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Neuer Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid – dieses sinnvolle Extra gibt’s nur bei der Konkurrenz

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Von: Sebastian Oppenheimer

Bereits der aktuelle Tucson ist ein ernst zu nehmender Konkurrent in der umkämpften SUV-Mittelklasse – doch das neue Modell dürfte dem Wettbewerber deutlich mehr weh tun.

Seoul – Bereits der erste offizielle Auftritt des neuen Hyundai Tucson brachte die von den Koreanern erhoffte Aufmerksamkeit. In den USA und Europa gab es viel Applaus für das neue, deutlich mutigere Design des Konkurrenten von VW Tiguan und Nissan Qashqai. Insbesondere die Frontansicht mit der düsteren Kühlermaske, aus der auf Knopfdruck LED-Lichteinheiten herausstechen, ist ein wiederkehrender Showeffekt, der gefällt. Und auch das visuelle Gesamtpaket mit auffälliger Seitenlinie, Kontrastdach und markanten Rückleuchten macht den 4,50 Meter langen Tucson zu einem auffälligen Modell im nahezu unüberschaubaren Angebot der Familien-SUV. In den vergangenen 16 Jahren wurden vom Hyundai Tucson weltweit mehr als sieben Millionen Fahrzeuge verkauft. Der koreanische Autobauer Hyundai hat die Auswahl in der nunmehr vierten Generation deutlich gestrafft, verbannt Dieselmotoren an den Rand des Portfolios und setzt stattdessen auf Hybride. Etwas überraschend aber auf solche ohne die mittlerweile etablierte Plug-in-Technik. Die wird es später zwar auch geben, doch an der Spitze des Motorenangebots steht zunächst der Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid, dessen 1,6 Liter großer Turbovierzylinder mit seinen 180 PS von einem Elektromotor unterstützt wird, der weitere 44 kW (60 PS) beisteuert.

Neuer Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid – dieses Extra ist noch immer Fehlanzeige

So stehen dem Fahrer stattliche 169 kW (230 PS) und 350 Nm maximales Drehmoment für den Vortrieb zur Verfügung. Leider bietet Hyundai die 230-PS-Variante nur optional als Allradler an. Normalerweise sind in dieser Liga alle Versionen über 180 PS obligatorisch mit 4x4-Antrieb unterwegs. Neben Benzinern mit 150 und 180 PS gibt es bei den Tucson-Dieselvarianten nur schmale Kost. Auch wenn der Hyundai-Konzern stärkere Vierzylinderdiesel mit 2,0 und 2,2 Litern Programm hat, werden diese nicht im neuen Tucson verbaut. So kommt nur ein 1,6 Liter großer Commonrail-Diesel zum Einsatz, der wahlweise 115 oder 136 PS bietet – die Volumendiesel der Konkurrenz sind mit 150 bis 190 PS unterwegs. So lässt sich auch die überschaubare Anhängelast von 1.650 Kilogramm erklären. (Facelift Hyundai Kona Electric: Endlich gibt’s diese überfälligen Sicherheitssysteme)

Fahraufnahme eines Hyundai Tucson 1.6 T-GDI

Der Hyundai Tucson 1.6 T-GDI ist ein Hybrid ohne die inzwischen gängige Plug-in-Technik. © Hyundai

Neuer Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid: Die Fahrleistungen gehen in Ordnung

Doch Dieseltechnik ist für die Hyundai-Verantwortlichen wohl bald nur ein Spartenantrieb für wenige Märkte in Europa, wo aber bisher jeder fünfte Tucson seine Käufer fand. Die Kunden sollen sich für die hauseigenen Hybriden erwärmen. So bieten die normalen Modelle ein 48-Volt-Bordnetz mit Startergenerator. Einen Schritt weiter geht der serielle Hybrid, der sich jedoch nicht an der Steckdose aufladen lässt und nur eine winzige Strecke elektrisch zurücklegen kann, da die Kapazität des Lithium-Ionen-Polymer-Akkus bei gerade einmal 1,5 kWh liegt. Das Problem in Ländern wie Deutschland ist zudem, dass die 230 PS starke Hybridversion von der aktuell hohen Bezuschussung nicht profitiert und deshalb einen schweren Stand haben dürfte. Der 260 PS starke Plug-in-Hybrid kommt erst im Frühjahr 2021. (Genesis GV70: Schon 2021 will er es mit diesen deutschen Mittelklasse-SUV aufnehmen)

Der Grund für die wenig zukunftsträchtige Hybridtechnik ohne Ladekabel hat ihren Grund in den Kernmärkten USA und Asien, wo aktuell noch eine Vielzahl von teilelektrifizierten Modellen verkauft wird, die nicht an der Ladesäule nachtanken können. Dabei fährt der 230 PS starke Basishybrid im Hyundai Tucson gut und nicht zuletzt dank der Boostfunktion des 44 kW starken Elektromotors überaus flott. Wer den Allradler beim Auffahren auf die Autobahn oder einem Zwischenspurt auf der Landstraße kraftvoll beschleunigt, bemerkt jedoch schnell den überschaubaren Hubraum von 1,6 Litern. Dabei kann man dem Tucson nicht mal Leistungsschwäche vorwerfen. Rollt man lässig vor sich hin, schaltet sich der Verbrenner regelmäßig nahezu unbemerkt aus und erst bei Leistungsabfragen wieder ein. (Straßenhund besucht Hyundai-Händler jeden Tag – hat jetzt eigenen „Job“)

