Kompaktklasse-Diesel

Kia Ceed 1.6 CRDi iMT: Diesen Vorteil bringt die elektronische Kupplung

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Hyundai und Kia haben in den vergangenen Jahren für ihre neuen Modelle ein geändertes Schaltgetriebe entwickelt, das von einer elektronischen Kupplung angesteuert wird. Wie schlägt sich das System im Kia Ceed 1.6 CRDi iMT mit Mild-Hybrid-Technik?

  • Der Kia Ceed ist erstmals mit einem elektrohydraulisch angesteuerten Kupplungspedal erhältlich
  • Mit der neuen Technik ist mit dem Ceed 1.6 CRDi iMT auch „segeln“ möglich
  • Im Alltag soll die E-Kupplung im Kia unter anderem einen ganz bestimmten Vorteil bringen

Seoul – Als Extra kann man diese neue Technologie dem Kunden nicht verkaufen – das weiß auch David Labrosse, oberster Produktmanager des Hyundai-Konzerns in Europa. Denn der Kunde spürt vom elektrohydraulischen angesteuerten Kupplungspedal fast nichts – außer er hat einen sehr feinfühligen linken Fuß. Eingeführt wird das neue Kupplungspedal in Modellen wie dem Hyundai i30 oder dem Kia Ceed. Optisch ist kein Unterschied zu erkennen, denn wie bisher gibt es drei Pedale im Fußraum. Bei Kia wird mit dem System zunächst der 136-PS-Diesel des 4,31 Meter langen Ceed 1.6 CRDi iMT (iMT = Intelligent Manual Transmission) ausgestattet. Einkuppeln, Gang einlegen und los geht’s. Wer am Steuer genau aufpasst, merkt, dass das Kupplungspedal sich etwas leichter als gewohnt treten lässt und der altbekannte Druckpunkt kaum spürbar ist.

Kia Ceed 1.6 CRDi iMT: So fühlt sich die neue Kupplungstechnik an

Daher ist es egal, ob man früh einkuppelt, spät oder das Pedal schleifen lässt. Der Gang flutscht rein, wie man es kennt, und der größte Unterschied zu anderen Modellen ist eher das 48-Volt-Bordnetz inklusive Startergenerator, das den 1,6 Liter großen Commonrail-Diesel deutlich sanfter, als man es kennt, wieder in den Dienst treten lässt. Das Einzige, was der Fahrer neben dem etwas künstlichen Kupplungsgefühl merkt, ist die Segelfunktion. Gerade bei mittleren Geschwindigkeiten auf der Autobahn oder Landstraßen kuppelt der Motor sanft und nicht spürbar aus, wenn der Fahrer vom Gas geht. Tritt er wieder stärker aufs Gaspedal, kuppelt das elektrohydraulische System wieder nahezu unmerklich ein, ohne dass der Fahrer das Kupplungspedal des Kia (Kia Sonet: Neues Kompakt-SUV auch für Deutschland?) nur berührt.

Den Kia Ceed gibt es jetzt mit einem elektrohydraulischen angesteuerten Kupplungspedal.

Diese Segelfunktion ist gerade für größere Fahrzeuge mit leistungsstärkeren Motoren nichts wirklich Neues, war jedoch obligatorisch an ein automatisiertes Getriebe wie einen Wandlerautomat oder ein modernes Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Bei Kia und Hyundai gibt es diese Technik, die einen einstelligen Prozentsatz an Kraftstoff einsparen kann, ab Herbst erstmals in Großserie. „Natürlich wird der Anteil der automatisierten Getriebe weltweit und auch in Europa größer“, so David Labrosse, „doch gerade für kleinere Fahrzeuge bleibt das ein Kostenthema. Daher ist es gerade für Modelle wie den Kia Ceed oder den Kia Rio wichtig, eine günstige Alternative zu haben.“ Andere Modelle bei Hyundai (Fahrbericht Hyundai i10 N-Line: In dieser Kategorie ist er Klassenbester) und Kia sollen folgen.

