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Hyundai Santa Fe als Vollhybrid: Elektrisch, aber ohne Stecker – reicht das heute noch?

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Von: Marcus Efler

Der erneuerte Hyundai Santa Fe ist dank Elektro-Unterstützung sparsam unterwegs. Sein größtes Problem sind allerdings die besseren Alternativen aus demselben Konzern.

Offenbach – Ist es jetzt ein neues Modell oder ein großes Facelift? Beim aktuellen Hyundai Santa Fe kann man durchaus unsicher sein. Denn die Änderungen zum Vorgänger fallen recht umfangreich aus. Etwa im Cockpit, das nun viel moderner wirkt. Im neuen Armaturenbrett sind zwar viele Tasten zu finden, aber die sind immer nur einfach belegt, gut beschriftet und erlauben so einen einfachen und direkten Zugriff auf viele Funktionen. Das mittige Touchscreen mit der heute üblichen Bildschirmdiagonale von über 10 Zoll erleichtert die Bedienung zusätzlich. Das Navigationssystem bricht zwar noch immer keine Rekorde, arbeitet aber noch ausreichend schnell. Der Fahrer schaut zudem auf ein digitales 12-Zoll-Instrument, das neben den üblichen Anzeigen etwa auch Navigationshinweise anzeigt. Das ist aber eigentlich gar nicht nötig, weil in unserem Testwagen ein gut ablesbares Head-up-Display eingebaut war, das dem Fahrer alle während der Fahrt nötigen Informationen einspiegelt. (Hyundai Kona N: Erste Ausfahrt auf dem Bilster Berg zeigt, was dem Power-SUV fehlt)

Hyundai Santa Fe, fahrend
Stattliche Erscheinung: Der erneuerte Hyundai Santa Fe. © Hyundai

Hyundai Santa Fe als Vollhybrid: Reicht ein bisschen elektrisch heute noch?

Ungewöhnlich erscheint, dass mittig angebrachte Knöpfe anstelle eines Hebels die Sechs-Stufen-Automatik bedienen. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, auch wenn die Reaktionszeit, bis das System etwa von D auf R geschaltet hat, ein wenig zu lang geraten ist. Dafür arbeitet das Vollhybridsystem, mit dem unser Testwagen ausgerüstet war, fast perfekt. Hyundai kombiniert hier den bekannten 1,6-Liter-Turbobenziner und dessen 180 PS mit einem Elektromotor, mit dessen 44 Kilowatt, also 60 PS, eine Systemleistung von 230 PS zustande kommt. Die Batterie ist mit 1,49 kWh zwar sehr klein, aber es reicht durchaus für einige wenige Kilometer rein elektrischer Fahrt. Der Akku dient sowieso eher dazu, den Benzinmotor beim Beschleunigen zu unterstützen. Wie gut das funktioniert, spürt man aber eigentlich erst, wenn der Akku leer ist und nur noch die Benziner-Pferde arbeiten müssen. Die haben mit dem immerhin zwei Tonnen schweren Mittelklasse-SUV dann schon ihre Probleme. (Hyundai Staria: Futuristisch designter Kleinbus tritt gegen VW und Mercedes an)

Interieur des Hyundai Santa Fe
Das Interieur ist hochwertig verarbeitet, die Mittelkonsole zeigt noch viele klassische Tasten. © Hyundai

Hyundai Santa Fe im Test: Als Plug-in-Hybrid ist er unterm Strich preiswerter

Doch da die Batterie beim Bremsen und bei Bergabfahrten schnell und effektiv nachladen, ist das selten der Fall. Auf der Autobahn kamen wir im Schiebebetrieb häufig in den Segelmodus und gönnten dem Verbrenner sogar eine richtige Pause. Was sich beim Verbrauch durchaus bemerkbar macht: 7,6 Liter beträgt der Normwert, in der Praxis war es trotz überwiegend zügiger Fortbewegung mal gerade ein halber Liter mehr. Bei der Anhängelast kann der Hybrid zwar nicht mit den 2,5 Tonnen der Diesel-Variante mithalten, 1.650 Kilogramm sind aber auch nicht schlecht. Überhaupt ist der Santa Fe vor allem ein toller Reisewagen. Es gibt ihn optional als Siebensitzer, als Fünfer bietet er den Insassen viel Platz, gute Sitze und einen großen Kofferraum mit bis zu 831 Litern Volumen. Wer die Rückbank umklappt, kommt auf 1.700 Liter. Damit schlägt der Hyundai auch die meisten großen Kombis. Zudem ist die Rücksitzbank ist in der Länge verschiebbar und die Lehnenneigung lässt sich einstellen. So muss es sein.

Technische Daten Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI Hybrid
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Turbobenziner + E / 6-Gang-Automatik / Allrad
Leistung/Drehmoment169 kW (230 PS) / 350 Nm
Länge/Breite/Höhe4,79/1,90/1,69 m
Kofferraumvolumen831 – 1.704 l
Vmax/0–100 km/h187 km/h / 9,1 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoß7,6 l/100 km / 172 g/km
Preis51.450 Euro

Das Fahrwerk ist sehr komfortabel abgestimmt. Das ist in den meisten Situationen okay, aber je nach Fahrbahnamplitude neigt der Hyundai dann doch zum Schaukeln. Mit ein wenig mehr Feinschliff könnte man auch die Nickbewegungen sicher reduzieren. In der teuren Signature-Ausstattung unseres Testwagens kostet der Santa Fe 1.6 T-GDI Hybrid 59.150 Euro, bis auf das Panorama-Schiebedach und den Metallic-Lack ist dann aber auch jedes Extra dabei. Günstigste Möglichkeit, die Vollhybrid-Variante zu fahren, ist das Ausstattungsniveau Trend für 51.450 Euro, hier bleiben dann aber auch ein paar Wünsche offen. Wer sparen will, könnte einen Blick rüber zum Schwestermodell Kia Sorento (hier geht‘s zum Fahrbericht der Plug-in-Version) werfen, der bei vergleichbarer Ausstattung etwa 3.000 Euro günstiger ist. Eine weitere sehr gute Alternative wäre der Santa Fe als Plug-in-Hybrid. Der kostet zwar mehr als der Voll-Hybrid, ist aber nach Abzug der knapp 6.000 Euro Bafa-Prämie am Ende sogar günstiger, muss als Dienstwagen nur mit dem halben Satz versteuert werden, und genießt auch sonst alle Vorteile des E-Kennzeichens wie freies Parken in vielen Innenstädten. Dass sich derartige politische Begleiterscheinungen aber auch sehr schnell wieder ändern können, ist jedem Autofahrer klar. (Von Peter Eck/SP-X)

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