Rückbank nach vorne umklappt. (Hyundai Bayon: Das neue City-SUV ist der technische Bruder dieses Kleinwagens)

Technische Daten Kia Picanto 1.0 T-GDI
Motor/Getriebe/Antrieb1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, Fünfgang-Handschaltung, Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment74 kW (100 PS) / 175 Nm bei 1.500 bis 4.000 U/min
Vmax/0–100 km/h180 km/h / 10,3 s
Länge/Breite/Höhe3.595 / 1.595 / 1.485 mm
Leergewicht1.034 kg
Normverbrauch4,6 l/100 km
CO2-Ausstoß104 g/km
Preis16.850 Euro

Kia Picanto 1.0 T-GDI im Test: Auch Android Auto und Apple CarPlay sind an Bord

Das unten abgeflachte Lenkrad liegt vernünftig in der Hand und der um einen Zoll auf acht Zoll gewachsene Touchscreen ist ein deutlicher Fortschritt. Zumal auch die UVO-Konnektivitätsdienste wie etwa cloudbasierte Verkehrsinformationen in Echtzeit, Wettervorhersagen, Warnung vor Gefahrenstellen, die Anzeige der Parkmöglichkeiten in der Nähe des Ziels inklusive Preis-Angaben. Da das Infotainment auch Android Auto und Apple CarPlay beherrscht, kann man sich auch auf diese Karten und deren Verkehrsmeldung verlassen. Die Bedienung stellt den Fahrer vor keine großen Probleme und Basisaufgaben wie das Koppeln eines Smartphones gehen wirklich fix. Wirklich hilfreich ist die induktive Lademöglichkeit in der Mittelkonsole. (Wolfgang Gomoll / press-inform)

Rubriklistenbild: © Kia

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