Doppelt aufgehübscht

Jaguar F-Type: Britisch, stilvoll, schnell – Abstriche gibt's beim Interieur

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Über 80 Jahre steht der Name Jaguar für elegantes Design und Luxus. Wer jenseits des Mainstreams auffallen möchte, ist mit dem F-Type gut beraten. Zum Modelljahr 2020 bietet der Importeur je 18 Coupé- und Cabriolet-Varianten an. Der Einsteiger-Sportwagen F-Type P300 in der First Edition Cabriolet-Version im Fahrbericht.

  • Das zweite Facelift bringt deutliche Veränderungen vor allem an der Frontpartie
  • Die Preise für die Cabrio-Version des F-Type starten bei 69.405 Euro
  • Aus dem Programm genommen hat Jaguar die Sechszylinder-Motor

München – Eigentlich wäre es nach sieben Jahren der üblichen Logik nach beim F-Type an der Zeit für eine Neuauflage. Aber der Sportwagen-Markt hat in den letzten Jahren abgenommen und besonders Cabriolets werden immer weniger nachgefragt. So ergibt es für Jaguar wohl Sinn, sich erst einmal die Kosten für die Entwicklung eines neuen Modells zu sparen und stattdessen das zweite Facelift für den F-Type zu bringen. Überarbeitet sind beim Modelljahr 2020 vor allem die Frontpartie und das Infotainment.

Der Testwagen in der Farbe Polaris White mit vollelektrischem schwarzen Verdeck steht auf 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit fünf Speichen, dazu kommen rote Bremssättel und Bremsscheiben mit vorn 380 und hinten 376 Millimeter Durchmesser. Der Aufpreis beträgt 4.019 Euro. Diese Investition ist zu empfehlen, denn sie verleiht sie dem Jaguar den Sportwagen-Touch und macht optisch ordentlich etwas her.

Die gefallen uns: 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und rote Bremssättel gibt es gegen Aufpreis.

Jaguar F-Type: ein bisschen wie ein Aston Martin Vantage

Das Design der britischen Raubkatze ist preisgekrönt. Mit diesem Sportwagen fällt man auf. Bereits 2018 wurde die Frontpartie überarbeitet. Die Form und Grafik des Kühlergrills blieb unverändert. Verstärkt konzentrierten sich die Designer dagegen auf die Gestaltung des Frontstoßfängers und dessen seitliche Lufteinlassöffnungen. Ziel war es, über leicht abweichende Details eine größere Differenzierung zwischen den einzelnen Modellen herzustellen. Anstelle der früheren Öffnungen im doppelten Haifischkiemen-Look treten nun große, einteilige und damit kraftvoller wirkende Lufteinlässe samt rautenförmigem Gittereinsatz hervor. Die Front erinnert nun etwas an die des Aston Martin Vantage. (Jaguar: Das gepanzerte Auto von Boris Johnson – diese Spezialausstattung soll den Premier schützen)

Der F-Type P300 ist ein klassischer Zweisitzer. Das Cockpit ist eng geschnitten, den Piloten empfängt ein Sport-Lederlenkrad mit Speichen in Aluminium. Die verarbeiteten Materialien im Innenraum in Premium-Velours vermitteln britischen Luxus. Das tut die häufige Verwendung von Plastik im Innenraum leider nicht. Die Sportsitze sind zwölffach elektrisch verstellbar mit Memory-Funktion. Eine sportliche Edelstahlpedalerie erinnert an die 300 PS unter der Haube. Diverse Extras wie eine vordere Einparkhilfe und Rückfahrkamera sind Serie. Das Klima-Paket kommt zum Aufpreis von 1.068 Euro.

Das Velours wertet den Innenraum auf – doch etwas weniger Plastik wäre schön gewesen.

Jaguar F-Type: Infotainment auf der Höhe der Zeit

Kontinuierlich hat Jaguar die für den Jaguar F-Type erhältlichen Infotainment-Systeme aktualisiert. Bereits zum Modelljahr 2019 hielt ein auf zehn Zoll vergrößerter Touchscreen für das Touch Pro-System Einzug. Zum Modelljahr 2020 zusätzlich und serienmäßig hinzugekommen ist ein Smartphone-Paket. Mit Apple CarPlay lassen sich über den Touchscreen des Jaguar Funktionen des iPhones steuern, Android Auto bietet Zugriff auf Apps des jeweiligen Betriebssystems wie Telefon, Musik, Karten, Nachrichten und Podcasts sowie freigegebene Apps von Drittanbietern wie Spotify, iHeartRadio und Audible.

Im Einstiegsmodell arbeitet der 221 kW/300 PS, ein Twinturbo-Benziner-Vierzylinder der Ingenium-Baureihe für den F-Type. An Bord sind ein Achtgang Quickshift-Automatikgetriebe und eine aktive Sportabgasanlage mit Klappensteuerung – der Brite lässt fast keine Wünsche offen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 5,7 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit ist mit 250 km/h angegeben. Das Drehmoment von 400 Newtonmeter (Nm) steht schon ab 1.500 Umdrehungen der Kurbelwelle zur Verfügung. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 7,9 Liter je 100 Kilometer an. Im Test ergab sich ein Verbrauch von 8,8 Litern – genügsam für einen Benziner mit 300 PS. (Jaguar I-Pace: Das Facelift macht ihn schneller – aber nicht auf der Straße)

Jaguar F-Type: britische Eleganz – in schnell

Bei strahlendem Sonnenschein geht es auf Tour. Anschnallen, dann das vollelektrische Verdeck in weniger als zehn Sekunden öffnen und sogleich macht sich Urlaubsfeeling bei Fahrer und Co-Pilot bemerkbar. In der Innenstadt schauen die Passanten, auf der Autobahn sehen die anderen Verkehrsteilnehmer die Raubkatze meist nur von hinten und das markentypische große Jaguar-Emblem auf dem Kofferraum. Dieses Fahrzeug ist so elegant, wir werden von einer älteren Dame angesprochen was das denn für ein schöner Wagen sei.

Das Basismodell ist nur an dem mittigen Endrohr auszumachen, ansonsten ist der Einstiegs-Sportwagen identisch mit den höher motorisierten Modellen der Baureihe. Für Cabriolet- und Sportwagen-Fans ist der kleine F-Type eine Empfehlung. Das Cabriolet gibt es zum Einstiegspreis von 69.405 Euro, das Coupé des F-Type ist aktuell bereits ab 62.581 Euro zu haben. Der Neidfaktor bei den Nachbarn ist unbezahlbar. (Von Jutta Bernhard / mid)

Rubriklistenbild: © David Shepherd Photographer / Jaguar

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