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Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV im Test: Deshalb glänzt der Koreaner in der City

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der Santa Fe ist das SUV-Aushängeschild von Hyundai in Europa. Auch er setzt bevorzugt auf einen Plug-in-Hybridantrieb. Wir sind die Variante mit Stecker gefahren.

Seoul – Steuerlich stattlich gefördert, erfreuen sich auch beim koreanischen Autobauer Hyundai die Modelle mit Stecker einer besonderen Beliebtheit. Das dürfte genauso für den neuen Sante Fe gelten, der die Modellpalette in Europa abrundet, weil die Koreaner das eigentliche Topmodell des Hyundai Palisade nicht in die alte Welt bringen. Doch auch der „kleine“ Bruder Hyundai Santa Fe hat sich prächtig entwickelt – und ist zu einem ebenso edlen wie schicken Mittelklasse-SUV geworden, der es mit der Konkurrenz aus Europa und Japan problemlos aufnehmen kann. Besonders leicht dürfte ihm das als Plug-in-Version gelingen, denn hier sorgt die staatliche Unterstützung dafür, dass die einst so gefeierten Dieselaggregate längst in den Hintergrund des Kaufinteresses getreten sind. (Hyundai Santa Fe als Vollhybrid: Elektrisch, aber ohne Stecker – reicht das heute noch?)

Fahraufnahme eines Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV
Der Hyundai Santa mit Plug-in-Hybridantrieb leistet 195 kW / 265 PS und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 350 Nm. © Hyundai

Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV im Test: Deshalb glänzt der Koreaner in der City

Angetrieben wird der mindestens 55.750 Euro teure Hyundai Santa Fe PHEV vom gleichen Antriebsmodul, das man vom kleinen Bruder Tucson kennt. 195 kW / 265 PS / 350 Nm hören sich erst mal viel an, jedoch sorgt für den Basisantrieb des 2,1 Tonnen schweren Allradlers ein nur 1,6 Liter großer Turbovierzylinder und der kommt mit dem großen Mittelklasse-SUV an sein Limit. Bei kraftvollem Beschleunigen geht es mit der entsprechenden Unterstützung des Elektromotors beim Imagespurt von null auf Tempo 100 in 8,8 Sekunden zwar zügig voran, doch der Vierzylinderturbo klingt angestrengter denn je. Hier würde man sich über ein paar hundert Kubikzentimeter mehr Brennraum freuen, denn auch bei höherem Tempo auf der Autobahn hat der Verbrenner oberhalb von 140 km/h nicht mehr viel zu melden. Dabei ist es egal, in welchem der verschiedenen Fahrprogramme man unterwegs ist – 1,6 Liter Hubraum sind eben nicht viel, wenn es kraftvoll oder beladen zur Sache geht. So erreicht der 4,79 Meter lange Koreaner zwar ein Maximaltempo von 187 km/h, doch bei höherem Autobahntempo wird es mühsam und zäh. (Hyundai Vision FK: IAA-Studie mit ungewöhnlichem Antrieb leistet 670 PS)

Fahraufnahme eines Hyundai Santa Fe
Bei höherem Autobahntempo tut sich der Plug-in-Hybridantrieb schwer mit dem Hyundai Santa Fe. © Hyundai

Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV im Test: Auf günstigen Verbrauch getrimmt

Hier kann der Elektromotor mit seinen 67 kW / 91 PS, der den 1,6 Liter großen Vierzylinder aus seiner 13,8 kWh großen Lithium-Ionen-Polymerbatterie unterstützt, einfach nicht so punkten, wie er mag. Ohnehin ist das Triebwerk mehr auf einen günstigen Verbrauch denn auf dynamische Fahrfreude ausgelegt. Dafür sorgt nicht zuletzt die neu entwickelte CVVD-Technologie (Continuously Variable Valve Duration), die die Öffnungs- und Schließdauer der Ventile entsprechend der Fahrsituation variieren lässt. So liegt der Normverbrauch bei 1,6 Litern Superkraftstoff auf 100 Kilometern und einer rein elektrischen Fahrstrecke von 58 Kilometern. Gerade in der Innenstadt oder beim entspannten Mitschwimmen kann der Hyundai Santa Fe glänzen und seine Reichweite auf knapp 70 Kilometer steigern, denn hier gefallen nicht nur das entspannte Komfortniveau im Innern, sondern auch die niedrige Geräuschkulisse – nicht zuletzt unterstützt durch zusätzliche Dämmmaterialien und Doppelglas. (Hyundai Kona N im Test: Trotz seiner 280 PS fährt er der Konkurrenz hinterher)

Blick ins Cockpit eines Hyundai Santa Fe
Im Innenraum des Hyundai Santa Fe gefallen das Platzangebot und die gute Geräuschdämmung. © Ingo Barenschee/Hyundai

Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV im Test: Laderaum bis zu 1.649 Liter

Zur guten Ausstattung des Allradlers inklusive zahlreicher Fahrerassistenzsysteme passt auch das Platzangebot, denn sowohl vorn als auch im Fond können die Passagiere entspannt reisen. Die Rückenlehnen lassen sich auch in der zweiten Reihe variabel verstellen und eine Sitzheizung gehört neben USB-Anschlüssen zur Ausstattung für die Mitreisenden. Vorne gibt es animierte Instrumente, klimatisierte Ledersitze, eine vernünftige Bedienung über eine Kombination aus Tastern und Touchflächen auf dem zentralen 10,25-Zoll-Bildschirm. Der Laderaum hinter der elektrischen Heckklappe fasst 571 Liter, die sich auf bis zu 1.649 Liter erweitern lassen, wenn man die Rücksitze umklappt – das ist mehr als genug.

Technische Daten Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV 4WD
Motor/Getriebe/AntriebVierzylinder-Benziner plus E-Motor / 6-Gang-Automatik /Allrad
Systemleistung/Systemdrehmoment195 kW (265 PS) / 350 Nm
Vmax/0–100 km/h187 km/h / 8,8 s
Länge/Breite/Höhe4.785 / 1.900 / 1.685 mm
Leergewicht2.144 kg
Ladevolumen571 – 1.649 Liter
Normverbrauch1,6 l/100 km
Basispreis55.750 Euro

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Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI PHEV im Test: Allradantrieb ist serienmäßig

Serienmäßig ist unter anderem der sinnvolle Allradantrieb, der seine Leistung je nach Fahrprogramm und Leistungsanforderung zwischen beiden Achsen verteilt. Im Ecomodus wird die Motorleistung nur nach vorn übertragen, während im Komfortmodus immerhin bis zu 35 Prozent nach hinten gehen. Der Kraftfluss könnte auf rutschiger Fahrbahn jedoch schneller geschehen. Im Sportmodus geht so immerhin die Hälfte der Leistung nach hinten – wichtig nicht nur bei einer langen Berganfahrt im Schnee. Ebenso betont komfortabel wie die Fahrwerksabstimmung, die die meisten Unebenheiten abseits kräftiger Querfugen wegbügelt: die leichtgängige Lenkung. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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