Ein Hyundai Tucson 1.6 T-GDI

Die Höchstgeschwindigkeit des Hyundai Tucson 1.6 T-GDI liegt bei überschaubaren 193 km/h. © Hyundai

Neuer Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid: 800 bis 900 km ohne Nachtanken sind drin

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei überschaubaren 193 km/h und auch der Spurt von 0 auf Tempo 100 in 8,3 Sekunden ist kein Bestwert. Vielmehr will der hybride Tucson mit seiner Sparsamkeit im Alltag punkten. Der Normverbrauch liegt bei 5,6 Litern Super auf 100 Kilometern – das ist beinahe Dieselniveau. Mit dem 52 Liter großen Tank sind so 800 bis 900 Kilometer ohne Nachtanken drin, wenn man es langsam angehen lässt. Dass Sportlichkeit nicht die stärkste Seite der vierten Tucson-Generation ist, merkt man nicht zuletzt bei der Fahrwerksabstimmung. Das Steuer liegt gut in der Hand, ist jedoch sehr leichtgängig und gibt wenig Informationen über die Fahrbahn. Die Gesamtabstimmung ist unabhängig von dem angewählten Fahrmodus komfortabel. Gerade bei flotter Gangart gibt es Wankbewegungen und in schnellen Kurven schiebt der 1,8 Tonnen schwere Allradler spürbar, jedoch kalkulierbar über die Vorderachse.

Technische Daten Hyundai Tucson 1.6 T GDI Hybrid
Motor/Getriebe/Antrieb1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit E-Motor, 6-Gang-Automatik, Allradantrieb
Systemleistung/Drehmoment169 kW (230 PS) / 265 Nm bei 1.500–4.500 U/min
Vmax/0–100 km/h193 km/h / 8,3 s
Länge/Breite/Höhe4.500 / 1.865 / 1.650 mm
Kofferraumvolumen616 / 1.795 Liter
Leergewicht1.709–1.830 kg
CO2-Ausstoß127 g/km
Preis (Komplettausstattung)47.000 Euro

Neuer Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid: So viel kostet das schicke Korea-SUV

Einen deutlichen Fortschritt beim in der Komplettausstattung rund 47.000 Euro teuren Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid gibt es im Innern. Auch der bisherige Tucson war ordentlich verarbeitet und bot eine einfache Bedienung. Doch die Neuauflage ist schicker und deutlich wertiger, was nicht nur an den Verkleidungen und Applikationen, sondern besonders an der animierten 10,25-Zoll-Instrumenteneinheit hinter dem neuen Vier-Speichenlenkrad liegt. Bei dessen Design kommen Erinnerungen an den Porsche 964 oder den aktuellen Audi A8 auf. In der schicken Mittelkonsole gibt es ein zweites 10,25-Zoll-Display und direkt darunter die separate Bedienung der Klimatisierung. Das machen andere deutlich umständlicher.

Blick in den Innenraum des Hyundai Tucson

Im Innenraum präsentiert sich der neue Hyundai Tucson schicker und wertiger als sein Vorgänger. © Hyundai

Neuer Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid: Praktische Funktion für die Fondpassagiere

Ebenfalls gut im Blick: etwas grobe Drucktaster für Fahrstufen, Parkbremse sowie Sitzklimatisierung. Die Sitze sind bequem und gegen Aufpreis elektrisch zu verstellen. Ebenfalls ordentlich: das Platzangebot vorne wie hinten, das von den leicht gewachsenen Abmessungen profitiert. Wer will, kann den Beifahrersitz über zwei Schalter an der seitlichen Lehne nach vorne fahren, um mehr Platz zu haben – Range Rover lässt grüßen. Leider fehlt im modernen Cockpit das mittlerweile auch in dieser Klasse etablierte Head-up-Display. Ausreichend Platz gibt es nicht nur im Innenraum, denn das Ladevolumen liegt zwischen 616 und 1.795 Litern. Auf Wunsch zu bekommen sind verschiedene Fahrerassistenzsysteme wie ein Autobahnpilot, der den Fahrer bei Abstand und Spurhalten unterstützt. Klappt prima – auch wenn die Hände weiterhin am Steuer bleiben müssen. Praktisch und bereits aus den USA bei Modellen von Hyundai und Kia bekannt: Beim Setzen des Blinkers wird der Bereich seitlich schräg hinter dem Auto ins Cockpitdisplay übertragen – das war es dann mit dem toten Winkel. (Stefan Grundhoff / press-inform)

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