Mit dem 1,6-Liter-Diesel ist man im Kia Ceed flott und komfortabel unterwegs.

Kia Ceed 1.6 CRDi iMT: Elektronische Kupplung könnte für Zukunftstechnologien wichtig sein

Das gilt nicht nur für ein größeres Fahrzeugportfolio auf den weltweiten Märkten, auf denen Handschaltungen auch in Zukunft eine Rolle spielen können, sondern auch Zukunftstechnologien. Gerade in teilautomatisierten Fahrmodi wäre man dann zum Beispiel bei einem Stauassistenten nicht auf ein automatisiertes Getriebe angewiesen, sondern könnte iMT nutzen. Wenn man die Kupplung elektrohydraulisch ansteuert, wären auch weitere Szenarien denkbar wie das Fahren mit Handschaltung komplett ohne Kupplungspedal oder eine rein elektrische Ansteuerung der Gangwechsel, wie dies bei vielen Fahrzeugen mittlerweile bei der Lenkung der Fall ist. Das würde zusätzliche Energie und Gewicht einsparen.

Technische Daten Kia Ceed 1.6 CRDi iMT
Motor/Getriebe/Antrieb1,6-Liter-Vierzylinder-Commonrail-Diesel, Sechsgang-Handschaltung, Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment100 kW (136 PS) / 326 Nm ab 2.000 U/min
Länge/Breite/Höhe4310 / 1800 / 1447 mm
Vmax/0–100 km/h200 km/h / 10,2 s
Kofferraum395 / 1.291 Liter
Basispreis24.457 Euro

Kia Ceed 1.6 CRDi iMT: Der Diesel zieht kraftvoll durch

Beim 100 kW (136 PS) starken Kia Ceed 1.6 CRD iMT ist davon bei der Fahrt wenig zu spüren. An die leichtgängige und etwas gefühllose Kupplung hat man sich schnell gewöhnt. Ansonsten fährt der Kia Ceed (2021er Modelle: Kia frischt alle drei Picanto-Varianten auf) so, wie man es von einem modernen Kompaktklassemodell erwartet. Der Diesel zieht kraftvoll durch, ohne dabei spektakulär Bäume auszureißen oder an der Vorderachse zu zerren. Das Geräuschniveau ist in jedem Fahrtempo gering, das Fahrwerk ausgewogen und man ist mit dem Starter-Generator des Mild-Hybrid-Systems mit seiner Zusatzleistung von 10 kW, die aus einer 10-Ah-Lithium-Ionen-Batterie gespeist wird, flott und überaus komfortabel unterwegs.

Kia Ceed 1.6 CRDi iMT: Diesen Vorteil bringt die E-Kupplung beim Verbrauch

Dafür sorgt nicht zuletzt das maximale Drehmoment von 326 Nm und die gute Handschaltung, die man jedoch nicht künstlich zu hart rannehmen sollte. Denn wer wie in einem Sportwagen die Gänge in dem 1,4 Tonnen schweren Fronttriebler übereilig durchschaltet, verspielt den möglichen Verbrauchsvorteil von immerhin drei Prozent und bringt die Sechsgang-Handschaltung an ihre Trägheitsgrenzen. Der Normverbrauch des Kia Ceed 1.6 CRDi soll nach dem WLTP-Zyklus bei 4,5 Litern Diesel auf 100 Kilometern liegen. Damit liegt er auf dem Niveau des identisch motorisierten Fahrzeugs mit seinem siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe, das dann jedoch nicht bei 24.457 Euro startet, sondern mindestens 26.260 Euro kostet. Und dem ein oder anderen kommt es vielleicht nicht auf die 1.800 Euro Mehrpreis an – er schaltet jedoch einfach gern. Gespart wird beim Verbrauch trotzdem. Immerhin etwas und das elektrohydraulische Kupplungspedal scheint nur der Einstieg in neue Technologien zu sein. (Stefan Grundhoff / press-inform)

Rubriklistenbild: © F. Roschki / Kia

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