Neues Dazwischen-SUV

Hyundai Bayon im Test: Am Innenraum wurde gespart – aber nicht am Fahrspaß

  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Mit dem Kona hat Hyundai bereits ein City-SUV im Programm. Der ganz ähnlich geschnittene Hyundai Bayon will als Crossover aber neue Schwerpunkte setzen.

Offenbach – Obwohl Hyundai schon drei SUVs im Rennen hat, bringen die Südkoreaner noch ein viertes Modell an den Start – und vervollständigen ihre Palette mit dem Hyundai Bayon. Der Hyundai i20 bekommt also einen Bruder fürs Grobe. Der Konzern aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul bringt den Bayon auf Basis des Kleinwagens i20 gegen andere handliche Geländewagen wie den VW T-Cross oder den Ford Puma in Stellung. Damit wächst und wächst das SUV-Angebot in Deutschland. Doch welche anderen Akzente setzt der Hyundai Bayon? Wir sind dem auf den Grund gegangen – und ihn gefahren.

Schick, flott – und auf ein urbanes Publikum ausgerichtet. Den Hyundai Bayon gibt es ab einem Basispreis von 16.800 Euro.

Hyundai Bayon im Test: Am Innenraum wurde gespart – aber nicht am Fahrspaß

Der südkoreanische Autobauer glaubt, eine weitere Lücke in seinem Modellprogramm gefunden zu haben – und füllt sie nun mit dem Mini-Crossover Hyundai Bayon. Der siedelt sich preislich (Basispreis ca. 16.800 Euro) und technisch unterhalb seines gleich großen Markenbruders Hyundai Kona an – nimmt aber vor allem Stadtbewohner mit Sinn für Design ins Visier. Er soll also in urbanen Gefilden abräumen. Während Hyundai für den Kona eine spezielle SUV-Plattform mit Allrad- und Diesel-Option sowie aufwendiger Hinterachse nutzt, teilt sich der Hyundai Bayon daher die Technik mit dem preisgünstigen Kleinwagen Hyundai i20. Als Stadtauto mit quirligem Motor gibt er den aufgebockten Kleinwagen, während sich der Kona mit stärkeren Motoren, optionalem E-Antrieb und Allradtechnik für „höhere Aufgaben“ qualifiziert. (Kia Sorento Plug-in-Hybrid im Test: „Weltneuheit“ steigert die Leistung des SUV)

Das neue Crossover-SUV fällt mit rund 4,18 Metern jedoch eine gute Handbreit länger aus als der Hyundai i20, und legt auch in der Höhe auf 1,50 Meter zu. Dank der steil stehende Front mit ihren schmalen Tagfahrlichtern und hohen Schultern wirkt der Hyundai Bayon zudem deutlich bulliger als der Kleinwagen. Auch wenn der Koreaner bei den Dimensionen also näher an der klassischen Limousine bleibt als echter SUV zu sein, bietet er dennoch ein leichtes Crossover-Feeling. Vor allem die erhöhte Sitzposition hebt ihn von typischen Kleinwagen ab. Beim Kofferraumvolumen legt er ebenfalls ein paar Liter drauf – und erreicht mit 411 Litern schon fast Kompaktklasse-Niveau. (Neuer Hyundai Ioniq 5: Dieser Stromer lässt sich nicht nur per Kabel laden)

Weiß auch von hinten zu gefallen: Der neue Stadt-Crossover Hyundai Bayon. Drei Benziner stehen zur Wahl.

Hyundai Bayon im Test: Am Innenraum-Material wird gespart – an flottem Antritt und Fahrspaß nicht

Auch im Cockpit orientiert sich der Hyundai Bayon am i20 und übernimmt dessen modernes Layout mit dem zumindest in den höheren Ausstattungen serienmäßigen digitalen Instrumentarium. Das wirkt zeitgemäß und erwachsener als in dieser Klasse üblich. Die Materialauswahl im Vorserien-Fahrzeug entspricht noch nicht dem des fertigen Autos – Erfahrungen mit dem i20 legen jedoch nahe, dass Hyundai dabei nicht ins oberste Preisregal greifen wird. (Škoda Enyaq iV 80 im Test: Stromer kommt mit kraftvollem Auftritt und solidem Ambiente)

Das Cockpit des Hyundai Bayon: Auf Wunsch gibt es für den Fahrer auch digitale Instrumente.

