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Jaguar E-Pace im Test: Für wen lohnt sich das Kompakt-SUV mit Plug-in-Hybrid?

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Von: Marcus Efler

Optisch hat Jaguar sein Kompakt-SUV E-Pace kaum verändert. Unter der Haube steckt nun zeitgemäße Technik – die aber nicht für jeden Käufer gleichermaßen geeignet ist.

Kronberg im Taunus – Um die Neuerungen des mindestens 38.790 Euro teuren E-Pace zu erkennen, muss man schon genau hinsehen: Am besten achtet man auf das prägnante LED-Tagfahrlicht mit der sogenannten „doppelten J-Signatur“. Außerdem leuchten die LED-Scheinwerfer als Matrix-Einheiten adaptiv, wenn der Käufer das möchte und je nach Modell zwischen 790 und 1.600 Euro extra bezahlt. Während die konventionellen Benziner und Diesel mit bis zu 300 PS weitgehend unangetastet geblieben sind, taucht nun ein neues Modell mit auffallend niedriger Verbrauchsangabe auf, das mit 227 kW/309 PS gleichzeitig das stärkste und mit 58.340 Euro auch das teuerste ist. Dass es sich bei zwei Litern Super pro 100 Kilometer um den theoretischen Prüfstandswert eines Plug-in-Hybriden handeln muss, ist offensichtlich: Dem P300e AWD reicht eine Akku-Ladung für pendlerfreundliche 55 Kilometer. Immerhin lässt sich die gut 12 kWh große Batterie binnen 30 Minuten von null auf 80 Prozent Kapazität bringen. (Jaguar F-Pace 400e im Test: Facelift kommt vor allem einem Bereich zugute)

Jaguar E-Pace P300e AWD, stehend
Neu mit Stecker: der Jaguar E-Pace P300e AWD mit Dreizylinder-Benziner und Elektromotor © Jaguar Land Rover

Jaguar E-Pace jetzt auch als Plug-in-Hybrid: Für wen lohnt sich der edle Brite?

Unter dem Einsatz von Benzin- plus E-Motor entpuppt sich der 2,2-Tonner als wahre Sportskanone. Nicht nur, dass man dem kaum 4,40 Meter langen Kompakten seine Masse nicht anmerkt und er behände um die Kurve geht: Unter schwerem Gasfuß legt er mit beachtlicher Vehemenz los und drückt seine Passagiere in die durchaus komfortablen Stühle. Sechseinhalb Sekunden genügen zum Erreichen von Landstraßentempo 100 und auch darüber lässt der Vorwärtsdrang keineswegs nach. Dass der Verbrenner als platzsparender Dreizylinder werkelt, bleibt dank ordentlicher Dämmung akustisch verborgen. Allein die Koordination der beiden Kraftquellen samt Übersetzungen der obligatorischen Achtgang-Automatik will nicht immer völlig ansatzlos gelingen und so muss man mit gelegentlicher Zugkraftunterbrechungen rechnen. (Neuer Discovery und F-Pace: Zwei Super-SUVs auf Treibstoff-Diät)

Innenraum des Jaguar E-Pace P300e AWD
Der Jaguar E-Pace nach dem Facelift: Edles Interieur mit einfacher bedienbarem Infotainment-System in der Mittelkonsole © Jaguar Land Rover

Jaguar E-Pace jetzt auch als Plug-in-Hybrid: Eine gute Wahl für Dienstwagen-Fahrer

Bezüglich des Fahrkomforts gelten für das überarbeitete SUV dieselben Bedingungen wie bisher: Er bietet im Verhältnis zu den Außenabmessungen einen ordentlichen Innenraum und ist sich nicht zu fein, viele hundert Kilometer am Stück brav Dienst zu leisten. Am Infotainment-System haben die Techniker gefeilt und seine Bedienung endlich vereinfacht: Dank großem, gestochen scharfem Monitor in der Mittelkonsole plus Kombi-Instrument gelangt der User nun einfacher durchs Menü und zum Ziel. Optional (1.168 Euro) informiert ein Head-up-Display, grundsolide Materialverarbeitung verströmt mehr Premium-Gefühl als bislang. Das gilt umso mehr, wenn der Kunde die belederte Armaturentafel wählt. Mit dem auf die hochglänzende schwarze Dekor-Fläche aufgebrachten Schriftzug „est. 1935“ gibt der Hersteller einen dezenten Hinweis auf die jahrzehntealte Geschichte der Marke Jaguar, die heute zusammen mit Land Rover zum indischen Tata-Konzern gehört.

Technische Daten Jaguar E-Pace P300e AWD
Motor/Getriebe/AntriebDreizylinder-Benziner + Elektro / 8-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment227 kW (309 PS) / 540 Nm bei 1.600 – 4.500 U/min
Länge/Breite/Höhe4,40/1,98/1,65 m
Kofferraumvolumen494 – 1.386 l
Vmax/0–100 km/h216 km/h / 6,5 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoß2,0 l/100 km / 43 g/km
Preis58.340 Euro

Ein gelungenes Hybrid-Modell also. Inklusive aller Förderungen vergünstigt sich der P300e AWD um immerhin 5.925 Euro (brutto) und Firmenwagen-Fahrer versteuern ihren Prozentpunkt für die pauschale Privatnutzung auf Grundlage des halbierten Brutto-Listenpreises. So erweist sich der genügsame Leistungskönig auch noch als veritabler Preis-Leistungs-König. Trotzdem: Verfügt man nicht über die nötige Ladeinfrastruktur und kann mit solch hoher Antriebsleistung wenig anfangen, wird man definitiv auch mit einem der günstigeren und schwächer motorisierten E-Pace glücklich. (Von Patrick Broich/SP-X)

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