Voll überzeugen kann der Prototyp des Hyundai Bayon allerdings auf der Straße. Unser Testexemplar war mit dem Top-Antrieb ausgerüstet, einem 88 kW/120 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, der dem kleinen Crossover mit seinem flotten Antritt und ordentlichen Durchzug sogar ein gutes Maß an Fahrspaß abtrotzt. Dazu trägt auch die automatische Zwischengas-Funktion bei, die den Motor beim Gangwechsel kurz aufjubeln lässt, wie man es sonst eher von Sportwagen kennt. Der sympathische Gag ist ein Nebenprodukt der 48-Volt-Unterstützung, die eigentlich dem Spritsparen dient. (Kia EV6: Der Stromer will mit extrem schnellen Ladezeiten überzeugen)

Als Getriebe stehen für diesen Motor eine manuelle Sechsgangschaltung und ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen zur Wahl. Alternativ bieten die Koreaner eine 75 kW/100 PS starke Variante des Dreizylinder-Turbos sowie einen 1,2-Liter-Saugmotor mit vier Zylindern und 62 kW/84 PS als Basis-Triebwerk. (Škoda Kodiaq Facelift (2021): Neuerungen bei Licht und Lenkrad – Kodiaq RS gibt Comeback)

Mit 411 Litern Volumen fast auf Kompaktklasse-Niveau: Der Kofferraum des Bayon fällt für einen Kleinwagen ordentlich aus.

Hyundai Bayon im Test: Preisvorteil dank günstigem Einstiegsmotor – Hyundai i20 als Alternative

Mit einem Grundpreis von rund 16.800 Euro sortiert sich der Hyundai Bayon am unteren Ende der Hyundai-SUV-Palette ein. Serie sind im „Pure“-Modell unter anderem Klimaanlage, Radio, Spurverlassens-Warner und Notbremsassistent. Für 2.000 Euro mehr gibt es das „Select“-Niveau mit 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und Lederlenkrad. Darüber rangieren die Stufen „Trend“ (ab 21.500 Euro) und „Prime“ (ab 24.300 Euro), die fast alles an Technik- und Komfort-Features bieten, was in der Kleinwagenklasse für gewöhnlich zu haben ist – bis hin zu Soundsystem und LED-Scheinwerfern. (Audi Q5 45 TFSI Sportback quattro im Test: Stark und schick – doch es gibt ein Problem)

Vergleicht man die Preise des Hyundai Bayon mit denen des eigentlich höher positionierten Kona, fallen die Unterschiede gering aus. Der Preisvorteil des Neuen resultiert von allem aus dem günstigen Einstiegsmotor, den es für den Hyundai Kona nicht gibt. Rüstet man die beiden Schwestermodelle mit dem identischen Antrieb aus, kosten sie mit ungefähr 20.000 Euro in etwa das Gleiche. Es bleibt abzuwarten, ob Hyundai mit einer Preiserhöhung für den Kona den Abstand künftig wieder größer werden lässt. Unabhängig davon lohnt sich ein Blick auf den Hyundai i20, den Kleinwagenbruder des Bayon. Den nämlich gibt es in identischer Motorisierung schon für 17.500 Euro. (Holger Holzer/SP-X, mit Material der dpa)

Technische Daten Hyundai Bayon (Einstiegsmodell)
Motor1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner
Getriebe/AntriebFünfgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
Leistung/Drehmoment62 kW (84 PS) / 118 Nm bei 4.200 U/min
Länge/Breite/Höhe4180 / 1775 / 1490 mm
Vmax/0–100 km/h165 km/h / 13,5 Sekunden
Ladevolumen411 Liter (1.205 Liter)
Normverbrauchnoch keine Angabe
Basispreis16.800 Euro

Rubriklistenbild: © Hyundai

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